In der Kreuzkirche reißt es die Zuhörer von den Sitzen

Von: ran
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Ob sakrale Chormusik, spirituelle Gospelsongs oder deutsche „Ohrwürmer“: Die Sänger des MGV Sängerbund Dürwiß und der Chorgemeinschaft Hastenrath sahen sich unter der Leitung von Achim Prinz jeder Aufgabe gewachsen. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Musikalische Kontraste kennzeichneten das Herbstkonzert des MGV Sängerbund 1883 Dürwiß und der Chorgemeinschaft Hastenrath, das am frühen Sonntagabend einmal mehr zahlreiche Musikliebhaber in die vollbesetzte Evangelische Kreuzkirche nach Dürwiß lockte.

Unter der Gesamtleitung von Achim Prinz und der Mitwirkung der beiden großartigen Gesangssolisten Katharina Rowena Oliver (Sopran) und Martin Hurkens (Tenor), die von der Konzertpianistin Margreet Wesseling begleitet wurden, sowie Ursula Ritzen als Chorbegleitung am Klavier, gelang es allen Beteiligten, einen Bogen von sakraler Chormusik sowie geistlich inspirierten Spirituals und Gospelsongs über mitreißende Opern- und Operettenmelodien bis hin zu deutschsprachigen „Ohrwürmern“ zu schlagen.

Kontrapunkte, die dem Konzerttitel „Dein ist mein ganzes Herz“ gerecht wurden und das Publikum immer wieder zu stürmischem Applaus und vereinzelten „Bravo“-Rufen veranlassten.

Schon während der ersten Minuten des Konzerts stellten die Interpreten des MGV Sängerbund Dürwiß und der Chorgemeinschaft Hastenrath ihre Wandlungsfähigkeit unter Beweis, als sie in unmittelbarer Folge zunächt das sakrale Werk „O Sacrum convivium“ von Lodovico Viadana anstimmten, um kurz darauf die spirituelle Kraft afroamerikanischer Gospelmusik mit den Titeln „Soon ah will be done“ und „Shine on me“ zu demonstrieren und damit die Atmosphäre der in einen wunderschönen Konzertsaal verwandelten Kirche bestens wiederspiegelten.

Franz Schuberts „Abendfrieden“ und Kurt Lißmanns „Wenn alle Brünnlein fließen“ erklangen unter der Überschrift „Chorlieder ihrer Zeit“, voll beschwingter Heiterkeit interpretierten die Sänger auch das von Wilhelm Heinrichs komponierte Lied „Zu Lauterbach“, in dem ein Hallodri während einer Sause nicht nur eine Socke, sondern auch sein Herz verliert.

Besondere Herausforderungen

Vor „besondere rhythmische und textliche Herausforderungen“ wurden die Sänger nach den Worten des Ehrenvorsitzenden Andreas Keuter, der das Publikum als Moderator durch das abwechslungsreiche Programm führte, bei den Proben der Klassiker „Über den Wolken“, „Ich war noch niemals in New York“ und „Die kleine Kneipe“ gestellt. Doch auch Reinhard Mey, Udo Jürgens sowie Peter Alexander wären ob der Vorträge der „Chormusik in neuem Gewand“ wohl begeistert gewesen.

Die Zuhörer in der Kreuzkirche waren es jedenfalls, nahmen die Einladung zum Träumen dankbar an, klatschten, schunkelten und verstärkten den Chor mit zusätzlichen Stimmen.

Einen Ohrenschmaus besonderer Güte boten Katharina Rowena Oliver und Martin Hurkens. Die auf den Philippinen geborene Sopranistin, die ihre Gesangsausbildung an der „High School of the Arts“ sowie an der „University of the Philippines - College of Music“ in ihrer Heimat absolvierte und in den Jahren 1999 bis 2003 Teil der renommierten „Philippine Madrigal Singers“ war, unterstrich sowohl ihr Stimmvolumen als auch ihre Wandlungsfähigkeit mit einer pointierten Interpretationen des „Ave Maria“ von Giulio Caccini, drohte während der Arie „O mio babbino Caro“ aus der Puccini-Oper „Gianni Schicchi“ mit Selbstmord und überzeugte ebenso in der Rolle der Almirena, die in Georg Friedrich Händels Oper „Rinaldo“ die Arie „Lascia ch´io pianga“ zum Besten gibt.

Abend voller Überraschungen

Martin Hurkens, im Jahr 2010 Sieger der Show „Holland´s got Talent“, verzauberte zunächst mit dem Titellied „Dein ist mein ganzes Herz“ aus der Lehar-Operette „Land des Lächelns“. Ein Raunen ging durch das Publikum, als der Tenor, der in Kürze zu Tourneen nach Taiwan und China aufbrechen wird, gegen Ende des Konzerts mit den donnernden Worten „Es steht ein Soldat am Wolgastrand“ das Erfurcht gebietende „Wolgalied“ aus der ebenfalls von Franz Lehar komponierten Operette „Der Zarewitsch“ einleitete. Großartig auch die Duette der beiden Ausnahmekönner, die nicht nur während des Liedes „Lippen schweigen“ aus der Operette „Die lustige Witwe“ perfekt harmonierten und als Zugabe „Con te partirò“ anstimmten.

Den würdigen Abschluss eines gelungenen Konzertabends voller musikalischer Überraschungen bildete dann der gemeinsame Vortrag des MGV Sängerbund Dürwiß, der Chorgemeinschaft Hastenrath sowie Martin Hurkens, die mit dem schwungvollen Klassiker „Funiculi - Funicula“ die Zuhörer noch einmal förmlich von den Sitzen rissen.

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