Eschweiler - Kinder greifen Försterin unter die Arme

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Kinder greifen Försterin unter die Arme

Von: Patrick Nowicki
Letzte Aktualisierung:
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Da muss der Setzling hinein: Försterin Susanne Gohde zeigt den Kindern, wie ein Baum gepflanzt wird. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Ole schaut Susanne Gohde genau auf die Finger. Stolz hält er den Setzling in der Hand, für den die Försterin ein Loch in den Boden des Stadtwaldes gräbt. In der Hand hält er eine kleine Traubeneiche, den Baum des Jahres. Mit den anderen Vorschulkindern der BKJ Rappelkiste in Hastenrath stapft er über das Areal am Koppweiher und pflanzt fleißig Bäume.

Natürlich nicht so viele, wie ein Waldarbeiter im Schnitt schaffen muss – das wären in der Stunde etwa 50 Exemplare –, aber er bekommt ein Gespür dafür, dass Arbeiten im Wald ganz schön anstrengend sein können.

Die gestrige Aktion mit der Hastenrather Kindertagesstätte ist eine von vielen im Stadtwald. „Er wird von vielen Menschen genutzt“, freut sich Försterin Susanne Gohde. Allerdings benimmt sich nicht jeder so, wie er es eigentlich sollte: Zerstörte Bänke und Abfalleimer und natürlich die große Menge Müll verursachen hohe Kosten. Im vergangenen Jahr waren besonders die Stadtwaldstraßen und Parkplätze stark betroffen. Um den Müll zu beseitigen, musste die Stadt alleine 2632 Euro Lohnkosten aufbringen.

Der Wald als Naherholungsgebiet ist ein Zuschussgeschäft für die Stadt. Den Einnahmen in Höhe von 63425,55 Euro stehen 191.521,15 Euro als Ausgaben im Jahr 2013 gegenüber. Auch in diesem Jahr plant die Försterin, die Mitte des Jahres nach Hannover wechselt, ein Minus, das allerdings deutlich niedriger ausfallen soll. Derzeit geht sie davon aus, dass sich die Einnahmen auf 30.550 Euro und die Ausgaben auf 145.576 Euro verringern.

Noch immer sind die Schneisen, die die Stürme wie „Xynthia“ im Januar 2007 in den Wald geschlagen haben, nicht aufgeforstet. Dort, wo Ole und die anderen Kinder der Hastenrather Kindertagesstätte Traubeneichen setzten, sind die Spuren noch deutlich sichtbar. Zwar wurden dort schon Setzlinge gepflanzt, aber ihnen hat der trockene Sommer arg zugesetzt. Viele von ihnen sind bereits wieder abgestorben. Deswegen wird fleißig gearbeitet: Insgesamt über 8500 Laubbäume und 100 Nadelbäume sollen in diesem Frühjahr gesetzt werden.

Kein Wunder also, dass Waldarbeiter Gabriel Hinzen und seine Kollegen im Eilverfahren Löcher buddeln, um die Pflanzen dort hineinzustecken. Es ist schließlich noch viel zu tun, denn die meisten Dinge übernehmen die städtischen Forstwirte selbst. Lediglich das Holzrücken, die Flächenräumung und die Baggerarbeiten an Feuchtbiotopen überlassen sie externen Firmen.

Kranke Bäume werden entfernt

Der Fachmann nennt das Gebiet, in dem neue Bäume wachsen sollen und das von Menschen regelmäßig bearbeitet und „kultiviert“ wird, Kulturfläche. Der Anteil im Stadtwald ist hoch. 18,43 Hektar misst das Areal mit jungen Pflanzen. Für manche ist eine Pflege erforderlich: Dann werden junge und schlecht geformte Vorwüchse sowie kranke Bäume entfernt. In diesem Jahr betrifft dies ein Gebiet von 3,13 Hektar.

Zurück zu den Kindern der Kindertagesstätte Rappelkiste: Die 18 Vorschulkinder genießen den Spaziergang in der Sonne. Ab und zu machen sich allerdings auch die Tücken des Waldes bemerkbar. Der schmerzhafte Kontakt mit Brennnesseln und Dornen der Brombeersträcher lässt die ein oder andere Träne fließen. Zum Glück sind die Kleinen nicht alleine in den Wald gekommen: Vom Team der Kita begleiten Heike Reiter, Olga König, David Schüll, Annika Jonek sowie die Praktikanten Tamara Kanzler und Judith Merk die Kinder.

Besuch von Gruppen im Stadtwald ist nichts ungewöhnliches. Susanne Gohde übernimmt häufig Führungen. Im vergangenen Jahr nahmen an den Angeboten der Försterin etwa 600 Menschen teil, 440 kamen aus Schulen und Kindergärten. Die Baumpflanzungen für die Jüngsten zählen dazu. Im vergangenen Jahr griffen die Kinder der Kita Herz Jesu in Eschweiler-Ost zum Spaten und pflanzten Wildapfel-Bäume an der dortigen Kippe. So lernen die Kleinen den Wald kennen – und schätzen.

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