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In Dürwiß bleiben die Rackets weiter in der Tasche

Von: pan
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Eine schöne Anlage, keine Spieler: Die Zukunft der Tennisanlage am Freibad ist ungewiss. Foto: Günther Paulsen

Eschweiler. Häufig erklingt auf Tennisplätzen der Ausruf: „time!” Dies geschieht dann, wenn sich der Spieler zu viel Zeit zwischen den einzelnen Spielen lässt. Der Ruf des Tennisclubs Rot-Weiß Dürwiß müsste jetzt durch die ganze Stadt schallen.

Dem Verein laufen die Mitglieder weg, weil die Anlage am Freibad nach wie vor nicht so genutzt werden kann, dass ein funktionierender Spielbetrieb möglich ist. Dies sagen zumindest die Verantwortlichen des eingetragenen Vereins. Seit über zwei Jahren kämpfen sie um den Fortbestand, genau so lange warten sie auf eine Lösung.

In Dürwiß bekam der weiße Sport schon vor einigen Jahren Flecken: Immer wieder kam es zu Differenzen mit dem Pächter der Anlage, mit Josef Corsten. Sie gipfelten in einem Kündigungsschreiben am 1. Oktober 2007. Darin heißt es: „Nach nunmehr 35-jähriger Tätigkeit in unserer Tennisanlage haben wir uns dazu entschlossen, in den Ruhestand zu treten. Aus diesem Grunde wird die Anlage Rot-Weiß Dürwiß ab der nächsten Saison 2008 nicht mehr geöffnet.” Mit diesem Brief stand der Verein plötzlich ohne Sportstätte da. Dabei legt der Erbpachtvertrag fest, dass dort die Möglichkeit bestehen bleiben muss, Tennis zu spielen.

Die Vereinsvertreter wandten sich an Stadt und Politik. „Ich habe das Gefühl, dass man dort nur hingehalten wird”, meint der 2. Vorsitzende Dieter Wilhelm heute. Nach ungezählten Telefonaten und zahlreichen Gesprächsrunden riss platzte den Vereinsvertretern die Hutschnur. Zunächst musste die vertragliche Situation geklärt werden, dann beschloss der Stadtrat im Dezember des vergangenen Jahres, das Areal zu kaufen. Diese Möglichkeit lässt der Pachtvertrag zu. Ein Gutachterausschuss schätzte den Wert der Anlage. Doch zu einer Übernahme kam es nicht, denn inzwischen liegt ein Gegengutachten vor, dass einen wesentlich höheren Wert ansetzt. „Die Stadt ist nur bereit, den vom ersten Gutachten festgestellten Preis zu bezahlen”, räumt Bürgermeister Rudi Bertram ein.

Aus der Sicht des Verwaltungschefs komme der Pächter derzeit seiner rechtlichen Verpflichtung nach, die Anlage für Tennissportler zu öffnen. Dem widersprechen die Verantwortlichen des Tennisclubs Rot-Weiß. Erst im April 2009 kündigte der Anwalt des Pächters an, dass der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden könne. Die Vereinsvertreter hakten nach: 30 Euro sollte die Nutzung pro Person für eine Stunde kosten - üblich sind zehn Euro für Sandplatzanlagen im Sommer. „Das sind Spielverhinderungskosten”, wettert Dieter Wilhelm. Zudem müsse man sich mindestens einen Tag vorher telefonisch anmelden. Wieder versuchte sich die Stadt als Vermittler. Allerdings lehnten die Vereinsvertreter diesmal ein erneutes Gespräch ab.

„Dies ist eine der schönsten Anlagen in der ganzen Region und die geht vor die Hunde”, sagt Geschäftsführerin Karin Meier. Wie es mit dem Verein weitergeht, wissen die Vertreter von Rot-Weiß nicht. Dies müssen die Mitglieder in der turnusgemäßen Jahreshauptversammlung festlegen. Allerdings machen sie nicht den Eindruck, den Schläger einpacken zu wollen: „Hier versucht jemand offensichtlich, den Verein als Druckmittel einzusetzen”, meint Dieter Wilhelm.

Bürgermeister Rudi Bertram betont: „Wir wollen natürlich den Tennissport dort erhalten, das ist ein einstimmiger Beschluss.” Aber nicht zu jedem Preis.
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