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Keine Alternative zu Tunnel-Aufweitung!

Von: Rudolf Müller
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Vor allem Fußgänger und Radfahrer leben hier gefährlich: Der düstere Bahn-Tunnel am Sticher Berg ist gerade mal 7,63 m breit. Seit Jahrzehnten bemüht sich die Stadt um eine Entschärfung der kritischen Situation durch Aufwetung des Nadelöhrs. Jetzt aber schießt nach vorheriger Einigkeit die Städteregion quer. Foto: Rudolf Müller
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Die Pläne hängen längst fertig in Hermann Göddes (r.) Büro: Statt der bisherigen 7,63 Meter lichte Weite soll der Tunnel am Sticher Berg künftig eine Breite von 17 Metern aufweisen und damit Verkehrsteilnehmern ein deutliches Plus an Sicherheit bieten. Doch trotz aller früheren Zusagen stellt die Städteregion sich nun quer.
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Die Pläne hängen längst fertig in Hermann Göddes (r.) Büro: Statt der bisherigen 7,63 Meter lichte Weite soll der Tunnel am Sticher Berg künftig eine Breite von 17 Metern aufweisen und damit Verkehrsteilnehmern ein deutliches Plus an Sicherheit bieten. Doch trotz aller früheren Zusagen stellt die Städteregion sich nun quer.

Eschweiler. Fast 35 Jahren ist es her, dass in dieser Zeitung hoffnungsfroph berichtet wurde, das Nadelöhr werde bald verschwunden sein. Gemeint war der Tunnel unter der Bahnstrecke am Sticherberg.

Der präsentierte sich vor sieben Jahren, als sich CDU-Bundestagsabgeordneter Helmut Brandt im Wahlkampf mit der lokalen CDU-Aktivitas vor dem Durchstichn ablichten ließ und die Aufweitung der Gefahrenstelle forderte, noch genau so wie 28 Jahre zuvor. Und genau so wie heute; dunkel, eng, gefährlich.

Und damals wie heute gilt für die Stadt Eschweiler, die zur Beseitigung dieses Jahrhundert-Lochs auf die Mitarbeit von Bahn und Kreis bzw. Städteregion angewiesen ist, keine andere Position als diese: den Tunnel schnellstmöglich aufweiten!

Dass nun die Städteregion entgegen aller bisherigen Vereinbarungen andere Wege einschlägt und dabei auch noch behauptet, dies sei mit Eschweilers Technischem Beigeordneten Hermann Gödde so abgesprochen, wie vor Tagen in einer Stellungnahme des Städteregionsrats Helmut Etschenberg in dieser Zeitung zu lesen war, treibt Gödde die Zornesröte ins Gesicht. „Hier wird von Etschenberg der Eindruck vermittelt, ich hätte a) den Planungsausschuss nicht korrekt informiert und b) bestehende Beschlüsse zum Thema ignoriert. Beides ist unwahr. Für dieses Vorgehen des Städteregionsrates habe ich überhaupt kein Verständnis.“

Für die Stadt ist der Versuch der klammen Städteregion, eine Aufweitung durch eine Ampellösung zu ersetzen, ein unsinniges Unterfangen: „Das bedeutet wechselweise Einbahnverkehr im Tunnel – wenn da Rettungsfahrzeuge aus der nahen Hauptwache durchmüssen, ist das Chaos programmiert“, besteht Gödde auf der Aufweitung des Tunnels, die dessen Durchfahrtsbreite von 7,63 auf 17 Meter vergrößern sowie breite und damit sichere Gehwege und die Schaffung eines Linksabbiegerstreifens in die Eisenbahnstraße ermöglichen soll. Kostenpunkt: zwischen 5 und 6 Millionen Euro.

Die sollten geteilt werden: Die Bahn AG finanziert die Aufweitung, die Städteregion den Straßenbau und die Stadt die Gehwege sowie die Linksabbiegerspur. „Auch wenn demnächst nach Schließung des Bahnübergangs Jägerspfad der Verkehr via Florianweg im Tunnel drastisch steigern wird, kommt es uns hier nicht auf die Leistungsfähigker

it der Straße, sondern auf deren Sicherheit an“, betont Gödde. „Dass hier nicht häufiger Unfälle passieren, hat nichts damit zu tun, dass dies nicht doch ein Unfallschwerpunkt ist“, betont Planungsamtsleiter Dr.-Ing. Bernd Hartlich. „Zu deren Bemessung werden nämlich auch Beinahe-Unfälle mitberechnet.“ „Hier kommt es immer wieder zu brandgefährichen Begegnungen. Wer die Situation am Tunnel einige Zeit beobachtet, der bekommt das kalte Grausen“, ergänzt Gödde.

Am 1. August 2009 hat Gödde seinen Dienst als Eschweilers Technischer Beigeordneter angetreten. Und schon 13 Tage später führte er ein erstes Gespräch mit Vertretern der DB, der Bezirksregierung und der heutigen Städteregion, um eine Planungsvereinbarung (die Maßnahmen- und Kostenverteilung regelt) zur Aufweitung des Tunnels zu verhandeln. Gödde: „Unter allen Beteiligten bestand Einigkeit, dass eine Planungsvereinbarung zeitnah umgesetzt werden sollte.“

Trotz Göddes Befürchtungen, die Städteregion wolle ein „Ausstiegsszenario“ vorbereiten, sei es im März im Rathaus zu einem Gespräch mit dem einvernehmlichen Ergebnis gekommen, dass die Städteregion, wie bereits seitens der Stadt Eschweiler geschehen, die nötigen Mittel für den Städteregionshaushalt anmeldet und gemeinsam mit der Stadt bei der DB auf einen zügigen Abschluss der Planungsvereinbarung drängen werde.

Acht Monate später war es die DB, die die Planungsvereinbarung anmahnte: „Bis heute müssen wir die DB AG vertrösten, da die Städteregion weder Haushaltsmittel für die Planung noch die Planungsvereinbarung in den zuständigen Ausschüssen beraten hat“, moniert Hermann Gödde. Im September 2011 habe die Städteregion mitgeteilt, dass „aufgrund anders gelagerter Arbeitsprioritäten eine Bearbeitung des Vereinbarungstextes nicht möglich“ sei.

Gödde: „ Zu keiner Zeit habe ich oder einer meiner Mitarbeiter der Vorgehensweise der Städteregion zugestimmt. Stattdessen habe ich stets unser Unverständnis über das Vorgehen der Städteregion geäußert. Ich halte nach wie vor eine Aufweitung für dringend erforderlich. Zudem lassen die gefassten politischen Beschlüsse der Stadt auch gar kein anderes Verhalten zu.“

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