Hubschräuberlärm bald nur noch halb so wild

Von: ran
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Ein Landeplatz, der höchsten Sicherheitsansprüchen genügt, soll künftig Rettungshubschraubern auf dem Dach des St.-Antonius-Hospitals zur Verfügung stehen.

Eschweiler. Im kommenden Frühjahr rollen am St.-Antonius-Hospital die Kräne an! Ab März steht der komplette AbriSS und der sofortige Wiederaufbau des achten Obergeschosses, der Onkologie, auf dem Programm. Ab September 2013 wird dieses Projekt dann durch die Verlegung des Hubschrauberlandeplatzes auf das Dach des Gebäudes ergänzt. Der Zeitplan sieht vor, die gesamte Baumaßnahme, die ein Kostenvolumen von 8,7 Millionen Euro aufweist, im Frühjahr 2014 abzuschließen.

Zu einer Informationsveranstaltung in Sachen „Hubschrauberlandeplatz“ hatten nun die Verantwortlichen des Hospitals sowie der Verwaltung in den Ratssaal eingeladen. Vor einer allerdings sehr geringen Zahl von Zuhörern wurden dabei auch die Pläne zum Brand- und Lärmschutz vorgestellt.

„Die Umsetzung dieses Projekts ist für das Eschweiler Krankenhaus ein weiterer Schritt in die Zukunft und eine Voraussetzung, weiterhin Spitzenmedizin zu bieten“, betonte mit Elmar Wagenbach der Geschäftsführende Vorstand des Hospitals die Notwendigkeit des Bauvorhabens.

„Schließlich werden in unserem Haus jährlich 20.000 Patienten stationär und 35.000 ambulant behandelt“, nannte der Diplom-Betriebswirt beeindruckende Zahlen, um noch weiter nach vorne zu schauen. „Dies wird nicht der letzte Schritt sein, die Strukturen für eine optimale Versorgung zu erweitern.“ Eine verbesserte Infrastruktur sei der Garant für eine noch schnellere Behandlung. „Und das Vorhaben findet auch im Kuratorium, dem Kirchenvorstand sowie beim Bistum volle Zustimmung“, schloss Elmar Wagenbach seine Ausführungen.

Architekt Wolfgang Kleicker, Generalplaner der gesamten Baumaßnahme, nannte anschließend den neuen Hubschrauberlandeplatz „eine lebenswichtige Anbindung“ zum Notfallaufzug. Standort des verlegten Landeplatzes, der über einen Durchmesser von 30 Meter verfügen soll, werde der Kreuzungspunkt zwischen dem Betten- sowie dem Behandlungstrakt. „Da die Statik des Gebäudes für eine zusätzliche Belastung nicht ausgerichtet ist, werden die Lasten auf drei bis ins Erdreich gehende Stützen verteilt“, erklärte der Diplom-Ingenieur.

Dass der Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach des St.-Antonius-Hospitals den höchsten Sicherheitsstandards genügen werde, unterstrich Gunter Carloff, Sachverständiger für Helikopterlandeplätze. „Die Konzeption macht den Anflug unter optimalen Bedingungen möglich“, so der Referent. Zugelassen werden soll der Landeplatz für ein Gewicht bis zu sechs Tonnen. „Mit Ausnahme der größten Militärhubschrauber könnten somit alle vorstellbaren Hubschraubertypen landen.

Die Statik ließe zwar auch dieses zu, nicht aber die Vorschriften“, verdeutlichte Gunter Carloff. Auch brandschutztechnische Maßnahmen wurden erläutert. „Der Behandlungstrakt, der bisher nur über ein leichtes Dach verfügt, wird im Verlauf der Bauarbeiten eine Stahlbetondecke erhalten“, ließ der Barndschutzexperte Guido Franken die Zuhörer wissen. „Diese trägt auch zu einem deutlich verbesserten Schallschutz bei“, verkündete Knut Lenkewitz vom TÜV-Nord.

Während die Landungen des Hubschraubers momentan auf dem Boden, also in der Nähe der Wohnbebauung, erfolgten, fänden diese in Zukunkt in einer Höhe von 38 Metern statt. „Der Abstand zur Wohnbebauung wird wesentlich größer, wodurch sich sowohl die Höhe als auch die Dauer des Lärmpegels verringern.“

Nächtliche Landungen seien bei Lebensgefahr eines Notfallpatienten natürlich nicht auszuschließen, jedoch nur in sehr seltenen Fällen zu erwarten. „Die zulässigen Orientierungswerte werden auch nachts nicht überschritten werden“, so das abschließende Fazit von Knut Lenkewitz.

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