Eschweiler - „Inselaffe” Mark Britton zum vierten Mal in Eschweiler

AN App

„Inselaffe” Mark Britton zum vierten Mal in Eschweiler

Von: abd
Letzte Aktualisierung:
britton2_
Skurrile Pantomime und akzentreicher englischer Humor: Mark Britton begeisterte im Talbahnhof. Foto: Andr Daun

Eschweiler. „Mark Britton” - Dieser Name ist in Eschweiler alles andere als unbekannt. Zum vierten Mal war der beliebte Kabarettist jetzt zu Gast im Kulturzentrum Talbahnhof.

In seinem One Man Comedy Theatre berichtete der gebürtige Engländer von seiner „Kindheit im Regen”, seiner Jugendliebe und seinem skurrilen Familienleben und stellt schmunzelnd fest: „Manchmal ist das Leben an sich schon ein Kabarettstück”.

Mit akzentreichem Wortwitz und kuriosen Phantomimie- Einlagen ließ Britton seinem losen Mundwerk freien Lauf und riss so das Publikum aus der Indestadt in seinen Bann. „Welcome to Britain” begrüßt Mark Britton seine Zuhörer am Talbahnhof und entschuldigt sich gleich für seine Herkunft: „Wir sind doch alle eine große Familie und stammen wissenschaftlich alle vom Affen ab.”

Einziger Unterschied: Der Inselaffe Engländer kann nur links fahren, nicht kochen und keine Elfmeter schießen. Seit über 15 Jahren wohnt der Kabarettist aber jetzt in Deutschland, fühlt sich hier als „Ausländer auf höchstem Niveau” sehr heimisch. Verheiratet ist Britton mit einer Deutschen. Und diese Ehe bringt so einige Tücken mit sich: So erwartet seine Frau beispielsweise gewisse handwerkliche Fertigkeiten. Britton aber fühlt sich als „Engländer” dazu überhaupt nicht imstande - da wäre selbst Bob der Baumeister talentierter.

Zwei Kinder, der eine fünf, der andere 15 Jahre alt, bringen Schwung in den Alltag der beiden. Da seien alle Probleme dabei, vom Kiffen bis zum Krippenspiel. Zuhause wird weder Deutsch noch Englisch gesprochen, hier steht Denglisch auf dem Programm: „Darling, where is my fucking Schlüssel?”

Keine optimale Lösung, aber immer noch besser als Holländisch, nach Britton „die einzige Sprache auf der Welt, die unter Bronchitis leidet.” Denglisch ist übrigens eine Sprache, die für Engländer kaum zu verstehen ist, da wird „Coffee to go” schnell zu einem koffeinhaltigen Getränk aus dem afrikanischen Togo.

Ein Alptraum für Britton sind militante, fast schon aggressive Eltern, deren Kofferraumklappe ein „Baby on Board”-Sticker ziert. Für ihn sind das die Kandidaten, die selbst die Pampers ihrer Sprösslinge sortieren: einen Teil gelben Sack und den Rest in die Biotonne.

Ein weiteres besonders leidiges Thema ist die Pubertät seines Sohnes. Nicht ohne Grund melden sich Eltern von Teenagern beim Elternabend wie Mitglieder bei den Anonymen Alkoholikern. Aber der Engländer stellt fest: „Wir waren ja alle mal Teenager und es war für alle nicht leicht.” In der Pubertät folge ein Höhepunkt nach dem anderem: Das erste Mal besoffen, das erste Piercing und dann das erste Mädchen geschwängert. Die erste Freundin seines Sohnes für Britton übrigens das Michelin Mädchen 2011: Sie hat Hüften wie ein Muffin mit einem Bauchnabelpiercing, fast wie ein Reifen mit einem Nagel drin.

Typische Teenager-Krankheiten: Die „Allergie gegen frische Luft” und „keine Kraft zum Helfen im Haushalt, aber genug zum Playstation spielen”. Außerdem ist alles peinlich - vor allem die Eltern. Teenager haben ein Verhältnis zu ihren Eltern wie Dracula zum Tageslicht.

Ohne Bühnenbild oder Requisiten stand Britton auf der Bühne, bewaffnet mit seiner einmaligen Körpersprache und englischem Humor. Der Auftritt in Eschweiler war für ihn wieder etwas ganz besonderes- und das wird er sich auch in Zukunft sicherlich nicht nehmen lassen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert