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Kabarettist Sebastian Pufpaff brilliert im Kulturzentrum Talbahnhof

Von: Dirk Müller
Letzte Aktualisierung:
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Brillierte im Kulturzentrum Talbahnhof mit spitzen Pointen und gerhaltvollen Scherzen: Kabarettist Sebastian Pufpaff.

Eschweiler. Spitze Pointen und gehaltvolle Scherze quasi am laufenden Band hat Sebastian Pufpaff dem begeisterten Publikum im voll besetzten Talbahnhof präsentiert. Zeitgeist, Politik und nicht zuletzt die katholische Kirche wurden von dem Kabarettisten brillant aufs Korn genommen, und die Gäste dankten es ihm mit unzähligen Lachern.

Pufpaff glänzte in seinem aktuellen Soloprogramm „Warum!“ mit einer immensen Fülle von facettenreichem Humor und überzeugte mit Mimik und Gestik. Schelmereien, Wortspiele, witzig verpackte und teils beißende Gesellschaftskritik, Kalauer und mehr vereinten sich zu einem rundum gelungenen Abend voller spaßiger Unterhaltung.

Zunächst klärte Pufpaff darüber auf, dass er sich keinen Künstlernamen zugelegt habe. „Hätte ich das getan, würde ich mich Lars Wegas oder Volker Racho nennen.“ Da Pufpaff sein richtiger Nachname sei, wäre er sein ganzes Leben lang ausgelacht worden und habe irgendwann beschlossen, daraus seinen Beruf zu machen. Gewisse Nachteile seien aber bestehen geblieben. „Ich habe immer eine Dose Ravioli Zuhause. Versuchen Sie mal eine Pizza zu bestellen, wenn Sie Pufpaff heißen.“ Der Mann, der sich einen Wasserwerfer für den privaten Hausgebrauch wünscht, amüsierte das Publikum köstlich mit Scherzen über „Hardcore-Pädagogen, die sich im Sommer auf den Spielplätzen mit Dinkelkeksen bekämpfen“.

Auch die „Erklär-Väter, die selbst aber Vier-gewinnt mit drei Steinen spielen, weil sie nicht alle Platten am Brennen haben“ bekamen ihr Fett weg. Pufpaff zeigte sich dabei immer wieder interaktiv und bezog das Publikum im Talbahnhof mit ins Geschehen ein. „In Ihrer Welt möchte ich auch mal ein paar Tage leben. Da gibt es bestimmt rosa Einhörner und Glitter in der Luft“, richtete er das Wort an einen Gast. Mit munterer Verbalakrobatik beschrieb er die „Pfarrerflucht“ seines Neffen, der aus der Kirche ausgetreten ist, und eine Zugfahrt, bei der er auf vier Geistliche traf. „Das war ein Pastortransport.“ Damit leitete Pufpaff über zu einer humoristischen Tirade, mit der er knallhart gegen die katholische Kirche wetterte.

Obwohl sein Großvater ihm davon abgeraten habe, denn das hätte „so schnell einen Wehmachtstropfen“. Weder die „totalitäre Servicewüste Deutschland“, noch die Jugend oder die USA waren vor den witzigen Analysen des Kabarettisten sicher. Glänzend unterhielt Pufpaff auch mit seiner Betrachtung des demografischen Wandels. „Es sind immer mehr von früher da. Ich glaube, manche gehen inzwischen gar nicht mehr, die machen einfach durch“, umschrieb er das Phänomen. Rente sei in dem Zusammenhang religiös zu sehen – man müsse daran glauben. Ein weiterer Aspekt: „So viele Enten und Tauben können wir gar nicht züchten, wie wir bald zum Füttern brauchen.“

Am Beispiel seines 90-jährigen Großvaters, der einen Neuwagen über 72 Monate finanzieren will, verdeutlichte Pufpaff aber auch, dass uns eigentlich keine Überalterung der Gesellschaft droht: „Das Jungsein dauert heute nur unendlich lange.“

Ob das viertägige Schlagstockseminar bei der Polizeiausbildung oder Eltern, die ihre Kinder morgens im Spielparadies bei Ikea abliefern, um dann in Ruhe in der Innenstadt shoppen zu gehen – Pufpaff spielte leidenschaftlich und doch mit Leichtigkeit auf der ganz großen Klaviatur des Humors, servierte schnell, aktuell und durchgängig urkomisch Kabarett vom Feinsten.

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