Eschweiler - Integrationskurse: Viele wollen Deutsch lernen

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Integrationskurse: Viele wollen Deutsch lernen

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Die Integrationskurse an der VHS in Eschweiler sind beliebt: 472 Migranten ließen sich in sieben Wochen beraten. Foto: ddp

Eschweiler. „Die Nachfrage bei den Deutschkursen für Ausländer ist riesig”, betont Hans-Werner Schmidt, der Leiter der Eschweiler Volkshochschule. Anders als in vielen anderen Städten können in Eschweiler diese Kurse noch durchgeführt werden.

Schmidt: „Wir haben keine Probleme, aber viele andere Träger haben welche.” Und zwar, weil kein Geld mehr da ist. Der Finanztopf beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge ist leer - vor allem, weil seit 2009 von den Arbeitsgemeinschaften nach dem Sozialgesetzbuch II (ARGE) viele Menschen zu diesen Kursen verpflichtet werden.

Das Ergebnis: Wer als EU-Ausländer jetzt Deutsch lernen und sich besser integrieren will, wird vertröstet. Es gibt eine dreimonatige Wartefrist. Unterricht bekommt in vielen Städten nur noch, wer von Amts wegen zum Deutschkursus verpflichtet wird. Das sind in der Regel Hartz-IV-Bezieher.

Besonders vor dem Hintergrund der sogenannten Sarazzin-Debatte und der Forderung von Bundespolitikern nach besserer Integration von Ausländern stößt die Finanzknappheit des Bundesamtes bei den Trägern der Integrationskurse auf Unverständnis. In manchen Städten mussten schon Kurse ausfallen. Nicht so in Eschweiler. Das liege aber, so lobte Schmidt seine Mitarbeiterin, daran, „dass Malgorzata Müller sehr ideenreich und kommunikativ mit Ämtern verhandelt und vieles noch möglich macht”.

Ansonsten hält Schmidt die mangelnde Finanzierung der Integrationskurse für kontraproduktiv, gerade auch, weil die Integrationsbereitschaft so groß ist. Sein Fazit: „Unsere Kurse sind gefüllt, die Nachfrage ist riesig. Jeden Tag sind Menschen zur Beratung da, manchmal stehen sie die ganze Treppe runter.”

Wie groß das Interesse von Ausländer in Eschweiler ist, Deutsch zu lernen, lässt sich an den Beratungszahlen ablesen. Malgorzata Müller auf Anfrage unserer Zeitung: „In sieben Wochen haben wir 472 Migrantinnen und Migranten beraten, also mehr als 60 Personen in der Woche!”

Den großen Zulauf in Eschweiler von Menschen, die Deutsch lernen wollen, führt Müller neben dem allgemeinen Interesse an Integration auch darauf zurück, „dass wir ein Prüfungszentrum geworden sind, wir haben hohe Qualität, eine mehrsprachige Beratung, und arbeiten eng mit mehreren Ämtern zusammen.”

Dass die Volkshochschule das Problem besser in den Griff bekommt als manche Träger in anderen Städten, führt Malgorzata Müller auch auf die lange Erfahrung zurück. „Seit mehr als 30 Jahren gibt es an der VHS Eschweiler Deutschkurse. Mit dem Beginn der Integrationskurse ist der Bereich der normalen Deutschkurse bei uns nicht abgeschafft worden, wie bei manchen kleineren Volkshochschulen. Deshalb sind wir nicht auf das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge allein angewiesen.”

Die Zusammenarbeit mit diesem Bundesamt sei hervorragend, besonders mit dem neuen Regionalkoordinator. Man spüre, dass dort der Mensch im Mittelpunkt stehe, und nicht irgendeine Akte.
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