Gruppe aus China informiert sich über das deutsche Kita-System

Von: se
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Vera Joußen und Edith Platau (2. und 3. von links) freuten sich über das Geschenk, das sie von der Delegationsleiterin Yu Zhu (links) erhielten. Foto: Sonja Essers

Eschweiler. Bengbu ist die drittgrößte Stadt in der chinesischen Provinz Anhui. Dort leben über drei Millionen Einwohner, und sie liegt in der Nähe von Shanghai. Tausende von Kilometern liegen zwischen ihr und der Indestadt,

Doch wenn es um Kinder und deren Betreuung geht, scheint es keine Grenzen zu geben. Dies wurde jetzt deutlich. Am Dienstag hatte sich eine chinesische Delegation angekündigt, um den Bewegungskindergarten „Purzelbaum“ an der Alten Rodung zu besuchen.

Die 22-köpfige Delegation wollte sich über das deutsche Kindergartensystem informieren, und so führte sie ihr Weg nach Eschweiler. Vera Joußen, Vorstand der Betreuungseinrichtung für Kinder und Jugendliche (BKJ), Edith Platau, Pädagogische Fachberaterin, Kindergartenleiterin Kirsten Marangone sowie Peter Schöner, Vorsitzender des Europavereins „Gesellschaftspolitische Bildungsgemeinschaft“ (GPB) und dessen Geschäftsführerin Annelene Adolphs freuten sich über den angereisten Besuch.

Geschenke für Gastgeber

Mit Kaffee, kalten Getränken und Gebäck wurden 14 Erzieher, fünf Grundschullehrer, zwei Studenten und ein Schüler herzlich empfangen. Diese wiederum fühlten sich von Beginn an pudelwohl und hatten den Verantwortlichen verschiedene Gastgeschenke, darunter das Bild einer chinesischen Landschaft sowie Glücksarmbänder, mitgebracht.

Warum gerade der Kindergarten in der Alten Rodung für den Besuch ausgesucht wurde, hatte einen einfachen Grund, wie Joußen berichtete: „Als die Anfrage kam, haben wir uns zunächst überlegt, welche Einrichtung noch geöffnet ist, schließlich sind Sommerferien und einige Kindergärten schon geschlossen.“ Nach der Begrüßung durch Peter Schöner, der sich besonders über die tolle Möglichkeit freute, den Kindergarten zu besuchen, gab Vera Joußen den Gästen eine kurze Einführung in das Kindergartenwesen in Deutschland und ging besonders auf die Inde­stadt ein. In dieser befinden sich momentan 32 Kindergärten in unterschiedlicher Trägerschaft. Die Träger sind kirchlich, kommunal oder Wohlfahrtsverbände. Die BKJ der Stadt betreibt elf Kindergärten wie den Bewegungskindergarten „Purzelbaum“, der momentan ausgebaut wird, so dass ab dem 1. August auch Kinder ab dem 1. Lebensjahr betreut werden können.

Die 22 Besucher lauschten dem Vortrag gespannt, der von Dolmetscherin Lian Xue übersetzt wurde. Die Delegation um ihre Leiterin Yu Zhu hatte viele Fragen. So wollten die Teilnehmer wissen, ob in Deutschland auch private Kindergärten bestehen und ob es feste Bereiche gibt, in denen die Kinder ausgebildet werden müssen, bevor sie in die Schule kommen. Nur ein Thema sprachen die Gäste mit Vorsicht an: Das Einkommen der Erzieherinnen in Deutschland. „Vielleicht ist das eher eine private Frage“, meinte Dolmetscherin Lian Xue schüchtern, doch auch darauf erhielt sie eine Antwort.

Nachdem alle Fragen beantwortet wurden, führte Marangone die Besucher durch den Kindergarten, zeigte ihnen die verschiedenen Gruppenräume, die Turnhalle, die Küche und den Außenbereich. Fasziniert folgte ihr die Gruppe und hielt alles in Ton und Bild fest. Auch über einen Gegenbesuch in China würde man sich sehr freuen, wie Delegationsleiterin Yu Zhu mitteilte. „Das wäre mit Sicherheit sehr interessant. Dann machen wir einfach eine Dienstreise dorthin“, scherzte Joußen.

Die Gäste, die Glücksarmbänder an die Kinder verteilten, fühlten sich willkommen. „Die deutschen Städte sind sehr sauber, ordentlich und schön, und die Menschen wirklich sehr nett“, erklärte Lian Xue. Für die Delegation ging es nach dem Besuch wieder zurück nach Frankfurt.

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