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Jüdische Geschichte auf 30 Schautafeln zusammengefasst

Von: Daniel Gerhards
Letzte Aktualisierung:
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Sie zeugen von jüdischem Leben: Mittlerweile gibt es 28 Stolpersteine. Foto: D. Gerhards

Eschweiler. Der Zweite Weltkrieg, der Nationalsozialismus und die Judenvernichtung sind für Nadine Redikop und Simon Kogel sehr weit weg. Sie sind 18 und 16 Jahre alt. Was sie über diese Zeit wissen, haben sie in Geschichtsbüchern gelesen, im Fernsehen gesehen oder von ihren Großeltern gehört. Nun begaben sie sich mit 24 anderen Schülern des Geschichte-Projektkurses des Städtischen Gymnasiums auf Spurensuche in Eschweiler.

Für die Ausstellung „Juden in Eschweiler“ forschten sie zur ehemaligen jüdischen Schule am Langwahn. „Ich finde es sehr interessant etwas über die tragischen Schicksale zu erfahren“, sagt Nadine Redikop. „Man kann nur versuchen, das nachzuvollziehen. Heute ist das ja nicht mehr greifbar“, sagt sie.

Verfügbar sind aber noch historische Dokumente, die offenlegen, was damals geschehen ist. Damit will die Stadt das jüdischen Leben in Eschweiler erlebbar machen. Mit dem Geschichtsverein, der Volkshochschule, der Stadtbücherei, dem Gymnasium und der Waldschule hat Stadtarchivar Horst Schmidt jede Menge Material zusammengetragen, ausgewertet und aufbereitet.

Das Ergebnis wird ab Montag, 4. November, im Foyer des Verwaltungsgebäudes auf rund 30 Schautafeln präsentiert. Anlass für das aufwändige Projekt sei der 75. Jahrestag der Reichspogromnacht, sagt Bürgermeister Rudi Bertram, der die Ausstellung als Auftakt für weitere Forschung an der Historie versteht.

Zu sehen sein werden unter anderem ein von Geschichtsvereinsmitglied Leo Braun erstellter Stadtplan, auf dem die Wohnorte der Juden in Eschweiler im Jahr 1930 eingezeichnet sind, eine Zeittafel zum jüdischen Leben in der Indestadt, Informationen zur Synagoge an der Moltkestraße und zum jüdischem Gebetshaus in Weisweiler, zum Sammellager am Friedhofsweg, zum Antisemitismus in Eschweiler, zur seit 1926 eigenständigen jüdischen Gemeinde, zur Familie Kaufmann-Kadmon.

Grundlage für letztere Schautafel sind die Memoiren von Julius Kaufmann-Kadmon. Schüler der Waldschule haben sich mit Anne Franks Tagebuch beschäftigt und einen „Gegenwartsbezug“ herausgearbeitet. Auch die Erinnerungskultur wird thematisiert: 28 Stolpersteine weisen auf die letzten Wohnorte jüdischer Familien in Eschweiler hin.

Bei vielen Exponaten greift Horst Schmidt auf bestehende Arbeiten zurück. Andere sind nun eigens für die Ausstellung erarbeitet worden – etwa die Forschung zur jüdischen Schule am Langwahn oder die Zeittafel. Zudem werden Fotos aus dem Bestand des Geschichtsvereins gezeigt, die bisher noch nicht bekannt waren.

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