Jägerspfad: Grünes Signal für Aus des Bahnübergangs

Von: Patrick Nowicki
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Der Bahnübergang am Jägerspfad hat ausgedient: Stadtverwaltung und Deutsche Bahn haben das Vertragswerk ausgehandelt, die Schranke für immer zu schließen. Die Zustimmung des Stadtrats gilt als sicher. Foto: Patrick Nowicki
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Geduld ist gefragt: Der Sticher Tunnel wird frühestens im Jahr 2022 aufgeweitet. Die grundsätzliche Entscheidung, das Nadelöhr zu entfernen, ist jedoch gefallen. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Für viele Indestädter gehört das Warten auf die Deutsche Bahn zum Alltag. Auch im Eschweiler Rathaus. Nach über 20 Jahren wird immerhin eine Zwischenstation im kommenden Jahr erreicht: die Schließung des Bahnübergangs Jägerspfad und der parallele Neubau eines Tunnels, um als Fußgänger oder Radfahrer von der Burgstraße zum Ringofengelände zu gelangen.

Der Plan sieht vor, dass im Sommer 2018 die Bauarbeiten beginnen, der Tunnel soll sogar noch im Dezember des kommenden Jahres in Betrieb gehen. Ein kleines Fragezeichen setzt der Technische Beigeordnete Hermann Gödde jedoch dahinter: „Dies alles hängt natürlich davon ab, dass die Deutsche Bahn den Zeitplan einhält.“

Jahrelange Vorbereitung

Der Dezernent spricht aus leidvoller Erfahrung. Der erste Termin seiner Amtszeit in Eschweiler beschäftigte sich mit dem Bahnübergang Jägerspfad. Dies war im Jahr 2009. Damals war klar, dass die beiden Verfahren, die Aufweitung des Tunnels Stich und die Schließung des Bahnübergangs, getrennt zu betrachten sind. Erst acht Jahre später kommt es nun zum vertraglichen Schwur, zur Kreuzungsvereinbarung, in der sich die Stadt Eschweiler und die Deutsche Bahn AG zu bestimmten Maßnahmen verpflichten. Dass der Stadtrat dem Vertragswerk in seiner nächsten Sitzung zustimmt, gilt als sicher.

Die Indestadt ist mit vielen Dingen schon in Vorleistung getreten: Bestandteil des Vertrags ist zum Beispiel der Ausbau der Straße Florianweg zwischen Stich und Jägerspfad mit einer Breite von mindestens 6,50 Meter. Diese Arbeiten sind beendet. Auch die T-Kreuzung an der Feuerwache wurde schon um eine Linksabbiegerspur vergrößert. Diese Straßen müssen den Verkehr, der bisher über den Bahnübergang Jägerspfad fließt, zusätzlich aufnehmen. Wie viele Fahrzeuge dies letztlich sein werden, kann man heute noch nicht fundiert sagen.

„Wir werden uns die Ströme nach der Schließung des Übergangs genau anschauen und die Verkehrslenkung entsprechend anpassen“, betont Gödde. Allerdings geht man im Rathaus davon aus, dass sich manche Verkehrsteilnehmer auch andere Wege als über die Röthgener Straße und den Langwahn suchen werden. Denkbar sei jedoch jetzt schon, dass man Fußgängern das Überqueren des Florianwegs erleichtere.

Dass die Schließung des Jägerpfads im kommenden Jahr tatsächlich angepackt wird, hängt auch mit den Plänen der Deutschen Bahn AG für die Strecke Aachen-Köln zusammen. Unter dem Titel „ABS 4“ wird sie in drei Abschnitten ausgebaut, zwei davon sind inzwischen fertiggestellt. Mit der Installation des neuen Stellwerks soll auf den Bahnübergang verzichtet werden.

Auch der Hauptbahnhof soll dann barrierefrei gestaltet werden. Zeitlich abgekoppelt ist davon allerdings die Aufweitung des Sticher Tunnels. Lange hat man im Eschweiler Rathaus gehofft, dass durchgängig ein drittes Gleis zwischen Aachen und Köln gelegt wird. In diesem Fall hätte die Bahn die Überführung am Sticher Berg erweitern müssen. Nun begnügt sie sich mit Überholgleisen in Eschweiler und am Bahnhof Rothe Erde.

Für das Nadelöhr an der Feuerwache gab es in diesem Jahr dennoch gute Nachrichten: Nach einem langen Hickhack steht seit Frühjahr fest, dass die Aufweitung auch von der Deutschen Bahn AG terminiert ist. Nach der aktuellen Planung soll der Verkehr im Jahr 2024 durch den erweiterten Tunnel rollen. Das Verkehrsunternehmen spricht allerdings selbst von einem „Grobterminplan“.

5,22 Millionen Euro

Die Kosten für die Schließung des Bahnübergangs Jägerspfad und den Bau des Tunnels sowie den Lärmschutz an der Bahnstrecke stehen fest: etwa 5,22 Millionen Euro. Die Stadt beteiligt sich mit 1,6 Millionen Euro, muss dieses Geld allerdings nicht alleine aufbringen, sondern erhält voraussichtlich einen Zuschuss in Höhe von 1,2 Millionen Euro. Die Stadt Eschweiler hat ihre Hausaufgaben bereits größtenteils erledigt. Die DB Netz AG wird den kompletten Abbruch des Bahnübergangs übernehmen, den Lärmschutzwall ergänzen, die nicht mehr benötigten Straßenabschnitte abreißen und rekultivieren sowie den Tunnel anlegen.

Aktuell geht man davon aus, dass die Arbeiten im Sommer 2019 abgeschlossen sind.

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