Heute nehmen sie ihre Enkel und Urenkel in den Sucher

Von: mic
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Mit der 16. Diaporamaschau und der Ausstellung in der Sparkasse begingen die Film- und Fotofreunde Eschweiler das 35. Vereinsjahr. Dritter von rechts ist der Vorsitzende Harry Reimer.

Eschweiler. Weit mehr als 100 Besucher kamen am Mittwochabend in die Geschäftsstelle der Sparkasse an der Marienstraße, um bei einem ebenso interessanten wie beeindruckenden Erlebnis dabei zu sein: Die Film und Fotofreunde Eschweiler hatten - schon traditionell am Buß- und Bettag - zur 16. Diaporamaschau geladen.

Harry Reimer, der dem Club seit 1978 vorsteht, und seine Mitstreiter freuten sich über die große Resonanz, die die 16. Auflage ihrer mit viel Liebe und Aufwand gestalteten Vorführung fand. Das 35. Jahr ihres Bestehens begehen die Film- und Fotofreunde zudem mit einer Ausstellung, die am Mittwoch offiziell eröffnet wurde, und die noch etwa zwei Wochen lang dort zu sehen sein wird.

„Die Diaporamaschau ist für mich immer ein schönes Erlebnis, denn man kommt nach einem langen Arbeitstag entspannt nach Hause”, meinte „Hausherr” Lothar Müller.

Sein langjähriger Vorgänger als Geschäftsstellenleiter, Klaus-Dieter Bartholomy, erinnerte an die Anfänge der Film- und Fotofreunde und an ihre beachtlichen Erfolge. Dazu zählen die Landesfotoschauen 1988 und 1990 in Eschweiler ebenso wie die große Ausstellung 1995 im Rathaus, die auch Geburtsstunde des Diaporama-Festivals war. Als weitere Höhepunkte führte er die Landesdiaschau 1997 in Aachen und die Landesfotoschau ein Jahr später in Jülich an, die die Film- und Fotofreunde Eschweiler organisatorisch gemeistert hatten.

Einziges wahres Gründungsmitglied ist übrigens Hans-Dieter Grammig. Harry Reimer, der kurz nach Gründung in den Club eingetreten war, veranschaulichte am Mittwoch, was 35 Jahre bedeuten: „Was haben wir früher fotografiert? Unsere Freundinnen und Freunde, dann unsere Ehefrauen und Kinder. Und was fotografieren wir heute? Unser Enkel und Urenkel.”

Im Anschluss bekamen die Besucher bei einem Gläschen Wein acht Fotoserien zu sehen, die Horst Winter jeweils kurz anmoderierte und die mit dazu passender Musik unterlegt waren. Harry Reimer wartete mit schönen Impressionen aus dem Westerwald auf. Seine Naturaufnahmen, die bei einem Wanderwochenende mit der Kolpingfamilie entstanden sind, zeigen Panoramen, richten den Blick aber ebenso aufs Detail: Auf von Moos überwachsene Stämme und Wurzeln und auf Liebesbotschaften, die einst mit dem Messer in die Rinde geritzt wurden.

Auch Leo Göbbels widmete sich der Natur. Zu meditativer Synthesizermusik ließ er auf der Leinwand „Herbstfarben” erstrahlen, zeigte die Natur rund um Eschweiler in ihrem bunten Kleid und verwöhnte die Zuschauer mit sehr schönen Nahaufnahmen. Nah ans Objekt rückte auch Helmut Olivier. In seinen „Makrowelten” bringt er dem Betrachter Blüten, Insekten und Spinnen im Wortsinn nahe und gewährt ungewohnte Blicke auf Details der Natur.

„Drachenzähne” nennt Kurt Bernard seine brillianten Aufnahmen, die die Panzersperren des Westwalls, aber auch Soldatengräber in der Eifel aus zum Teil ungewohnter Perspektive und teils schneebedeckt zeigen. Seine Fotos, als einzige der 16. Diaporamaschau in analoger Technik entstanden, will Bernard durchaus als Mahnung verstanden wissen.

Nach der Pause ging es zu fröhlicher Jazzmusik heiter weiter: Hans-Günter Spitzer hat das Indeland als „total verwanzt” ausgemacht. Allerdings haben seine Aufnahmen nichts mit den Praktiken der Geheimdienstler am Hut, sondern widmen sich jenen sonderbaren Dreieckstierchen, die sich manchmal in Scharen, aber meist unentdeckt auf und unter Blättern tummeln: Wanzen in allen Variationen.

Besinnliche Musik wie das „Ave Maria” untermalte im Anschluss die Fotos von Theo Herwarts. „So schön ist Limburg” hat er seine Serie genannt. An die Ostsee führte die Reise von Horst Winter. Den würdigen Abschluss gestaltete Arne Ekberg, der den Jakobsweg von Aachen nach Vezélay gegangen war und großartige Bilder mitgebracht hatte.
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