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Jeder kann mitmachen beim Solarpark

Von: Andreas Gabbert und Patrick Nowicki
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Ein Solarpark wie dieser soll
Ein Solarpark wie dieser soll bald in St. Jöris und Röhe entstehen: Die Stadt will Bürgern die Möglichkeit geben, sich zu beteiligen. Foto: imago/Hans-Günther Oed

Eschweiler. Die öffentliche Solarförderung sinkt. Ab dem 1. April gibt es bis zu 20 bis 30 Prozent weniger pro Anlage. Das hindert die Stadt jedoch nicht daran, weiter auf Solarstrom zu setzen.

Nicht nur auf städtischen Gebäuden soll die Sonnenenergie in Strom gewandelt werden, auch in sogenannten „Solarparks” - so die Bezeichnung der Stadtverwaltung. Einer davon wurde vor wenigen Wochen auf den Weg gebracht: Das freie Gelände auf dem Bezirksfriedhof St. Jöris soll für Solarmodule zur Verfügung stehen. Donnerstagabend legte der Planungs-, Bau- und Umweltausschuss den Hebel um für ein weiteres Areal: der Sportplatz Röhe.

Die Stadt als Eigentümerin möchte die Flächen jedoch nicht entwickeln, sondern lediglich verpachten. Die Bürger sollen sich zudem beteiligen können. „Wir denken da zum Beispiel an die Möglichkeit, eine Solargenossenschaft zu gründen”, erläutert der Technische Beigeordnete Hermann Gödde. Auch eine örtliche Bank könne eingebunden werden, bei der man Anteile erwerben oder „ersparen” könne. „Wir wollen mit gutem Beispiel vorangehen und auch Menschen den Zugang zu regenerativen Energien ermöglichen, die keine entsprechende Dachfläche zur Verfügung haben”, sagt Gödde.

Beim Vorhaben in St. Jöris stellt sich im Moment jedoch das Land quer. Um die dort derzeit nicht genutzte Friedhofsfläche für Solaranlagen nutzen zu dürfen, muss der Flächennutzungsplan geändert werden.

Dies gestaltet sich jedoch schwieriger, weil die Behörde einer Umwandlung dort nicht zustimmen will, da solche Anlagen nicht auf der „Grünen Wiese” errichtet werden sollen. „Wir sind auf eine Gesetzeslücke gestoßen”, sieht Hermann Gödde die Stadt weiterhin im Rennen. Allerdings bestehe noch Gesprächsbedarf mit den Landesplanern. Der Optimismus der Technischen Beigeordneten wird auch dadurch genährt, dass unmittelbar an der St. Jöriser Fläche die Trasse der Euregiobahn grenzt. Und die unmittelbare Nähe zu Bahngleisen wird für Solarbereiche ausdrücklich empfohlen.

In Röhe dürfte sich das Verfahren weniger holprig gestalten, da sich das Areal unmittelbar im Siedlungsbereich befindet. Der Alte Sportplatz, unmittelbar an der Autobahn gelegen, war ursprünglich für Neubauten vorgesehen. „Wir wollen die regenerativen Energien fördern und einige städtische Fläche hierzu nutzen”, begründet Hermann Gödde den Plan. Da es sich um ein Bebauungsplanverfahren handelt, können Bürger Einwände erheben. Dem geht eine Umweltprüfung voraus.

Der Technische Beigeordnete ist von Photovoltaikanlagen überzeugt. Trotz der bald verringerten Einspeisevergütung glaubt er, dass sich eine Anlage rechnet. „Das wird der Markt in den nächsten Monaten regulieren”, meint er. Die Stadtverwaltung will in naher Zukunft ein Solardachkataster erstellen, um sich einen Überblick darüber zu verschaffen, wo Bürger Sonnenenergie in Strom umwandeln. „Zudem können wir beratend auftreten, wenn in bestimmten Bereichen das Solarpotenzial nicht ausgenutzt wird”, ist sich Gödde sicher, dass dann Freiflächen für mögliche Anlagen schneller auffallen.

Auf vier städtischen Dächernstehen derzeit größere Anlagen

Nicht nur der Bund, auch die Stadt Eschweiler fördert die Installation von Solaranlagen. Förderungsfähig sind die Errichtung von Solarkollektoranlagen zur Warmwasserbereitung und zur Unterstützung der Raumheizung. Diese Förderung ist von der Kürzung der Einspeisungsvergütung nicht betroffen, da kein Strom in das Netz eingespeist wird.

Auf städtischen Gebäuden sind aktuell vier größere Photovoltaik-Anlagen in Betrieb. Dazu gehören die Sporthalle Eschweiler Ost, das Rathaus, das neue Feuerwehrgerätehaus Weisweiler und das Nebengebäude des Städtischen Gymnasiums an der Gartenstraße.

Da die Kürzung der Einspeisungsvergütung aber nur auf Anlagen angewandt wird, die nach dem 31. März errichtet werden, sind diese Anlagen nicht betroffen.

Außerdem ist die Stadt hier nicht Investor und Betreiber, sondern stellt lediglich die Flächen zur Pacht zur Vergütung. Investor und Betreiber ist das Städtische Wasserwerk, allerdings gehört dieses auch zu einem gewissen Anteil der Stadt Eschweiler.

Eine weitere Photovoltaik-Anlage ist auf der Dachfläche des Gewerbe- und Technologiezentrums (GeTeCe) an der Gartenstraße geplant. „Wie sich das entwickelt, ist nicht zu sagen”, so Stadtsprecher Stefan Kaever.

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