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In der Region ist die Römerzeit noch immer präsent

Von: jope
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Nicht nur das Kolosseum in Rom
Nicht nur das Kolosseum in Rom zeugt vom einstigen Imperium Romanum: Wie stark der römische Einfluss in der hiesigen Region war demonstrierte Armin Meißner anhand des Beispiel Jülichs. Foto: imago stock&people/ imagebroker

Eschweiler. „Das Ende der Antike darf man nicht mit dem Untergang eines Ozeandampfers vergleichen!” Dies schrieb wohl noch unter dem Eindruck der Titanic-Katastrophe der Philosoph Oswald Spengler in seinem aufsehenerregenden Buch „Der Untergang des Abendlandes”.

Er wollte damit den verängstigten Zeitgenossen sagen: Das, was wir in Geschichte und Gegenwart als Zusammenbruch, Dekadenz und Barbarei wahrnehmen, ist oft auch eine Zeit des Überganges. Eine Zeit, in der die neuen Herrn auch aus Eigennutz vieles Alte bewahren. In diesem Sinne hielt jetzt der Eschweiler Historiker Armin Meißner im Kulturzentrum Talbahnhof seinen Vortrag „Der Untergang des Römischen Reiches in unserer Heimat”. Meißner folgte damit den Argumenten, die er im vergangenen Jahr beim Referat über die Merowinger, die erste fränkische Herrscherfamilie nach der Vertreibung der Römer in der heutigen Euregio, vertreten hatte.

Wie stark römischer Einfluss fast ein Jahrtausend nach Ende der „Römerzeit” sein kann, wies Armin Meißner anhand des nahe gelegenen Jülichs nach: „Die alte römische Stadtbefestigung blieb bis ins späte Mittelalter erhalten.” Auch im nicht weit entfernten Zülpich wirkt das Imperium Romanum, sogar bis heute, fort: Die Thermen wurden so originalgetreu wie möglich in einem neuen Museum nachgebildet.

Zülpich war auch der historische Ort, der ein ideelles und sprachliches Weiterleben des Römischen Reiches im nun germanisch dominierten Westeuropa ermöglichte. 496 siegte nämlich dort der Frankenherrscher Chlodwig über die Alemannen. Mit der Vorherrschaft der katholischen Franken in unserer Heimat siegte auch das in Liturgie, „Latein” und Priesterkleidung römische geprägte Christentum über romfremde „Ketzereien” wie der bei den Germanen bis dahin vorherrschende Arianismus. Dieser leugnete die Gottesgleichheit Jesu. In der Kaiserkrönung Karls des Großen im Jahre 800 gipfelte das vom Aachener Karls-Biografen Max Kerner zuletzt so bezeichnete „welthistorische Bündnis” zwischen Franken und römischem Papsttum.

Römisches Weiterleben wies Armin Meißner auch per Dias etwa in Bonn, Schwarzrheindorf (Einflüsse der Römerzeit auf die Romanik) und Köln nach, wo man laut dem Bestseller-Buch von Rudolf Pörtner „mit dem Fahrstuhl in der Römerzeit” fahren kann. Das unterirdische Köln hat christliche Katakomben ebenso freigelegt wie heidnische Kultorte und ein Prätorium als Regierungssitz des römischen Statthalters. Trier mit seinen Basiliken und Thermen gar kann man als das „deutsche Rom” bezeichnen. Da der Geschichtsverein 2012 dorthin reist, bildeten Trier-Bilder den Abschluss des Vortrages in Kooperation mit der Volkshochschule Eschweiler.
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