Helfer holen tonnenweise Müll aus dem Naturparadies

Von: Friedhelm Ebbecke-Bückendorf
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Arbeitshandschuhe, Gummistiefel, frohe Gesichter: Helfer vom Arbeitskreis Naturschutz und der Eefelkank an einem Abfallhaufen, den sie „Im Stollen” zusammengetragen haben. Foto: Friedhelm Ebbecke-Bückendorf

Eschweiler. Der Arbeitskreis Naturschutz hat das drei Hektar große Naturschutzgebiet „Im Stollen” gekauft, um den nur auf dem Papier bestehenden Schutz dort zu verwirklichen. In einer gemeinsamen Aktion mit der Karnevalsgesellschaft Eefelkank schafften die Mitglieder am Samstag vier Container voll Bauschutt, Holz und Müll aus dem Gelände.

„Ein Stück Land zu einem Naturschutzgebiet zu erklären, reicht nicht aus”, sagt Arbeitskreis-Vorsitzender Norbert Franzen. „Man muss diesen Schutz auch durchsetzen.” Damit das geschieht, kauft der Arbeitskreis mit finanzieller Hilfe der Umwelt- und Naturschutz-Stiftung der Handelskette Hit (Hit-Stiftung) immer wieder gefährdete Naturschutzgebiete an. Mit den drei Hektar bei Hastenrath, an der Grenze zum Stolberger Stadtteil Werth, hält der Arbeitskreis Naturschutz e.V. Stolberg/Eschweiler jetzt 20 Hektar solcher wertvollen Gebiete.

16 Mitglieder der Hastenrather Karnevalsgesellschaft und des Arbeitskreises trafen sich am Samstag, um das Naturschutzgebiet zu entrümpeln. Es handelt sich dabei um einen aufgegebenen Steinbruch in einem Kalk-Orchideen-Buchenwald. Dazu gehört noch ein Stück Wiese mit einer Galmei-Trockenrasenflora. Der bisherige Eigentümer, der früher in dem wiesenbestandenen Inneren des Steinbruchs Pferde hielt, lebt in Hessen und kann sich um das Gelände nicht kümmern. „Jahrzehntelang wurde hier illegal Schutt abgeladen”, erzählt Stephan Misre, Mitglied beider Organisationen.

Der Arbeitskreis Naturschutz wird nun, nachdem das Gelände entrümpelt ist, die nicht standort-typischen Fichten auf der Hangkante fällen und dort Buchen pflanzen. Entlang der Albertstraße wurden bereits die ebenfalls dort nicht hingehörenden Pappeln gefällt. Im Innern des Naturschutzgebiets sollen künftig Rinder weiden - die Rasse „Highland Cattle” mit dem zottelig langen Fell und den kräftigen Hörnern zählt zu den ältesten Rinderrassen der Welt. Der Zaun um die Weide steht bereits.

Ein äußerst seltenes Biotop ist die Galmeiwiese oberhalb des Steinbruchs. Dort liegen schwermetallhaltige Sande, wahrscheinlich Abraum der nahen Albertsgrube. Nur ganz mühsam wurzeln dort Pflanzen. „In 40 Jahren hat sich das hier fast gar nicht verändert”, weiß Hubert Rombach, der schon als Kind dieses Gelände kannte. Aber das, was dort wächst, lässt Naturschützer jubeln: „Die Galmei-Grasnelke wächst in ganz Eschweiler nur hier!”, freut sich Naturschützer Norbert Franzen. Außerdem finden sich dort Galmeiveilchen, Galmei-Täschelkraut, Kreuzblümchen, Islandmoos und Augentrost.

Muskel- und Maschinenkraft waren gefragt, als am Samstagfrüh bei schwüler Hitze die Naturschützer und die Karnevalisten das Naturschutzgebiet von Müll befreiten. Containerdienst-Inhaber Michael Schümmer rückte ehrenamtlich mit schwerem Gerät an, und auch Willi Schümmer als Radladerfahrer stellte seine Arbeitszeit in den Dienst der guten Sache. 30 Kubikmeter Holz, darunter sogar ein Stapel alter Bahnschwellen, holten die Helfer aus dem Gelände, dazu sieben Kubikmeter Bauschutt und 15 Kubikmeter Abfall: Fahrradreifen, Plastikplanen, Düngemitteleimer, vermoderte Teppichreste, Flaschen, Mopedteile und vieles mehr.
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