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Isolieren, Dämmen, Verkleiden und Modernisieren

Von: Elisa Zander
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Styropor senkt den Energieverbauch: Bevor eine neue Heizung eingesetzt wird, sollte man über eine Fassaden- und Dachdämmung nachdenken. Foto: Imago/Margit Wild
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Aufmerksame Zuhörer: Aus dem Vortrag von Gerhard Weiß nahmen die Besucher viele hilfreiche Tipps mit. Foto: Elisa Zander

Eschweiler. Die Bundesregierung wirbt mit speziellen finanziellen Anreizen, Energieberater empfehlen diverse Maßnahmen, um Energie einzusparen. Aber welche Schritte sind sinnvoll? Die Infostelle Altbau Plus mit ihrem Sitz in Aachen lädt immer wieder zu Veranstaltungen ein.

Jüngst waren im Rathaus Gerhard Weiß und Beate Schraven zu Gast und erklärten den Besuchern unter dem Titel „Dämmen oder Heizen?“ Optionen zur Dämmung und einem damit verbundenen klug ausgewählten Heizsystem.

Etwa 80 Prozent des Energieverbrauchs in Wohngebäuden wird zum Heizen benötigt. Verloren gehen kann die über unzureichend gedämmte Außenwände, Dächer, Böden und Fenster. Auch Kellerdecken, Speicher- und Spitzböden gehören zu den Bereichen, die bei einer energetischen Sanierung betrachtet werden sollten. Grundsätzlich gilt: Je schlechter die vorhandene Konstruktion ist, desto mehr Dämmung muss aufgebracht werden.

Gerhard Weiß, Energieberater der Verbraucherzentrale NRW und in der der Beratungsstelle in Alsdorf tätig, hat schon viele Vorträge gehalten und ist bei unzähligen Beratungen bei den Menschen Zuhause gewesen. Sein Eindruck: „Viele überlegen etwas zu tun, wissen aber nicht genau, was. Ihr Wissensstand ist sehr unterschiedlich aber alle wollen mehr Informationen.“

Die hält der Berater bereit. Er hat eine Skizze mitgebracht. Darauf ist zu sehen, wo bei einem Altbau wie viel Energie verloren geht. 20 bis 25 Prozent sind es etwa bei Fenstern und Wänden, 15 bis 20 Prozent bei Dächern und natürlich über die Heizung – die bei 30 bis 35 Prozent liegt.

Über 30 Interessierte sitzen in dem Saal im Rathaus und verfolgen aufmerksam die Hinweise, die Gerhard Weiß gibt. Den hohen Zuspruch erklären sich die Organisatoren mit der Aktualität des Themas. „Viele haben ihre Heizungsabrechnung bekommen“, sagt Beate Schraven. „Da kommt man ins Grübeln.“

Doch eines macht Schraven von vornherein klar: „Es gibt nicht die eine, richtige Lösung. Jedes Haus ist anders und nicht jedes Dämm- und Heizsystem passt dazu. Man kann nicht sagen, die eine Lösung ist schlecht und die andere gut – man muss das auf das Gebäude abstimmen.“ Die Architektin vertritt an diesem Abend den Verein Altbau Plus und gibt den Besuchern ebenso wertvolle Tipps an die Hand, wie einige Mitarbeiter energieeffizienter Fachbetriebe, die ebenfalls an dem Abend vor Ort sind.

Bevor man über ein neues Heizsystem nachdenkt, sollte man sich erst vergewissern, ob man mit wenig Investition die alte Heizung verbessern und somit Kosten reduzieren kann. Schwachstellen bei einer Ölheizung sind beispielsweise hohe Kesseltemperaturen, überdimensionierte, alte Pumpen und hohe Querschnitte in den Rohren. „Die Wasserpumpe versorgt das Haus 24 Stunden mit warmem Wasser“, erzählt Weiß. „Dabei benötigt man das vielleicht eine halbe Stunde am Tag.“ Mit einer Zeitschaltuhr könne man das umgehen.

Bei einer Sanierung der Anlage sollte man nach dem Prinzip vorgehen: „Die Heizung muss zur Dämmung und der Nutzung passen“, sagt Gerhard Weiß. Ist das Gebäude beispielsweise schlecht gedämmt, kann der hohe Energieverbrauch nur schlecht mit einer Wärmepumpe, speziell einer Luftwärmepumpe, abgedeckt werden. „Denn dann steckt man da zu viel Strom rein“, erläutert Beate Schraven. Bei einem Neubau hingegen ist die Wärmepumpe eine Alternative, „vor allem wenn man in Richtung Passivhaus gehen möchte“, erklärt Schraven weiter.

Diese Möglichkeit und die bauliche Vorgehensweise erläutert Gerhard Weiß. Ebenso geht er für das Blockheizkraftwerk und Holzpellet-Heizsysteme vor. „Zwar sind die Anschaffungskosten bei einer Holzpelletheizung sehr hoch, aber der Verbrauch ist sehr niedrig. Und auch wenn die Preise für Pellets deutlich gestiegen sind, liegen sie immer noch weit unter den Preisen für Öl und Gas“, sagt der Energieberater. Auch die baulichen Voraussetzungen müssen stimmen. Denn für Pellets benötigt man einen Lagerraum. „Und man darf nicht vergessen: Öl und Gas werden auch teurer. Denn diese Brennstoffe sind endlich.“ Darum solle man sich bei einer Neuanschaffung gut überlegen, welchen Weg man geht.

Die Möglichkeiten sind vielfältig. Eines wird dabei deutlich: Ist der Heizkessel älter als 15 bis 20 Jahre, kann sich ein Austausch gegen ein modernes Heizsystem schon lohnen. Das schont nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Umwelt.

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