Eschweiler - In 15 Jahren eine Menge bewegt

In 15 Jahren eine Menge bewegt

Von: jlm
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Bürgermeister Rudi Bertram ehrte die vielen engagierten Damen der verschiedenen Institutionen des Netzwerks mit einer Rose. Foto Julia Meuser Foto: Julia Meuser

Eschweiler. „Die Menschenwelt hat zwei Flügel: den einen bilden die Frauen, den anderen die Männer. Erst wenn beide Flügel gleichmäßig entwickelt sind, kann der Vogel fliegen.“ So zitierte Sigrid Harzheim, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Eschweiler und Vorsitzende des Frauen-Netzwerkes bei der Stadt Eschweiler, Abdu‘l-Bahá über die Gleichstellung zwischen Mann und Frau.

 Zahlreiche Frauen lauschten ihren Worten am Samstagabend, an dem man nicht nur 103 Jahre Internationaler Frauentag feierte, sondern auch das 15-jährige Bestehen des Frauen-Netzwerkes.

Die Begrüßung der Gäste übernahm der Erste Bürger der Stadt, Rudi Bertram. Er erinnerte sich noch genau: als er seine Bürgermeisterschaft antrat, trat auch Sigrid Harzheim ihr heutiges Amt an - damals eine schwierige Zeit, weiß er noch genau. Seitdem sei viel geschehen, doch viele Frauen ständen auch heute noch hinten an, das müsse er auch oft bei seiner täglichen Arbeit feststellen. Während die Frauen anfangs noch für ihr Wahlrecht kämpften, gebe es heute andere Themen von hoher Bedeutung. Man solle sich vor Ort unterhaken und zusammen organisieren.

Er ziehe den Hut vor den Frauen, die das damals inszeniert haben. Im Anschluss übernahm die Erste stellvertretende Bürgermeisterin Helen Weidenhaupt, „die uns über viele Jahre lang unterstützend begleitet hat“, so die Gleichstellungsbeauftragte, das Wort. Sie gab einen geschichtlichen Rückblick über die Entstehung der Frauenbewegung, vom ersten Frauentag im März 1911 und die Entwicklung bis zum heutigen Tage. Dabei gebe es Themen, die immer noch im Fokus der Gesellschaft stehen, eines davon sei sicher die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. „Siggi setzt sich unermüdlich für ihr Netzwerk ein“, so die Referentin begeistert. „Weiter so.“

Weiter ging der Abend mit einer „Zeitreise“ durch die 15 Jahre des Frauen-Netzwerkes, welche musikalisch von der Mezzosopranistin Daniela Bosenius und Julia Diedrich am Klavier begleitet wurde. Angefangen habe dabei alles im Jahr 1997, als sie, Sigrid Harzheim, ihr Amt als Gleichstellungsbeauftragte angetreten habe. 1998 habe sie das Frauen-Netzwerk gegründet. Es brauchte eine gewisse Anlaufzeit, so die Gleichstellungsbeauftragte. Heute könne sie sich zufrieden zurücklehnen und denken: „Mein Gott, wir haben alles richtig gemacht“. Gemeinsam mit 20 Institutionen kann sie auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zählen, so Sigrid Harzheim.

Über die einzelnen Entwicklungsjahre gaben Frauen der verschiedenen Institutionen an diesem Abend einen Überblick: 1999 (Heidi Bömeke, UWG) fanden Veranstaltungen unter dem Thema „Frauen und Mädchen mit Behinderungen“ statt. Betroffene seien damals nicht als Frauen anerkannt worden, eine berufliche Karriere sei allzu oft pure Illusion gewesen. Mit dem Leitgedanken der Integration ausländischer Frauen fanden ebenfalls eine Tagesfahrt nach Monschau statt, wo man auch die Ausstellung „Stadt der Frauen“ besuchte.

Im Jahr 2000 (Mariethres Kaleß, Deutscher Kinderschutzbund) wurden Hilfs- und Mitmachaktionen zur Emanzipation der Frau organisiert, bei denen Frauen über ihre Arbeit informierten und sich kennen und schätzen lernten. 2001 (Erika Spies, UWG) fanden Informationsveranstaltungen und Workshops unter dem Thema „Chancen und Barrieren in der beruflichen Entwicklung von Frauen“ statt, sowie 2002 (Maria Mund, CDU) eine Ausstellung über Frauen, die die deutsche Geschichte prägten. Auch informierte das Netzwerk zum Thema „Kinder brauchen Kinder“, eine Reaktion zur ersten Pisa-Studie, über bessere Rahmenbedingungen zur Bildung und Betreuung von Kindern. 2003 (Gisela Hilgers-Huppertz, RhLv) wurden Interessierte über „Frauen und Kinder“ informiert, 2004 (Maria Küpper, Awo) beschäftigte man sich unter anderem damit, wie die Lebensqualität von Familien verbessert werden könnte, auch in Hinsicht auf die Betreuung der Kinder.

Das Jahr 2005 (Aniko Ecker, Integrationsrat) stand unter dem Motto „Zeitreise – Frauenbilder gestern – heute – morgen“, 2006 (Ute Casel, CDU) wurde eine Fotoausstellung „Wir Frauen: Mit Frauen für Frauen“ eröffnet, welche auf 15 Bildern die Organisationen und Verbände des Netzwerks präsentiert. Im Jahr 2007 nahm das Netzwerk an einer Demonstration in Eschweiler und Aachen zum Thema „Frauen gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit“ teil, 2008 (Helga Grimmer, AsF) beschäftigte man sich mit der Scharia und den Rechten der Frau im Islam. 2009 (Gabriele Pieta, Bündnis 90/Die Grünen) ermöglichte das Netzwerk eine Fragestunde mit den Bürgermeisterkandidaten, 2010 (Edeltraud Lindner, AsF) machten sie mittels einer Demonstration gemeinsam mit anderen Netzwerken auf Missstände in der Arbeitswelt aufmerksam.

2011 (Roswitha Pauls, SkF) schauten insgesamt 300 Frauen unterschiedlichen Alters und Nationalität den Film „Coco Chanel – Der Beginn einer Leidenschaft“, eine bedeutende Frauenfigur, die als Vorbild der Frauenbewegung gilt. 2012 (Edeltraud Lindner, AsF, und Agnes Zollorsch, SoVD) fand neben dem Internationalen Frauenfest auch das „Fest der Vielfalt“, ein Aktionstag gegen Neonazis statt, sowie der Equal Pay Day, an dem das Netzwerk einen Flashmob auf dem Eschweiler Marktplatz organisierte. Im letzten Jahr (Aranka Gohmann, Awo) fuhren 114 Frauen nach Brüssel.

Zu guter Letzt wurden Organisationen, die seit 15 Jahren Mitglied des Frauen-Netzwerkes sind, mit einer Urkunde geehrt, so die Awo, die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF), das Bündnis 90/Die Grünen, die CDU-Frauenunion, der Deutsche Kinderschutzbund, der Integrationsrat der Stadt Eschweiler, die Mobile Jugendarbeit, die Rheinische Landfrauenvereinigung, der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF), der Sozialverband Deutschland und der UWG-Frauenarbeitskreis. Der Abend wurde schließlich mit Häppchen, dem ein oder anderen Gespräch und Musik von DJane Nicole abgerundet.

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