Eschweiler - Junge und gestandene Künstler brillieren bei Lions-Benefizkonzert

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Junge und gestandene Künstler brillieren bei Lions-Benefizkonzert

Von: ran
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Pianist József Ács rundete das berührende Frühlingskonzert des Lions-Clubs Eschweiler-Ascvilare als Solist und Begleiter in großartiger Manier ab. Foto: Andreas Röchter
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Die Cellistinnen Ana Percevic (links) und Clara Stümke (rechts) sowie Gitarrist Farsan Rahvari spannten einen musikalischen Bogen, der vom Barock bis in die Moderne reichte und auch die Grenzen zwischen Okzident und Orient verschwimmen ließ. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Musik verbindet. Musik vereint. Und sie tut dies über nahezu alle Grenzen hinweg. Ein famoses Beispiel lieferte das jüngste der traditionellen Frühlings- und Benefizkonzerte des Lions-Clubs Eschweiler-Ascvilare, dessen Spannungsbögen und Bandbreite wohl alle Zuhörer im vollbesetzten Ratssaal des Rathauses faszinierte und berührte.

Vom späten Sonntagnachmittag bis in den frühen Abend hinein zelebrierten die Cellistinnen Ana Percevic sowie die elfjährige Clara Stümke, Gitarrist Farsan Rahvari und Pianist József Ács ein Musikfest, das keine Kategorisierung akzeptierte: Barock und Moderne, Okzident und Orient, Bach, Brahms, Chopin und Rachmaninov auf der einen, Mertz, Domeniconi, Vasks und Popper auf der anderen Seite. Und drei (sehr) junge Künstler in einer fantastischen Symbiose mit einem äußerst erfahrenen Musiker, der auf eine Karriere zurückblickt, die womöglich noch vor seinen Mitkonzertanten liegt.

Eine Mischung, die keine Wünsche offen ließ, wie Moderator Dr. Eberhardt Schneider, der kenntnisreich durch das anspruchsvolle Programm führte und den Gästen sowohl die Ausführenden als auch die Werke und deren Erschaffer näherbrachte, im Vorfeld bereits vorausschauend geahnt hatte und gut zweieinhalb Stunden später mit Gewissheit konstatieren konnte.

Auf geradezu „biblisches Terrain“ wagte sich zum Auftakt Ana Percevic, deren Weg von ihrer serbischen Geburtsstadt Krusevac über Graz und Wien an die Hochschule für Musik und Tanz Köln, Abteilung Aachen, führte. Die 25-jährige Cellistin, die bereits mehr als ein Dutzend Preise bei internationalen Musikwettbewerben gewann, präsentierte mit dem Preludium aus der Suite 5 von Johann Sebastian Bach einen Ausschnitt aus dem Kompositionswerk des Musikgiganten, das häufig als das „Alte Testament“ der Celloliteratur bezeichnet wird, um sich unmittelbar darauf der 8. Capricedie aus den 12 Capricci von Alfredo Piatti, die als „Neues Testament“ gelten, zu widmen und lautstarken Applaus der Zuhörer herauszufordern.

Wie ein Musikvirtuose mit leisen und subtilen Klängen Faszination auslösen und zum Träumen einladen kann, machte Gitarrist Farsan Rahvari deutlich: Der 1992 in Aachen geborene Gitarrist „hauchte“ förmlich die „Elegie“ von Johann Kaspar Mertz, bevor er die Konzertgäste mit dem Werk „Koyunbaba“ des italienischen Komponisten Carlo Domeniconi, der lange Zeit in der Türkei lebte, in die Mystik des Orients entführte. „Man hätte eine Stecknadel fallen hören können“, unterstrich Dr. Eberhardt Schneider den Anspruch der Werke an die Konzentrationsfähigkeit des Publikums, das den Anforderungen aber gerecht wurde. „Doch irgendwann muss der Applaus einfach raus“, sagt der Moderator nach der bemerkenswerten Darbietung von Clara Stümke, die im wunderbaren Zusammenspiel mit József Ács die vollständige Cellosonate Nr. 1 in e-moll von Johannes Brahms (Allegro non troppo, Allegretto quasi Menuetto & Trio, Allegro) zu Gehör brachte und die Konzertgäste zu enthusiastischem Beifall hinriss.

Drei Etüden von Frédéric Chopin

In der Schlussphase des Konzerts wurden diese dann einmal mehr Zeugen der wunderbaren Fähigkeiten des Pianisten József Ács, der zunächst gemeinsam mit Ana Percevic die temperamentvolle „Ungarische Rhapsodie“ (diesmal nicht von Franz Liszt) des 1843 in Prag geborenen böhmischen Cellisten und Komponisten David Popper voller Charisma interpretierte, um das Publikum schließlich auch als Solist zu begeistern. Und zwar mit keinen geringeren Werken als drei Etüden von Frédéric Chopin.

„Diese sind so herausfordernd schwierig, dass selbst ein Klaviergenie wie Franz Liszt höchste Konzentration benötigte, um diese zu meistern“, erläuterte Dr. Eberhardt Schneider die „musikalischen Höhen“, in denen sich der Gewinner des 1. Preises für Klavier beim „Deutschen Musikwettbewerb“ des Jahres 1976 nach wie vor sicher bewegt.

Den würdigen Abschluss des mitreißenden Konzerts bildete dann das „Prélude g-moll“ von Sergei Rachmaninov.

Die vereinende und verbindende Kraft der Musik wird auch dadurch unterstrichen, dass das Frühlingskonzert des Lions-Clubs Eschweiler-Ascvilare erneut einem guten Zweck zu Gute kommt. „Getreu dem Lions-Grundsatz ‚Wir dienen‘ unterstützen wir soziale Projekte. In diesem Jahr stehen die Initiativen ‚Klasse 2000‘ und „Lions Quest‘ im Blickpunkt, die der Stärkung sozialer Kompetenzen von Schülern in Grund- und weiterführenden Schulen dienen“, erklärte Präsident Johannes Gastreich.

 

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