Kaum Sprachbarrieren beim Eschweiler Partnerschaftsverein

Von: kaba
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Sie hatten viel Spaß und ein schönes Wochenende mit ihren Eschweiler Freunden. Die Gäste aus Wattrelos und Reigate and Banstead waren vom Programm begeistert. Foto: Katja Bach

Eschweiler. Es war der Abschluss eines freundschaftlichen Wochenendes. Am Indemann wurden die Gäste des Eschweiler Partnerschaftsbegegnungswochenendes aus Wattrelos sowie Reigate and Banstead erwartet. Bürgermeister Rudi Bertram gab abschließend einen weiteren kulturellen Beitrag und verabschiedete dann die Besucher aus den Partnerstädten.

Am Donnerstag waren mehr als 40 Interessierte aus Wattrelos (Frankreich), Reigate and Banstead (England) und Eschweiler zusammengekommen, um ein gemeinsames kulturelles Wochenende zu verbringen. Der Eschweiler Partnerschaftsverein veranstaltet seit Jahren Treffen mit diesen beiden Partnerstädten und ist immer wieder begeistert von den Zusammentreffen, wie der Vorsitzende Hartmut Fröhlich berichtete. „Wir freuen uns immer, wenn wir die Franzosen und Engländer begrüßen dürfen. Genauso freuen wir uns aber auch, wenn wir zu ihnen fahren.“

Für das vergangene Wochenende stand für die Gäste einiges auf dem Programm. Zunächst ging es an die Ahr, wo man eine ausführliche Stadtführung mitmachte. „Sehr beeindruckend war dabei die Kirche von Ahrweiler“, sagte Lilo Fröhlich, die ebenfalls im Partnerschaftsverein tätig ist. Neben der Stadtgeschichte spielte auch das Thema Weinbau eine große Rolle, und am Abend traf man sich in einem Café zum Tanzen. Und wo Musik aus den Boxen dröhnt, spielen Sprachbarrieren keine Rolle mehr, erfuhren sowohl Engländer und Franzosen, als auch Eschweiler.

Am nächsten Tag ging es dann ein wenig ernster zu. Die Gruppe fuhr nach Bonn und besuchte dort das Haus der Geschichte. Dieses besondere Museum beeindruckte und begeisterte die ausländischen Gäste am meisten. „Wir bedanken uns für den Besuch im Haus der Geschichte“, sagte Janet Powell, die auf englischer Seite Vorsitzende ist. Sie ist von der Partnerschaft ebenfalls sehr angetan, denn sie sieht eine Chance nicht nur für ihre Generation. „Jedes Jahr kommen Kinder hierher oder zu uns nach England, und ich finde es wichtig, dass Kinder schon früh andere Länder und deren Geschichte kennenlernen. Und wir hoffen, dass sie nach einem solchen Besuch ihre Freunde besser verstehen können, nicht nur sprachlich.“

Auch die Franzosen waren von der Präsentation der deutschen Geschichte ganz angetan. „Es war sehr emotionsgeladen, und vor allem der Mauerfall hat uns beeindruckt“, betonte der Vorsitzende des französischen Partnerschaftsvereins, Franck Duthoit. Auch die anschließende Schifffahrt nach Linz hat den Gästen aus Wattrelos sehr gut gefallen. „Es ist eine sehr schöne Landschaft am Rhein“, sagte Duthoit. Und wenn man Geschichte, Kultur und Natur gemeinsam so lebendig erlebt, dann spielt die Sprache keine Rolle. „Wenn man mit dem Herzen spricht, ist alles gut“, erklärte Reymond Vanisaker. Er war einer der Dolmetcher, die immer mit dabei waren.

Und so wurde auch die Verabschiedung am Sonntagmorgen auf drei Sprachen gehalten. Vanisaker übersetzte Bertrams Worte ins Französische und John Lee räumte alle Missverständnisse auf Seiten der Engländer aus. So konnte jeder nachvollziehen, was Bürgermeister Rudi Bertram verkündete und warum man sich ausgerechnet am Indemann traf. Dieser, so Bertram, stehe für einen bedeutenden Teil der Eschweiler Geschichte, nämlich für den Tagebau. Der Bürgermeister erklärte, dass auch nach Ende der Braunkohlezeit (um das Jahr 2030) der Tagebau Inden noch eine große Bedeutung für die Eschweiler haben werde, die im Kraftwerk arbeiten.

Dann werde nämlich aus dem Loch ein großer See mit Naherholungsgebiet, in dem viele dieser Bürger dann erneut Arbeit fänden. Die Gäste aus Frankreich und England folgten seinen Worten und blickten immer wieder auf das Tagebauloch hinter sich, wo man in einiger Ferne die Schaufelradbagger erkennen konnte. Nach den Abschiedsworten wagten sich viele der Gäste auf den Indemann, von dem aus man eine großartige Aussicht hat.

Wieder Boden unter den Füßen hieß es dann schon bald Abschied nehmen. Frei nach dem Motto „Musik verbindet“, sang man zum Abschluss der Reise noch ein gemeinsames Partnerschaftslied. Doch es wird kein langer Abschied sein, denn noch in diesem Jahr sind einige weitere Kurzbesuche in den drei Städten geplant und spätestens im nächsten Jahr heißt es wieder drei Tage Kultur und Freundschaft. Dann in Reigate and Banstead. Und eines wird dabei wieder ganz charakteristisch sein: „Man freut sich, alte Freunde wiederzusehen und neue zu gewinnen“ , ist sich Janet Powell ganz sicher.

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