Eschweiler - Interaktive Ausstellung: Weniger Lebensmittel verschwenden

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Interaktive Ausstellung: Weniger Lebensmittel verschwenden

Von: jana
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Ziel ist es, die Verbraucher für den Wert und den sachgerechten Umgang mit Lebensmitteln zu sensibilisieren: Nicoll Parthey (links) und Oliver Ferfer (AWA) sowie Birgit Linnartz (Sparkasse) freuen sich auf Besucher der interaktiven Ausstellung „Wertschätzen statt Wegwerfen“. Foto: Jana Röhseler

Eschweiler. Jedes achte Lebensmittel, das gekauft wird, wird weggeworfen. Etwa elf Millionen Tonnen Nahrungsmittel landen jedes Jahr im Müll. Das entspricht 275.000 voll beladenen Lastwagen. Mit diesen beunruhigenden Fakten ging 2012 das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft an die Öffentlichkeit.

Besonders erschütternd wirken diese Informationen vor dem Hintergrund, dass weltweit immer noch 805 Millionen Menschen unterernährt sind. In 39 Ländern gilt die Ernährungslage nach dem Index der Welthungerhilfe als „ernst“. Grund genug für die Europäische Union, die Lebensmittelverschwendung zu einem der Schwerpunktthemen im Jahr 2014 zu erheben.

„Wertschätzen statt wegwerfen“

Im Rahmen der Europäischen Woche greift nun auch die AWA Entsorgung GmbH das weltweit brisante Thema zur Abfallvermeidung auf und spricht die Verbraucher mit ihrer interaktiven Ausstellung „Wertschätzen statt Wegwerfen“ an. Der überwiegende Teil der Lebensmittelabfälle wird nämlich nicht von Industrie und Handel verursacht, sondern von den Verbrauchern selbst. 61 Prozent der weggeworfenen Lebensmittel, insbesondere die frischen, für eine ausgewogene Ernährung wichtigen Produkte, stammen aus den Haushalten. Zwei Drittel davon könnten laut Bundesministerium vermieden werden. Wie man aktiv zu einer Änderung dieser misslichen Lage beitragen kann, zeigt die Ausstellung seit Sonntag in den Räumen der Sparkasse Marienstraße an sechs interaktiven Stationen.

„Wer sich an gewisse Tipps hält, kann zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen beitragen“, erklärt Nicoll Parthey, Abfallberaterin bei der AWA. „Oft wird zu viel und ungeplant eingekauft. Das Essen wird falsch gelagert oder das Mindesthaltbarkeitsdatum mit dem Wegwerfdatum verwechselt. Dem wollen wir mit unserer Ausstellung entgegenwirken“, betont Parthey.

An der ersten Station werden die Besucher mit den „harten Fakten“ der Lebensmittelverschwendung konfrontiert. In Deutschland wirft fast jeder 82 Kilogramm an Nahrungsmitteln jährlich in den Müll (BMEL, Universität Stuttgart 2012). Etwa 53 Kilogramm könnten davon vermieden werden. 235 Euro gibt jeder von uns im Schnitt jährlich für Nahrungsmittel aus, die am Ende in der Tonne landen. Nahrungsmittel, die irgendwo anders auf dieser Welt Leben retten könnten.

Was kann man also dagegen tun? Dies zeigen die folgenden Stationen, die unter anderem Themen wie Essensplanung, richtige Lagerhaltung sowie Resteverwertung behandeln.

„Gerade die Unkenntnis des Unterschiedes zwischen Haltbarkeits- und Verbrauchsdatum führt viele Leute dazu, Joghurt, Aufschnitt und andere Lebensmittel wegzuwerfen. Und das, obwohl sie noch genießbar wären“, bedauert Nicoll Parthey. Dabei ist das Mindesthaltbarkeitsdatum kein Wegwerfdatum. Es zeigt lediglich an, wie lange ein Produkt mindestens seine typischen Eigenschaften behält, etwa Farbe und Konsistenz. Grundsätzlich gilt dabei: Was gut schmeckt, gut riecht und gut aussieht, ist in aller Regel auch noch essbar.

Auch über die richtige Lagerung von Obst, Gemüse und Brot werden die Verbraucher bestens informiert. Mithilfe einer großen Magnetwand, die den Inhalt eines Kühlschrankes darstellt, können die Besucher selbst ihr Wissen testen und Käse, Geflügel und Salat den jeweiligen Fächern zuordnen. Für die Kleinsten gibt es zusätzlich einen Bastelbogen. Schließlich kann man nicht früh genug lernen, wie man mit Lebensmitteln richtig umgeht.

Eine weitere Maßnahme, der Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken, ist das „Restekochen“. Früher war das Verwerten von Resten – wenn auch aus der Not heraus – üblich, heutzutage ist es in Vergessenheit geraten. Dabei kann man aus Resten noch wahre Köstlichkeiten zaubern. Eine bunte Auswahl an Kochbüchern zeigt, wie man ganz einfach mit übrig gebliebenen Kartoffeln und Gemüse auch am nächsten Tag noch traditionelle oder exotische Gerichte zubereiten kann.

„Gänzlich vermeiden lassen sich Lebensmittelabfälle nicht. Allerdings sind auch Nahrungsmittel Wertstoffe bis zum Schluss und gehören in die Biotonne“, erläutert Nicoll Parthey an der letzten Station der Ausstellung. In einer „Fühlbox“ können dort spielerisch zulässige und nicht zulässige Verpackungen für Bioabfälle ertastet werden.

Erheblicher Schaden

Gleich daneben verdeutlicht die Städteregion mit ihrer Ausstellung „Klimaschutz schmeckt“ den engen Zusammenhang von Lebensmittelproduktion und CO2-Emissionen. Dass wir die Umwelt mit unserem Verhalten gravierend belasten, ist den meisten nicht bewusst. Etwa 30 Prozent der weltweiten Treibhausgase sind auf unsere Ernährung zurückzuführen. Gerade durch die unnötige Erzeugung und den Transport von Lebensmitteln wird der Umwelt ein erheblicher Schaden zugefügt. Ein erster Schritt gegen diese gefährliche Entwicklung sollte es sein, regional und saisonal einzukaufen. Denn, mal ganz ehrlich: Wer braucht im Herbst schon eingeflogene Erdbeeren, wenn es gleichzeitig um die Ecke herrlich-süße Äpfel und Zwetschgen gibt?

Die Wanderausstellung der AWA ist vom 24. bis 28. November in der Sparkasse an der Marienstraße zu sehen.

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