Hallenbad Jahnstraße: Das Edelstahlbecken sprengt die Kosten

Von: ran
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Eschweiler. Die ursprünglichen Planungen in Sachen Sanierung des Planschbeckens sowie Teilerneuerung der Betondecke im Hallenbad Jahnstraße werden stark verändert. Aus Kostengründen tendiert die Verwaltung nun dazu, das Becken nicht aus Edelstahl anfertigen zu lassen, sondern aus glasfaserverstärktem Kunststoff.

Dies erklärte mit Helmut Gühsgen der Leiter des Bauverwaltungsamts während der Sitzung des Sportausschusses am Dienstag.

Nach mehreren Ortsterminen im Jahr 2011 war den Mitgliedern des Planungs-, Umwelt- und Bauausschusses in deren Sitzung am 8. Dezember die Verwaltungsvorlage präsentiert worden, die ein Edelstahlbecken vorsah. „Während der anschließenden Detailplanungen mit dem beauftragten Planungsbüro wurde jedoch deutlich, dass es sowohl bei den Kosten als auch im Zeitplan Probleme gibt”, machte Helmut Gühsgen nun deutlich. „Ein Edelstahlbecken würde Mehrkosten in Höhe von 30 000 Euro verursachen. Das sind 15 Prozent der Summe, die für die Gesamtmaßnahme vorgesehen war. Der Kostenrahmen von 200 000 Euro wäre so nicht mehr zu halten”, betonte der Verwaltungsangestellte.

Als Alternative nannte Helmut Gühsgen die Variante mit glasfaserverstärktem Kunststoff sowie einem Fliesenbelag am Boden, der bereits in einigen anderen Schwimmbädern, etwa im Kölner Aqualand, genutzt werde. „Zu Beginn der kommenden Woche erhalten wir genauere Zahlen, die dem Planungsausschuss am 24. Mai vorgelegt werden können”, so der Amtsleiter, der darüber hinaus verlauten ließ, dass die „lärm- und schmutzintensivsten Arbeiten” während der Hauptschließungszeiten in den Sommerferien stattfinden werden.

Etwas verärgert reagierte Oliver Liebchen von der SPD auf die Tatsache, dass den Mitgliedern des Sportausschusses für die Sitzung am Dienstag lediglich die nicht mehr aktuelle Vorlage von Dezember zur Verfügung stand. Dietmar Widell (Bündnis 90/Die Grünen) gab zu Bedenken, dass der Anschaffungswert eines Beckens aus glasfaserverstärktem Kunststoff zwar geringer sei, ob langfristig dadurch Geld gespart werden könnte, sei jedoch zweifelhaft. „Meiner Meinung nach muss schnell geklärt werden, wie lange ein solcher Belag eigentlich hält”, so das Mitglied des Sportausschusses.

Rechtsamtsleiter Dieter Kamp verdeutlichte, dass die Entscheidung, in welcher Ausführung das Planschbecken gebaut werde, nach wie vor in der Verantwortung des Planungs-, Umwelt- und Bauausschusses liege. Für den Sportausschuss sei lediglich die Frage von Bedeutung, ob die Wasserfläche gleich bleibe.

Dies unterstrich mit Ottmar Krauthausen auch der Ausschussvorsitzende: „Die gegenüber dem ersten Entwurf, der eine Fläche von 20 Quadratmetern vorsah, bereits in der Dezembervorlage veranschlagte Größe von nun 30 Quadratmetern, bleibt unangetastet, unabhängig davon, ob das Material nun aus Edelstahl oder Kunststoff besteht. Letztere Frage muss der Planungsausschuss am 24. Mai bewerten.” Helmut Gühsgen verwies jedoch noch einmal auf die finanzielle Situation der Indestadt: „Natürliche wäre ein Planschbecken aus Edelstahl wünschenswert, aber leider ist diese Variante eben auch kostspielig”, gab er zu bedenken.

Jetzt liegt der Ball bei den Mitgliedern des Planungsausschusses der Stadt.

160.000 Besucher strömten im Jahr 2011 in das Hallenbad Jahnstraße. Damit stieg die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um 8000.

Diese Entwicklung schlug sich auch auf die Einnahmen nieder. Lagen diese im Jahr 2010 bei 189.000 Euro, stiegen sie im Verlauf des Jahres 2011 auf 215.000 Euro.

Die Besucherzahlen von Schulen (35.331) und Vereinen (31.620) blieb konstant, die Zahl der zahlenden Besucher stieg von 77.272 auf 84.583 erheblich an. „Ein positiver Trend, der sicherlich mit der Attraktivierung des Hallenbads zusammenhängt. Auch die Intensivierung der Werbung, nicht zuletzt im Internet, dürfte zur positiven Entwicklung beigetragen haben”, erklärte Oliver Liebchen von der SPD. Manfred Waltermann (UWG) regte an, weiterhin für den Schwimmsport in den Schulen zu werben.

Die Einnahmeentwicklung bewertet der Unabhängige positiv, die weiterhin anfallenden Kosten dürften jedoch nicht außer Acht gelassen werden. „Die Einnahmen machen nach wie vor nur einen kleinen Teil dessen aus, was die Allgemeinheit zur Unterhaltung des Hallenbads aufbringen muss”, so Manfred Waltermann.

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