Eschweiler/Düsseldorf - Hospital-Beschwerde gegen AOK abgelehnt

Hospital-Beschwerde gegen AOK abgelehnt

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Eschweiler/Düsseldorf. Viele Patienten möchten vor einer Operation wissen, wie es um die Qualität eines Krankenhauses auf „ihrem“ Operationsgebiet bestellt ist.

Das ermöglicht in den Augen der AOK der eigene Krankenhausnavigator mit seinen Qualitätsdaten. Jetzt musste das St.-Antonius-Hospital in Eschweiler, das die Richtigkeit solcher Zahlen anzweifelt und die Veröffentlichung der Daten untersagen lassen wollte, vor Gericht erneut eine Schlappe einstecken. Die AOK Rheinland/Hamburg sieht in dem Richterspruch eine Bestätigung für ihr Angebot an Versicherte, die Versorgungsqualität von Kliniken transparent zu machen.

„Praxisnaher Service“

Matthias Mohrmann, Vorstandsmitglied der AOK Rheinland/Hamburg, sagte: „Wir fühlen uns durch die Entscheidung des Gerichtes gestärkt, Empfehlungen über ein Krankenhaus in der Nähe mit nachgewiesen hoher Qualität zu geben. Das betrachten wir als wichtigen, praxisnahen Service für unsere Versicherten.“

Das Landessozialgericht Berlin-Brandenburg hat entschieden, die Beschwerde des St. Antonius-Hospitals aus Eschweiler wegen fehlender Eilbedürftigkeit und nicht offensichtlicher Rechtswidrigkeit zurückzuweisen. Rechtsmittel sind nicht mehr möglich. Die Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen hatte die Klinik unterstützt.

Ähnlich gelagert ist die Klage der Kreiskliniken Gummersbach-Waldbröl. Auch diese Klinik ist in mehreren Vorinstanzen in der Zivilgerichtsbarkeit gescheitert. Ein Verfahren ist noch vor dem Sozialgericht Köln anhängig. Alle Klagen richteten sich gegen den AOK-Bundesverband.

Matthias Mohrmann von der AOK Rheinland/Hamburg: „Es sind zum Glück nur wenige Kliniken, die gegen eine Verbesserung der Qualitätstransparenz zu Gericht ziehen. Im Sinne der Versicherten erwarten wir, dass der AOK-Krankenhausnavigator als Informationsplattform erhalten bleibt.“

Die Qualitätsssicherung durch Routinedaten (QSR) gilt unter Fachleuten als besonders aussagestark. Im AOK-Navigator finden Interessierte seit mehreren Jahren die bundesweite Qualitätsauswertung für eine Anzahl von Operationsbereichen wie Knie- und Hüft-OPs.

Auch rund 140 Krankenhäuser im Rheinland sind aufgeführt. Operationsfälle von AOK-Versicherten werden für den Zeitraum von einem Jahr nach der OP auf die Komplikationshäufigkeit geprüft und vergleichend bewertet. Auf diese Weise zeigt sich, in welchen Krankenhäusern binnen Jahresfrist bei den Patienten besonders wenige, wenige oder besonders viele Komplikationen auftreten. Beispiel: Bei einer Hüftgelenks-OP, bei der ein künstliches Gelenk eingesetzt wurde, können dies Infektionen oder sogar der Austausch des Hüftgelenks sein.

Initiative von Kliniken

Viele Kliniken veröffentlichen mittlerweile die QSR-Daten freiwillig, um ihre Behandlungsqualität zu belegen. Dazu gehören beispielsweise 250 zur „Initiative Qualitätsmedizin“ (IQM) zusammengeschlossene Kliniken. Dazu zählen das Uni-Klinikum Aachen und das Krankenhaus Simmerath. „Andere Häuser werben bewusst mit guten Resultaten aus der QSR-Bewertung“, schreibt die Krankenkasse.

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