Eschweiler/Stolberg - In Stolberg wird der Polizeichef erstmals „Blau”

AN App

In Stolberg wird der Polizeichef erstmals „Blau”

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
pasternak24bu
Stets um das Wohl seiner Beamten bei Einsätzen besorgt: Polizeidirektor Uwe Pasternak in der Stolberger Leitstelle mit Polizeikommissar Jörg Müller und dem Leiter des Wachdienstes Süd, Erster Polizeihauptkommissar Kurt Bremer (v.l.).

Eschweiler/Stolberg. „Wir sind flexibler geworden”, sagt Uwe Pasternak. Dank des Controllings, permanenter Lagebeurteilung, vorausschauender Einsatzplanung und individuell mobilisierbarer Kräfte kann die Polizei heute besser auf Probleme reagieren oder ihnen gar präventiv begegnen. Die Polizeidirektor leitet die Inspektion 2.

Sein Dienstsitz ist die Wache an der Stolberger Mauerstraße, sein Einsatzraum erstreckt sich auf das komplette ehemalige Kreisgebiet. Rund 220 Beamtinnen und Beamte stehen Pasternak für den regulären Wachdienst sowie für den Bezirks- und Schwerpunktdienst zur Verfügung; hinzu kommen Kräfte aus dem Präsidium für besondere Einsatzmaßnahmen.

„Der tägliche Dienst ist unser Kerngeschäft”, sagt Pasternak. Darüber hinaus koordiniert der Stolberger Polizeichef als Regionalbeauftragter die Zusammenarbeit mit Kriminal- und Verkehrskommissariaten sowie den Kommunen im Inspektionsgebiet. Das gilt für Uwe Pasternak als eine besonders interessante Herausforderung, die mit ihrer Grenznähe zu Belgien und den Niederlanden seit eineinhalb Jahren neu für den Polizeidirektor ist.

Demos und Staatsbesuche

Denn der stammt eigentlich aus Rheinland-Pfalz. 1959 wurde Pasternak in Wissen an der Sieg im Westerwald geboren. Seine Ausbildung bei der Polizei startete der heute 51-Jährige aber nach seiner mittleren Reife im mittleren Dienst bei der nordrhein-westfälischen Polizei.

Hier machte er auch Karriere. Zunächst im Rhein-Sieg-Kreis, Laufbahnwechsel in den gehobenen Dienst, Studium an der Fachhochschule für Verwaltung in Köln, Dienstgruppenleiter, Leitstelle und Einsatzstab sind weitere Stationen. Beim Polizeipräsidenten in Bonn erlebt er Anfang der 90er Jahre Demonstrationen ebenso wie Staatsbesuche aus dienstlicher Sicht beim Stab für Einsätze aus besonderem Anlass. 1996 hat Pasternak erfolgreich bei der Polizeiführungsakademie Münster den Schritt in den höheren Dienst genommen.

Dem privaten Umzug in den Rhein-Sieg-Kreis folgten Verwendungen als Leiter der Inspektion in Siegburg sowie des Stabes, und in Leverkusen durfte er als Inspektionschef auch ein waches Auge auf Bayer haben - auf das Werk ebenso wie auf den Klub. „Der spielte damals sehr erfolgreich”, schmunzelt Pasternak.

Wenn´s im Stadium und seinem Umfeld ruhig blieb, konnte er auch schon mal ein Auge für eine Champions-League-Begegnung riskieren. Kam Köln zu Bayer, blieb dafür keine Zeit. Da musste Pasternak sich auf seine Polizeiarbeit konzentrieren. Solche Erfahrungen durfte er bei der Vorbereitung der Fußball-WM 2006 als Mitglied der bundesweiten Projektgruppe einbringen.

2005 wechselte Uwe Pasternak als Leiter der Inspektion nach Gummersbach und wurde mit der Übernahme der Organisationsstruktur aus Aachen Leiter Gefahrenabwehr/Einsatz im Oberbergischen Kreis.

Gewaltbereitschaft nimmt zu

Als die Stelle in Stolberg frei wurde, bewarb er sich - „zur beruflichen Weiterentwicklung”. Mit dem Wechsel in die Kupferstadt wird Uwe Pasternak erstmals „blau” - er wechselt also vom alten Polizeigrün in die neue blaue Uniform. Und macht eine gute Figur darin. Die jüngst präsentierte Unfallstatistik zeigt weitgehend nach unten. Schwerwiegende Konfliktbereiche sind selten im Inspektionsgebiet. Wenige Brennpunkte in jüngerer Zeit hat er durch Schwerpunkteinsätze und umfassender Polizeipräsenz „mit zufriedenstellendem Ergebnis” entschärfen können: Beispielsweise eine Häufung von Straßen- und Gewaltkriminalität in Alsdorf und Eschweiler sowie Kfz-Kriminalität und Verkehrsdelikte am Blausteinsee. Stolberg selbst weist aus polizeilicher Sicht aktuell keine Brennpunkte auf.

Aber die Arbeit von Uwe Pasternak ist vor allem auf die Zukunft ausgerichtet. Derzeit arbeitet er an Konzepten für den Frühling. Drogen- und Alkohol, Tempoverstößen und die bevorstehende Motorrad-Saison werden Schwerpunkte in den kommenden Wochen sein. Neben dem Tagesgeschäft, in dem mit einem „effizienten Personaleinsatz ausreichende Präsenz” gezeigt werde. Und in dem spielt häusliche Gewalt eine zunehmende Rolle, klagt der Polizeidirektor über eine sorgenvolle Entwicklung.

Sorgen macht sich der Stolberger Polizeichef aber auch um seine Mitarbeiter. „Ich wünsche mir, dass die Beamten immer heil und gesund von ihren Einsätzen zurückkehren werden”, betont Uwe Pasternak. Denn auch die Gewaltbereitschaft gegenüber der Polizei nehme immer weiter zu. „Das ist besorgniserregend.”

Zur Person des Inspektionsleiters

Uwe Pasternak, Jahrgang 1959, ist verheirateter Vater einer 21-jährigen Tochter und lebt mit seiner Familie im Rhein-Sieg-Kreis. Bergwandern, Tennis und Jogging zählen zu seinen aktiven Hobbys. Beim Sammeln von Uhren und dem Lesen historischer Literatur mit den Schwerpunkten Mittelalter und römische Zeit findet er ebenfalls Entspannung.

Den Dienst in Stolberg möchte Pasternak in seiner Freizeit auch als Ausgangspunkt nutzen, um die Umgebung näher kennenzulernen. Eifelsteig, Nationalpark Eifel und Naturpark Eifel-Ardennen sind als Ziele für Wanderungen und Ausflüge schon einmal ins Auge gefasst.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert