Radarfallen Blitzen Freisteller

Ihr gelebter Traum verleiht ihnen Flügel

Von: Stefan Herrmann
Letzte Aktualisierung:
fliewatuet
fliewatuet

Eschweiler. Es mag nicht unbedingt das erste Mal gewesen sein, dass das beschauliche Eschweiler Startpunkt einer Weltreise war. Sicherlich aber wählten Melanie und Andreas Stütz die ungewöhnlichste Art, um von der Inde aus einmal rund um den Globus zu reisen.

Mit einem an ein Fliewatüüt erinnerndes Fluggerät machte sich das Ehepaar auf die abenteuerlichste Reise ihres Lebens.

Im April 2009 hob das Abenteurer-Duo vom Flugplatz Merzbrück ab und entschwand Richtung Horizont mit dem (ersten) Ziel Santiago de Compostella. Dem luftigen Jakobsweg folgten viele weitere Abenteuer an den exotischsten Plätzen des Erdballs.

Jetzt haben die beiden ihre Erlebnisse und Erfahrungen in ein Buch gepackt. „Weltflug - Zwei Überflieger auf fünf Kontinenten” heißt das 309 Seiten starke Werk, das vor kurzem im Bielefelder Delius-Klasing-Verlag erschienen ist. Ein locker zu lesendes Werk über das Ausleben eines Kindheitstraums, über die Begegnung mit Menschen aller Art und über die Erkenntnis, wie schön und kostbar unsere Heimat „Erde” ist.

Wenn in den vergangenen 24 Monaten auf den kleinen Flughäfen der Welt ein knarrendes „Delta-Mike-Foxtrott-Whiskey-Tango” aus den Lautsprechern dröhnte, dann war stets das Fliewatüüt im Anflug. Angelehnt an das wundersame Gerät aus dem Kinderbuchklassiker „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt”, einem Fahrzeug das Fliegen („flie”), auf Wasser fahren („wa”) und als Auto benutzt werden konnte („tüüt”), hatten die in Eschweiler groß gewordene Melanie und ihr Mann Andreas für ihren Tragschrauber die legendäre Kennnung des Fliewatüüts (FWT) erhalten.

Doch was sich als Kennung noch anhört wie ein herandonnernder US-Kampfjet, das wurde zwischenzeitlich eher zur „lame duck”. Wenn es bei Gegenwind mit gerade einmal 40 Stundenkilometern vorwärts ging, hatte Melanie einen ganz eigenen Vorschlag. Ihr Mann solle doch der jeweiligen Flugsicherung, die sich ein solch langsames Flugobjekt nicht erklären konnte, einfach erzählen, es handele sich um ein Luftmoped.

Zwar schafften es Melanie und Andreas Stütz nicht in 80 Tagen um die Welt, trotzdem erlebten sie ähnlich viele spannende Abenteuer wie der englische Gentlemen Phileas Fogg aus Jules Vernes Literaturklassiker.

Bei dem Untertitel „Zwei Überflieger auf fünf Kontinenten” lag die Anzahl der Kapitel dabei auf der Hand. Neben einem kurzen „Vor dem Start” und einem Nachwort gliedert sich das Werk in fünf Abschnitte. Über Europa, Afrika, Australien und Neuseeland führt die literarische Reise auf den nord- und abschließend auf den südamerikanischen Kontinent.

Es sind persönliche, episodenhaft geschriebene Geschichten, die Autor Andreas Stütz erzählt. „Weltflug” ist mal Reiseführer aus der Vogelperspektive, mal spannende Abenteuerlektüre zwischen Militärbasen und lebensbedrohlichen Unwettern an Gebirgshängen. Die Kapitel geben interessante Einblicke in eine Reise abseits bekannter Pfade, die das Paar trotzdem zu einigen der imposantesten Plätze des Globus führte.

Eines blieb Andreas Stütz dabei besonders hängen, als er nach vielen Flugstunden den Menschen als Himmelsstürmer in die von Mutter Natur gegebene Ordnung einzugliedern versuchte. Beim Beobachten wild herumbrummender Hummeln stellte Stütz in Frankreich fest: „Das beste und teuerste von Menschenhand entwickelte Flugzeug der Welt kann nicht annähernd solche Manöver fliegen wie diese kleinen Hummeln.”

Angst vor dem Abenteuer haben Melania und Andreas Stütz nach zwei Jahren Fliewatüüt nicht mehr. Respekt vor der Natur und dem Facettenreichtum der Erde, aber vor der Einzigartikeit des Menschen - egal ob er an der Inde, am Kap der Guten Hoffnung oder an der Copacabana wohnt - dagegen haben sie gewonnen.

Der Schriftsteller Stütz formuliert es so: „Vor 28 Monaten waren wir noch nie selbst geflogen, hatten keine Ahnung, wie das funktionierte und was man beim Fliegen alles berücksichtigen musste. Viele Male schien das Abenteuer an diversen Hindernissen zu scheitern. Diese Reise war der Beweis, dass Träume buchstäblich Flügel verleihen können und dass man alles erlernen kann - auch und vielleicht sogar gerade über Widerstände hinweg.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert