Kaminfeuer mit Seeblick und einiges mehr

Von: Rudolf Müller
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Fünfmal Lersch am See: Rita, Nicole, Äu, Frank und Marc. Hinter ihnen steckt ein 230-jährige gastronomische Familientradition. Links neben dem Seminargebäude wird in diesem Jahr ihr neuer Landhaus-Gastronomiebetrieb entstehen. Foto: Rudolf Müller
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Da kann Hermann Gödde das Lachen nicht mehr lassen: Der Geschäftsführer der Blausteinsee-GmbH unterzeichnete mit Frank und Marc Lersch (v.l.) den Pächtervertrag für die künftige, ganzjährige See-Gastronomie.

Eschweiler. Gut ein Jahr muss er noch warten, dann kann „Äu“ Lersch in seinem neuem Bistro-Restaurant am Blausteinsee sein erster Bierchen zapfen. Oder sich zapfen lasse. Gestern unterzeichneten Marc und Frank Lersch, die Söhne des gastronomischen Urgesteins von der Dürener Straße, mit der Blausteinsee-GmbH den Pachtvertrag für den Betrieb, mit dessen Bau im Frühjahr begonnen werden soll.

Und der – so sieht es der Vertrag vor – spätestens am 1. April 2014 eröffnet werden wird. „Eigentlich ist das etwas ganz Banales“, eröffnete See-Geschäftsführer Hermann Gödde, gleichzeitig Technischer Beigeordneter der Stadt Eschweiler, den Unterzeichnungstermin. „Verträge unterschreiben wir im Rathaus alle Tage – aber der hier ist etwas Besonderes. Er ist ein ganz wichtiger Grundstein für die weitere Entwicklung des Blausteinsees.“

Weil sich ein Großinvestor für das ursprüngliche Gesamtvorhaben mit Restaurants, Appartments und Hotel am See bisher nicht finden ließ, hatte die See-GmbH im vergangenen Jahr einen Strategiewechsel unternommen: Kleinteilige Vermarktung war nun die Devise – „obwohl eine Gesamtvermarktung für die GmbH nach wie vor die beste Lösung wäre“, wie Gödde betont. Die jetzt ins Auge gefassten Projekte – Gastronomie sowie Appartments mit Seeblick in Höhe des oberen Großparkplatzes – orientieren sich daher nach wie vor an dem vom Planungsbüro Krause-Bohne entwickelten Masterplan für das Gesamtareal, sind Module dessen, was sich die GmbH als Endausbau erhofft.

Dank an Krause-Bohne

„Ich sage an dieser Stelle meinen ausdrücklichen Dank an Tom Krause und Astrid Bohne für ihr Engagement. Dass es nicht geklappt hat, hat viele Ursachen, zum Beispiel die Finanzkrise“, betonte Gödde.

Für die Appartmentanlage stehen zwei Investoren in den Startlöchern, berichtet Gödde. Für das Bistro-Restaurant, das von der See-GmbH mit Hilfe eines Darlehens der Stadt Eschweiler für rund 1,6 Millionen Euro gebaut wird, gab es gleich vier Pacht-Interessenten. Dass die Wahl auf die Familie Lersch fiel, liegt laut Gödde am großen Erfahrungshintergrund der Wirtsfamilie: Auf 230 Jahre Gastronomie können Lerschs zurückblicken. Davon zehn Jahre in Containern am See.

Die werden in Kürze verschwinden. Lerschs ziehen um: in einen „Strandpavillon“ an der Liegewiese. Derweil entsteht – eng orientiert an einem Gutachten des Dehoga-Gastronomiesachverständigen Udo Seemann – eine vermutlich eingeschossiges Restaurantgebäude mit 600 Quadratmetern Bruttofläche – davon sind 500 Quadratmeter Nutzfläche, die sich auf 260 Quadratmeter Gasträume und 240 Quadratmeter Küche und Nebenräume aufteilen.

Die Gastfläche teilt sich in mehrere, unterschiedlich nutzbare Räume – Bistro, Restaurant, multifunktionale Räume. „Wir wollen hier kein Fünf-Sterne-Angebot, sondern ein sehr bodenständiges für die Leute aus der Region, die hier ihre Geburtstage, Seminare und Firmenfeste feiern können“, betont Gödde. Seemann setzt dabei auf eine Ganzjahresgastronomie im „Landhausstil“: „Kann man schöner Weihnachten und Silvester feiern, als am prasselnden Kaminfeuer mit Blick auf den winterlichen See?“

Dass das Bistro-Restaurant ganzjährig geöffnet sein muss, ist Bestandteil des Vertrags. Ebenso wie eine „marktübliche, gestaffelte Pacht, die sogar noch die Verzinsung des städtischen Darlehens gewährleistet“, betont Heinz Rehahn, kaufmännischer Prokurist der See-GmbH. Der Vertrag läuft über zehn Jahre, mit der Option auf zweimal fünf Jahre Verlängerung.

Bis zu 25 eigene Parkplätze soll das Restaurant erhalten, über 100 weitere sind direkt am See schon im Bau: Stellplätze für die Taucher, die mit ihrer schweren Ausrüstung möglichst nahe am Ufer parken wollen. „Da hatten wir im vergangenen Jahr eine Rücklauf der Besucherzahlen zu verzeichnen, deshalb haben wir nun reagiert“, sagt Gödde. Da aber die wenigsten Taucher auch in der Dunkelheit ins Wasser gehen, werden die meisten der Stellplätze dann auch Gastronomiebesuchern zur Verfügung stehen.

Architektenangebote

Wie genau das Bistro-Restaurant samt Terrasse aussehen wird, steht noch in den Sternen. „Wir haben bereits verschiedene Architektenangebote eingeholt und werden uns nun sehr schnell entscheiden“, betont Hermann Gödde.

„Der See ist eine Perle, die nur noch etwas poliert werden muss“, unterstreicht Udo Seemann. „Und das Gastronomieobjekt kann sich gut rechnen, wenn es fachgerecht betrieben wird. Und da habe ich bei der Familie Lersch keinerlei Zweifel.“

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