Jugendliche im Dialog mit Politikern: mitdenken, mitreden, mitmischen!

Von: ran
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Jugend trifft (Kommunal-)Politik: Bei der Premiere von „Food & Talk“ setzten sich gesellschaftlich interessierte Jugendliche mit den Meinungen der fünf Bürgermeisterkandidaten der Indestadt auseinander. Umgekehrt galt aber das Gleiche! Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Am 25. Mai steht (unter anderem) die Kommunalwahl auf der Tagesordnung. An diesem Tag haben alle Wahlberechtigten die Gelegenheit, mitzubestimmen, wer Bürgermeister ihrer Stadt wird, wie sich in den kommenden sechs Jahren die Stadträte in den Kommunen zusammensetzen werden und wer in der Städteregion Aachen das politische Sagen haben wird.

„Was geht mich das an?“ fragen aber (leider) zu viele auch und gerade junge Menschen! Die Antwort: Jede Menge! Denn so manches, was vor der eigenen Haustür geschieht, wird eben nicht in Berlin oder Düsseldorf entschieden, sondern in den Kommunalparlamenten.

Doch auch über die Teilnahme an Wahlen hinaus gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich bereits in jungen Jahren gesellschaftlich zu engagieren. Partizipation, also Beteiligung, lautet das Zauberwort! Unter den Schlagworten mitdenken, mitreden, mitmischen schrieb die Städteregion Aachen deshalb im vergangenen Jahr das Projekt „Das geht“ aus. Die Stadt Eschweiler bewarb sich und wurde gemeinsam mit Alsdorf, Baesweiler, Herzogenrath und Stolberg zur Modellkommune. Am Freitag, 23. Mai, stehen nun für Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren Workshops, Gespräche, Planspiele und Debatten mit Politikern auf dem Programm (siehe Kasten).

Zur Vorbereitung dieses Tages bildete sich unter der Leitung von Florian Weyand, der im Bildungsbüro der Städteregion Aachen ein freiwilliges politisches Jahr leistet, im vergangenen November eine Arbeitsgruppe, in der die Schülersprecher aller weiterführenden Schulen Eschweilers und zahlreiche junge Ehrenamtler des Kinder- und Jugendzentrums der Pfarrgemeinde St. Peter und Paul sowie des städtischen Jugendtreffs „Check In“ vertreten sind. Gemeinsam mit Nicole Hillemacher und Olaf Tümmeler vom Jugendamt Eschweiler und Fachkräften der Jugend-, Jugendverbands- und Schulsozialarbeit entschlossen sich die engagierten Jugendlichen, eine weitere Initiative ins Leben zu rufen.

Und so fand am frühen Mittwochabend in „Lerschs Restaurant“ die Premiere von „Food & Talk“ statt. Dabei trafen jugendliche Erstwähler auf die fünf Bürgermeisterkandidaten Eschweilers und hatten in lockerer Atmosphäre die Gelegenheit, mit den Kommunalpolitikern in persönliche Gespräche zu kommen, ihnen auf den Zahn zu fühlen und Meinungen zu er- und hinterfragen.

„Ziel der gesamten Initiative ist es, Jugendliche zu motivieren, sich gesellschaftlich zu engagieren. Dabei gilt es, bereits in jungen Jahren den Grundstein zum mitdenken, mitreden und mitmischen zu legen“, erklärt Florian Weyand, der im vergangenen Jahr das Abitur am Städtischen Gymnasium Eschweiler ablegte und dort als Schülersprecher fungierte. Entscheidend sei es, Jugendlichen eine Stimme und Wertschätzung zu geben, sie also Ernst zu nehmen. In die gleiche Kerbe schlägt Olaf Tümmeler: „Während meiner Zeit als Mitarbeiter der Mobilen Jugendarbeit gab es in Eschweiler die sogenannten Tischgespräche´, bei denen aber nie Jugendliche dabei waren und die Jugendarbeit selten bis nie zur Sprache kam.

Im Zuge dieses Partizipationsprojekts kam nun die Idee zustande, Jugendliche in einem gemütlichen Rahmen in den Dialog mit den Bürgermeisterkandidaten zu bringen.“ So nahmen Rudi Bertram, Geburtstagskind Wilfried Berndt, Franz-Dieter Pieta, Albert Borchardt und Christian Braune abwechselnd an den fünf Thementischen „Persönliches“, „Jugendarbeit“, „Schule“, „Freizeit- und Kulturangebote“ sowie „Umwelt“ Platz, um Rede und Antwort zu stehen, aber auch selbst Fragen an die Jugendlichen zu stellen.

Fünf Mal 15 Minuten war Dialog angesagt. Danach zogen die Jugendlichen ein insgesamt positives Fazit: „In den Anfangsminuten verliefen die Gespräche noch etwas angespannt. Doch mit zunehmender Dauer wurden alle Beteiligten lockerer“, hat Enver Demirak, Schülersprecher der Realschule Patternhof, festgestellt. Eike Schaefer ergänzt: „Die Kommunalpolitiker haben sich bemüht, auf uns einzugehen. Und es ist gut, deren Standpunkte zu Themen, die uns interessieren, die aber vielleicht gar nicht Teil des Parteiprogramms sind, persönlich zu hören.“

Tobias Cohnen ist überzeugt, dass seine Gesprächspartner ehrliche Antworten gegeben haben. „Dabei ist es sehr interessant, wie unterschiedlich die Meinungen zu bestimmten Themen sind.“ Besser als erwartet fällt das Fazit von Nadine Hudalla aus: „Auch wenn sich der eine oder andere Politiker schonmal herausgeredet hat, finde ich es gut, dass sich die Kandidaten Zeit für uns genommen haben. Jetzt ist es wichtig, dass die Kontakte bestehen und die angesprochenen Themen auf die Tagesordnung kommen und dort bleiben“, so die Ehrenamtlerin des Kinder- und Jugendzentrums St. Peter und Paul. Ein Gedanke, mit dem Nadine Hudalla bei Florian Weyand und Olaf Tümmeler offene Türen einrennt. „Natürlich lautet ein weiteres Ziel von Das geht´, den Dialog zwischen Jugend und Politik auch über den 25. Mai hinaus aufrecht zu halten“, betont der Mitarbeiter des Bildungsbüros der Städteregion.

Olaf Tümmeler hofft derweil auf den Schneeballeffekt: „Von diesem Abend werden die Jugendlichen ihren Freunden und Mitschülern berichten“, ist er zuversichtlich, dass in Zukunft noch mehr Jugendliche die Gelegenheit wahrnehmen, mitzudenken, mitzureden und mitzumischen.

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