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Kids Klub der Evangelischen Grundschule besucht Kläranlage

Von: mic
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Blick in die Becken: Abwassermeister Michael Vogel erklärt den Kindern und ihren Betreuerinnen, wie das Wasser gesäubert wird. Foto: Michael Cremer

Eschweiler. Nein, Kaffeepulver war das nicht, was da vom Förderband rieselte, und auch Becken mit verfaultem Bier sucht man in der Kläranlage vergeblich.

Sichtlich amüsiert beantwortete Abwassermeister Michael Vogel jede Frage, mit denen ihn die Kinder der Evangelischen Grundschule Stadtmitte bei ihrem Besuch am Mittwoch in Weisweiler löcherten.

Etliche spannende Angebote rund um das Thema Wasser standen im Mittelpunkt der Ferienspiele, die der Kinderschutzbund als Träger von Ganztagsbetreuung und Kids Klub an der Evangelischen Grundschule organisiert hatte.

So gingen die Kinder unter anderem der Frage nach „Woher kommt das Wasser in unsere Häuser?”. Dem Ausflug zu den Wasserbrunnen in Aldenhoven folgte der Besuch in der Weisweiler Kläranlage, wo die Kleinen staunend beobachten konnten, wie aus einer stinkenden, braunen Brühe geklärtes Wasser wird, das am Ende in die Inde geleitet wird.

Michael Vogel begleitete die kleine Schar um ihre Betreuerinnen Danuta Rudzinski und Halina Zuber durch die einzelnen Stationen vom Zulauf, über Rechen und Sandfang bis hin zu den Nachklärbecken; er erklärte freundlich und mit viel Geduld die einzelnen Prozesse und ließ keine Frage der Kinder unbeantwortet.

„Wir haben hier schon die tollsten Sachen gefunden, die nicht ins Abwasser gehören”, erzählte Michael Vogel. „Was denn?” „Steine zum Beispiel und auch Tiere.” Tiere? „Was denn für Tiere?” Nicht, dass der Abwassermeister das wirklich „toll” gefunden hätte, aber er fasste sich ein Herz und berichtete vom spektakulären Fund: „Wir hatten hier auch schon mal ein kleines Ferkelchen drin.” Da waren nicht nur die Kinder baff.

Verfaultes Bier

Wenig später sah er sich mit der nächsten Frage konfrontiert: „Herr Vogel, Herr Vogel, ist das verfaultes Bier?” Der Blick fiel auf ein Becken, dessen Inhalt in der Tat nicht besonders appetitlich wirkte. Schmunzelnd klärte der Gefragte auch dieses Mysterium. Nein, das sei Schlamm, der sich vom Wasser abgesetzt habe. Und doch hatten jetzt alle Beteiligten auch eine Vorstellung davon, wie verfaultes Bier aussehen könnte.

An den so genannten Belebungsbecken erfuhren die Kinder dann von der zentralen Bedeutung winzigster Mitarbeiter, die für die biologische Klärung des Wassers sorgen: „Unsere großen Helfer sind kleine Bakterien.” Da die Becken ziemlich tief sind, lag die nächste Frage quasi in der Luft: „Ist da schon mal einer reingefallen?” Hoffentlich nicht, oder etwa doch? Doch. Einem Kollegen sei dieses Missgeschick vor Zeiten bei Wartungsarbeiten tatsächlich passiert, gestand Michael Vogel den Kindern. Auf die besorgte Nachfrage der Kleinen hin, wo dieser denn jetzt sei, konnte Vogel Entwarnung geben. Ihm sei nichts Schlimmes geschehen. Aufatmen.

Es war ein spannender Ausflug, bei dem die Kinder erfuhren, wie aus Abwasser geklärtes Wasser wird, was mit dem Unrat passiert, der in Weisweiler herausgefischt wird, und wie man quasi aus Dreck Energie gewinnt: In zwei großen Faulbehältern entsteht unter tatkräftiger Mithilfe besagter Bakterien Methangas, das zur Stromgewinnung eingesetzt wird und so Kosten sparen hilft. Und da am Mittwoch einer der beiden Behälter gerade gewartet wurde, konnte jeder der kleinen Besucher durch eine Öffnung hindurch einen vorsichtigen Blick ins Innere wagen.

Getrockneter Schlamm

Bliebe noch die Sache mit dem Kaffeepulver. Das „Pulver” sei nichts anderes als getrockneter Klärschlamm, verriet Michael Vogel. Schade eigentlich.
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