Jazzer unterwegs von der Inde an den Mississippi

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Auf Tour in und um New Orleans: 34 Sänger und Musiker unterwegs mit dem Schulbus.

Eschweiler/New Orleans. Am Wochenende durften 33 Sänger und Musiker von Fats´ Connections das große Jazz-Fest des französischen Viertels von New Orleans miterleben und mit gestalten.

Fats Jazz Cats und The Young Jazz Cats, die beiden Eschweiler Jazzbands, die seit langem schon dabei mithelfen, den Bestand der afro-amerikanischen Kultur zu sichern, Mitglieder der neuen Eschweiler Jazz & Street Academy und des Gospel Train 72 aus Bergisch Gladbach waren eigens dafür angereist. So auch Father leDoux, legendärer Priester der Jazzgründer-Kirche St. Augustine im Stadtteil Tremé, Ascona-Jazzpreisträger 2007.

„Ich habe Eschweiler in sehr guter Erinnerung”, so Father leDoux, „vor allen Dingen das Abschiedskonzert zur 72-Stunden- Sozial-Aktion im Talbahnhof vom Mai 2009. Dass jetzt alle meine Eschweiler und Kölner Freunde hier in New Orleans aufkreuzen, das kommt mir vor wie ein großes Geschenk vom lieben Gott.”

Mit dabei natürlich auch wieder Sheik Richardson, der Initiator der ersten Hilfsaktionen nach Hurricane Katrina - auch er ist den Jazzfreunden der Maas-Rhein-Euregio inzwischen sehr bekannt. Alles wurde von ihm fotografisch festgehalten, und außerdem wirkte noch der Dokumentarfilmemacher Carlos Valladares mit.

Hier nun ein paar Highlights der Benefiz-Reise: Vertraut werden mit der Kultur der afro-amerikanischen Wohltätigkeitsvereine, Dampferfahrt auf dem Mississippi mit den Dukes of Dixieland, vier Bühnenkonzerte der beiden Jazzbands, Eröffnungsparade des Jazzfestes auf der legendären Bourbon Street, Besuch im Katastrophengebiet des so genannten Ninth Ward, in dem zum Beispiel auch Fats Domino wohnt, Besichtigung der Brad-Pitt-Häuser mit Solartechnik und allem Drum und Dran.

Als Höhepunkte der Reise gilt für alle Beteiligten zum einen das Benefiz-Konzert in der Vietnamesischen Schule mit 350 Kindern im Alter von 6 bis 12 Jahren, hier unter Mitwirkung der berühmten Tremé Brass Band und dann am Sonntag die Mitgestaltung der 10 Uhr Messe in der Jazzgründer-Kirche, gemeinsam mit Carol Dolliole leBlancs Chor St. Augustine´s Soulful Voices.

„Was mich dabei am meisten gefreut hat”, so Fats, „ist die Tatsache, dass der neue Priester, Father Quentin Moody, davon überzeugt werden konnte, seinen Vorgänger Father Jerome leDoux zum Co-Zelebrieren einzuladen. Und das fand auch tatsächlich statt.”

In der Messe befragt, wie das für ihn wäre, sagt Father leDoux ganz kurz: „Es ist wie ein großes Nachhausekommen.” Und die gesamte Gemeinde kredenzt ihm einen enthusiastischen Beifall. Dauer der Messe: zwei Stunden.

Die Reise schließt ab mit einer sonntäglichen Straßenparade zum gemeinsamen Lunch in der Gemeindehalle der benachbarten anglikanischen St.-Anna-Kirche. Es gibt natürlich Crawfish (eine Art Garneele) mit Kartoffeln und Maiskolben. Die Kartoffeln, so erläutert Sandra Gordon, die ehemalige Präsidentin des Kirchenrates um Father leDoux, sollen daran erinnern, dass es auch Deutsche waren, die im 18. Jahrhundert die Stadt New Orleans (mit Kartoffeln) vor der Hungersnot bewahrten.
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