Eschweiler - Grundschulplätze: Eltern werden auf Geduldsprobe gestellt

Grundschulplätze: Eltern werden auf Geduldsprobe gestellt

Von: Daniel Gerhards
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An welche Schule soll es gehen: Eltern bekommen erst im April eine Zu- oder Absage für die I-Dötzchen im kommenden Schuljahr. Foto: dpa, Daniel Gerhards (2)

Eschweiler. In diesem Jahr fordert die Verwaltung von Eltern vor allem eines: Geduld. Wer sein Kind an einer Eschweiler Grundschule angemeldet hat, wird die Zu- oder Absage für das Schuljahr 2014/15 drei Monate später bekommen als gewohnt. „Die endgültige Entscheidung über die Annahme der Kinder wird erst Ende April fallen“, sagt Eschweilers Schuldezernent Dieter Kamp. Im vergangenen Jahr bekamen die Eltern bereits Ende Januar Bescheid.

Laut Inklusionsgesetz haben behinderte Schüler ab dem 1. August 2014 das Recht, an einer Regelschule unterrichtet zu werden. Darüber hinaus besagt das 9. Schulrechtsänderungsgesetz, dass grundsätzlich nun die Eltern einen Antrag einreichen, wenn ihr Kind sonderpädagogische Unterstützung benötigt. Diesen Antrag können die Eltern noch bis Mitte Februar stellen. Dann müsse noch über die Anträge entschieden werden.

Kinder würden begutachtet. Für die Behörden ist also erst Ende April klar, welche Kinder einen besonderen Förderbedarf haben. Dann wisse man folglich auch erst wie viele dieser Kinder in die jeweilige Schule oder Klasse kommen. In solchen Fällen würde man – wenn möglich – kleinere Klassen bilden, sagt Kamp.

Wie viele Eltern einen solchen Antrag stellen, weiß bislang noch niemand. Trotzdem bereitet das aufwendigere Prozedere Kamp keine Kopfschmerzen. „Ich sehe keine Probleme. Die Kinder mit Förderbedarf werden nicht dazu führen, dass andere Kinder abgewiesen werden müssen“, sagt er. Nach aktuellem Stand werde es an keiner Schule zu überfüllten oder nicht in den Griff zu bekommenden Klassen kommen.

Das zeigt auch der Überblick über die vorläufigen Anmeldezahlen. Geht man von maximal 27 Kindern pro Klasse aus, sind die Klassengrößen an Schulen vertretbar. Bislang sind acht Kindern noch nicht an einer Grundschule angemeldet.

Besonders viele Eltern möchten ihre künftigen I-Dötzchen zur Don-Bosco-Schule (76 Anmeldungen) und zur Grundschule Dürwiß (67 Anmeldungen) schicken. Auffällig ist auch, dass die Nachfrage nach Plätzen an der Evangelischen Grundschule Stadtmitte. Im Schuljahr 2013/14 besuchen 23 Erstklässler diese Schule, bei einer ersten Klasse. Diese niedrige Zahl steht in Zusammenhang mit dem Umbau der Schule. Für das kommende Schuljahr liegen bereits 43 Anmeldungen vor. Daher wird es zwei erste Klassen geben.

Dialog mit den Eltern

Für Kamp ist wichtig, dass man mit den Eltern behinderter Kinder in einen Dialog kommt. Das habe in den vergangenen Jahren immer gut funktioniert. „Man muss mit den Eltern sprechen und schauen, ob eine Schule geeignet ist oder nicht“, sagt Kamp. Vielleicht könne ein körperbehindertes Kind dann nicht immer zur nächstgelegene Schule gehen.

Zu unterschiedlich sind die Bedürfnisse der Kinder je nach Behinderung. Rollstuhlfahrer, Gehörlose, Blinde stellen zum Beispiel schon ganz unterschiedliche Anforderungen an eine Schule. Blinde Kinder bräuchten einen besonderen Boden und es darf nichts im Weg stehen. Rollstuhlfahrer müssten Treppen überwinden – zum Beispiel mit einer Rampe.

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