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„Helfen statt reden”: Verein im Zwielicht

Von: Patrick Nowicki
Letzte Aktualisierung:
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Der Gründungsvorstand von „Helfen statt reden”: Nach elf Monaten sind nur Stefan Beulen (r., oben) und dessen Lebensgefährtin Angela Bölter übrig. Daneben die ehemaligen Vorstandsmitglieder Karl Sauren (links) und Edwin Sengewald, die beide inzwischen aus dem Verein ausgetreten sind. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. „Helfen statt reden” lautet der vielversprechende Titel. Der Verein will laut Satzung sozialschwache Bürger und Familien unterstützen. Doch inzwischen ausgetretene Mitglieder stellen den Vereinssinn infrage. „Ungereimtheiten bei der Vereinsführung” nennen einige ehemalige Mitglieder als Grund für ihren Austritt.

Der Vorsitzende Stefan Beulen wehrt sich gegen die Vorwürfe.

Er und seine Lebensgefährtin Angela Bölter sind die letzten verbliebenen Mitglieder des Vorstandes, der mit der Gründung des Vereins am 20. August 2008 die Arbeit aufnahm.

Eigentlich für drei Jahre gewählt, verabschiedete sich der 2. Vorsitzende Karl Sauren schon nach wenigen Wochen. Auch der Kassierer Edwin Sengewald schmiss Anfang Mai das Handtuch und erstattete Anzeige gegen den Vorsitzenden: Stefan Beulen soll ihn geschlagen haben.

Dies bestreitet der Beschuldigte: „Zu diesem Zeitpunkt war ich in Aachen.” Ein Verfahren eröffnete die Staatsanwaltschaft nicht, weil „kein öffentliches Interesse” bestehe.

Innerhalb des Vereins knirscht es gewaltig im Gebälk: Mitglieder erhielten ein Schreiben, dass man „bezugnehmend auf die Diskrepanzen” keine weitere Grundlage für die ehrenamtliche Arbeit sehe. Wenig später erhielten sie eine Kündigung.

Der Diplom-Betriebswirt Peter Holtz trat bereits im Dezember aus dem Verein aus: „Sollte nur ein Teil dessen, was ich mittlerweile über die Aktivitäten des Vereinsvorstandes erfahren habe, der Wahrheit entsprechen, bezweifle ich, dass sich der Vorstand mit seinen Entscheidungen noch auf rechtlich sicherem Terrain bewegt.Stefan Beulen antwortete ihm schriftlich.”

Zitat: „Ich lasse nicht zu nur wie paar Neureiche´ meinen Ihr Gewissen zu stillen angeblich was tun und dabei außer mosern nicht getan haben.”

In der Grabenstraße befinden sich Geschäftsstelle und Verkaufsladen des Vereins „Helfen statt reden”, der vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt ist. Dort werden Möbel und Kleidungsgegenstände für Bedürftige, die gespendet wurden, verkauft.

„Die Kasse wird regelmäßig geprüft”, betont Stefan Beulen. Kassenprüferin ist seine Lebensgefährtin Angela Bölter.

Monatelang offerierte der Verein „Helfen statt reden” eine Schuldnerberatung im Internet, ohne dass dafür erforderliche qualifizierte Personal zu besitzen. Inzwischen lautet der Passus auf der Homepage: „Hilfe bei der Schuldenregulierung”.
Stefan Beulen sieht sich als Opfer einer Kampagne: „Die ganze Arbeit lastet seit der Gründung auf meinen Schultern.Man möchte mir nur schaden.”

Er behalte sich rechtliche Schritte vor. Damit droht er auch in den Schreiben, die die ausgetretenen Mitglieder erhalten haben.
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