Kicken wie Kaká lernen Kids an keiner Konsole

Von: Stefan Herrmann
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„An die Bälle, fertig, los!”: 25 E- und F-Jugendliche hatten eine Menge Spaß beim Besuch des DFB-Mobils im Waldstadion. Foto: Stefan Herrmann

Eschweiler. Da standen sie nun, die kleinen Kakás und Kloses. Die Trikots ihrer großen Helden passten bereits wie angegossen. Doch der Weg zum Profi-Fußballer ist weit. Und wer einmal so gekonnt mit der Kugel umgehen möchte, wie Weltfußballer Lionel Messi, der muss fleißig trainieren.

Um Deutschlands Nachwuchsfußballer zu fördern, aber auch den Vereinen praktische Hilfestellungen an die Hand zu reichen sowie über aktuelle Entwicklungen im Fußball zu informieren, tourt bereits seit über einem Jahr das DFB-Mobil durchs Land. Nun machte es im Waldstadion bei Rhenania Eschweiler Halt.

„Das ist natürlich eine tolle Werbemaßnahme für unseren Verein”, freute sich Jugendleiter Wolfgang Scholl. Die 25 E- und F-Jugendlichen schnupperten beim 90-minütigen Demonstrationstraining erstmals die Luft der großen weiten Fußballwelt. Und erfuhren einige Geheimnisse: Denn das „Schwänzchenfangen” zum Aufwärmen steht auch bei den Profis immer wieder auf dem Trainingsplan.

Und so flitzten die Kleinen mit dem Leibchen an den Hosenbund geklemmt über das abgesteckte „Fangfeld”, während Eltern wie Jugentrainer das bunte Treiben auf dem Platz beobachteten. Gleich zwei Stefans schickte der DFB an die Inde. „Ist einer von euch Stefan Kießling?”, war eine der ersten Fragen der Jungkicker an die ausgebildeten Trainer. „Leider nein”, antwortete Stefan Sterzel schmunzelnd, bevor er die Gruppe auf den Platz bat.

Derweil stand sein Kollege Stefan Schulz den Rhenania-Jugendübungsleitern mit Rat und Tat zur Seite. Worauf muss ich im Bambini, E- und F-Jugend-Bereich achten? Wie sorge ich für Fairness auf dem Platz? Auf alle Fragen konnte Schulz mit guten Tipps kontern.

„Das Wichtigste bei Kindern ist das Spiel mit dem Ball. 95 Prozent der Trainingseinheit sollten aktiv mit dem Spielgerät gestaltet werden”, erklärte der DFB-Coach, der momentan die A-Lizenz anstrebt. Dass die nachwachsenden Spieler-Generationen leider nicht immer über Jahre am Ball bleiben, ist eine bittere Erfahrung über die Grenzen des Fußballs hinaus.

„Die größten Konkurrenten der Jugendtrainer sind heute die Spielekonsolen”, weiß Schulz. Doch Passen, Dribbeln und Schießen lernt man nicht auf der Playstation. Und auch das taktische Verständnis, ergänzt der Fußballlehrer, werde keineswegs durch Computersimulationen geschärft.

Um junge Menschen langfristig für die Sportart zu begeistern, sind kompetente Trainer gefragt. Daher ist das DFB-Mobil nicht nur ein netter Werbe-Gag. Mit der Aktion soll flächendeckend für qualitativ hochwertiges Jugendtraining geworben werden. „Da gehört vor allem die Ausbildung der Coaches dazu”, sagt Schulz.

Für Jugendleiter Wolfgang Scholl und die Rhenania-Familie war der Besuch des DFB-Mobils mit der 90-minütigen Trainingseinheit nicht vorbei. Im Theorieteil gab´s weitere Infos. Der Verband möchte mit der Aktion, die innerhalb von drei Jahren 400.000 Menschen erreichen soll, eine Qualifizierungsoffensive starten: Diverse Angebote für die Vereinsarbeit, Kurzschulungen für Jugendtrainer und vieles mehr.

Zudem informierten die Gäste in Eschweiler über die oftmals noch ungenutzten Potenziale im Bereich des Mädchen- und Frauenfußballs. Die Damen wollen 2011 den WM-Titel im eigenen Land holen. Das wollen Schweinsteiger & Co. beim nächsten Versuch 2014 in Brasilien auch.

Damit es endlich klappt mit dem Pott, setzt Jogi Löw auf Ausnahmekicker wie Mesut Özil, Lukas Podolski und Sami Khedira. Alles Spieler mit einem Migrationshintergrund. Daher heißt der DFB-Slogan „Integration fängt bei mir an!” Eine Botschaft, die in jeden Verein transportiert werden soll.

Wolfgang Scholl zog ein positives Fazit des „Sondertrainings”. „Unsere Kinder haben aber auch gesehen, dass die beim DFB auch nur mit Wasser kochen.” Und eine Übungseinheit macht noch keinen Nationalspieler. Daher heißt es weiter für alle: Fleißig Weiterkicken für den großen Traum.

120 Jugendliche kicken bei der Rhenania

Früh übt sich: Daher sind die Rhenanen froh, wieder eine ordentliche Jugendabteilung nach einigen Jahren der Dürre etabliert zu haben. Von den Bambini bis zur B-Jugend sind alle Altersklassen besetzt, nächstes Jahr soll dann auch wieder eine A-Jugend installiert werden. Zirka 120 Nachwuchskicker sind bereits am Ball.

Wer neugierig ist, einmal beim Training vorbeizuschauen, ist herzlich eingeladen. Infos gibt es beim Jugendleiter Wolfgang Scholl, E-Mail: w.scholl@rhenania-eschweiler.de; oder auf der Rhenania-Homepage www.rhenania-eschweiler.de

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