Helfer sammeln Müll am See

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Ein Publikumsmagnet: der Blausteinsee. Foto: dpa

Eschweiler. Zahlreiche Ehrenamtler wollen am Samstag „Touristische Hinterlassenschaften” aus dem östlichen Naturbereich des Blausteinsees entfernen.

Am Samstag treffen sich die Helfer ab 9 Uhr nahe der Steganlage. Beteiligt sind das Kreisumweltamt Aachen, die Landschaftswacht des Kreises Aachen, die beiden Naturschutzverbände Nabu und Bund und der THW-Ortsverband Jülich.

Der Schwerpunkt der Müllsammelaktion liegt im Bereich des östlichen Ufers in Richtung Fronhoven und Neulohn, der zum Schutz von Tieren und Pflanzen seit Mitte Mai 2008 durch die Bezirksregierung Köln als Naturschutzgebiet ausgewiesen wurde. Das Gebiet ist für Wassersportler und Erholungssuchende als Tabuzone mit gelben Bojen gekennzeichnet und an Land mit einem Weidezaun und einem Baumstubbenwall deutlich abgegrenzt.

Die Freizeitnutzung des Blausteinsees hat auch 2008 negative Spuren hinterlassen. Der Westwind treibt ständig Müll, Unrat jeder Art sowie losgerissene Bojen in das Naturschutzgebiet. Umherschwimmende Bojen und Holzpaletten gefährden in hohem Maße Schwimmnester von Wasservögeln am Ufer, Flaschen können in trockenen Zeiten wie ein Brennglas wirken und Brände auslösen. Plastikfaschen und Metalldosen stellen für Kleintiere eine tödliche Falle dar.

Aufgrund der seit drei Jahren regelmäßig durchgeführten Tierzählungen konnten etwa 160 Vogelarten sowie Kleinsäuger, Amphibien und bedeutsame Insektenarten festgestellt werden. Diese Tiere sind auf einen ungestörten Lebensraum in der ansonsten intensiv landwirtschaftlich und industriell geprägten Landschaft angewiesen.

Mit der technisch ausgereiften Unterstützung des THW-Ortsverbandes Jülich und ihrem motorbetrieben Aluminiumboot werden alle Helfer schnell zum Einsatzort im Naturbereich transportiert. Genauso problemlos erfolgt das Beladen des Bootes mit Bojen und Unrat über eine hydraulisch absenkbare Bugrampe und der Abtransport in Richtung Seebühne. Die Aktion wird sich bis in die Mittagsstunden erstrecken und mit einem von der Blausteinsee GmbH spendierten Mittagsimbiss beendet.

Eine Aufwertung ganz anderer Art erfuhr die kreiseigene Wiesenfläche nordöstlich des Blausteinsees. Hier wurden vergangene Woche die sechs Alteichen eingegraben, die Mitte März zwischen Bardenberg/Pley und Kohlscheid gefällt werden mussten.

Eine Eschweiler Bagger- und Transportfirma grub die etwa 15 Meter langen Stämme etwa 3,50 Meter tief ein. Anwachsen werden sie zwar nicht mehr, aber dafür bieten sie - ähnlich wie an der neu verlegten Inde - den Spechten, Greifvögeln, Fledermäusen und Insekten als Totholz neue Lebensräume an.
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