Eschweiler - Große Kunst, auch ganz wörtlich genommen

Große Kunst, auch ganz wörtlich genommen

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Zwei bedeutende Künstler, Rafael Ramirez Máro (links) und Antonio Máro, Sohn und Vater, stellen seit Sonntag in der Städtischen Kunstsammlung aus. Hans-Werner Schmidt (rechts) würdigte in der Vernissage ihr Werk.

Eschweiler. „Wie habt ihr diese Riesenleinwände eigentlich durch die Tür gekriegt?” Manchmal sind es auch die ganz praktischen Fragen, die in der Kunstszene von Bedeutung sind. Zumindest dann, wenn man eines der Werke kaufen möchte, die in der Ausstellung zu sehen sind.

Und zu kaufen sind die meisten Bilder, die seit Sonntag in der Städtischen Kunstsammlung gezeigt werden. Große Kunst also bietet der Eschweiler Kunstverein im 1. Stock des Kulturzentrums Talbahnhof, und das zum Glück im doppelten Wortsinn. Zu sehen sind in einer Gemeinschaftsausstellung Werke des aus Peru stammenden Arztes und Malers Antonio Máro, der im belgischen Hauset lebt, und seines Sohnes Rafael Ramirez Máro. Unterstützt wird die Ausstellung von der Steinweg-Galerie Stolberg.

Enormes Interesse

Das Interesse der kunstsinnigen Bürger aus Nah und Fern war enorm, Besucherscharen drängten sich durch die nicht sehr großen Räume - Manfred Lohre, der Vorsitzende des Kunstvereins, legte ihnen allen dann auch ans Herz, doch noch einmal zu kommen, wenn weniger los sei. Er sei am Vorabend ganz allein in der gerade fertig gehängten Ausstellung gewesen, und da sei die Wirkung der Bilder geradezu überwältigend gewesen...

Aber auch mit Publikum sind die Werke beeindruckend, und gerade auch dann, wenn solche Ausstellungsräume zu Orten der Begegnung und des Gesprächs werden. Hans-Werner Schmidt, Leiter der Eschweiler Volkshochschule und Mitgründer des Eschweiler Kunstvereins, wies in seiner Eröffnungsrede darauf hin, wie sehr das kulturelle Leben einer Stadt auf solche Orte angewiesen ist, auf „Orte des Vergnügens, des Hörens, des Sehens und des Gesprächs”.

„United Colors of Ramirez & Máro” ist der Titel der Ausstellung, und diese Rede von den vereinten Farben weist auf die Gemeinsamkeiten der beiden Künstler hin, auch wenn Antonio Máro fast ausschließlich abstrakt malt, während in den Werken seines Sohnes die geradezu altmeisterliche Portätkunst bestimmend ist. „Zwei Menschen also, die ihren jeweils ureigenen Stil haben, den ganz besonderen Strich, den wiedererkennbaren Duktus, die in ihren Farben schwelgen, ihre individuellen Kompositionen wie Fingerabdrücke als unverwechselbar ansehen”, so Hans-Werner Schmidt.

Sehnsüchte

Und doch ist die „geistige, künstlerische und Seelenverwandtschaft” von Vater und Sohn bei jedem Bild zu spüren. Es sind Hingabe und Temperament, es sind Charisma und Sinnlichkeit der Malerei, der Einsatz klarer, leuchtender, raumbeherrschender Farben und intensiver Farbflächen, die von dieser Verwandtschaft zeugen. Für beide Künstler gilt der Satz, mit dem Schmidt seine Würdigung eröffnete: „Kunstwerke sind Nachrichten über unsere Zeit, über unsere Befindlichkeit, unsere Sehnsüchte, unsere Art zu sehen - viel direkter, als es jede wissenschaftliche Beschreibung vermag.”

Und so künden die Bilder Antonio Máros vom Allerursprünglichsten. Vom Licht und vom Leben unter dem Licht, von der Erde und dem weiten, unendlichen Himmel darüber. Und die Bilder von Rafael Ramirez künden von den Bedingungen des Lebens, von der Auseinandersetzung mit der Geschichte und der Religion, von Schuld und Sühne und Vergebung. In einer Fragerunde bei der Ausstellungseröffnung berichtete Ramirez über seine künstlerischen Pläne in den nächsten Monaten: „Zur Zeit arbeite ich an einer Pietà für eine Kapelle in Salzburg, die im März eingeweiht wird; und im Mai wird ein Gemälde von Papst Johannes Paul II. fertig” - dieses als Auftragswerk für eine Kirche zu Ehren der Seligsprechung des Papstes.

Herzliche Dankesworte sagte Hans-Werner Schmidt nicht nur dem Eschweiler Kunstverein, namentlich Monika Kendziora und Manfred Lohre, deren Engagement diese Ausstellung zu danken sei, sondern auch dem Stolberger Ehepaar Christa und Karl-Heinz Oedekoven von der Steinweg-Galerie als tatenreiche Mit-Organisatoren der Ausstellung. Überhaupt - so Schmidts kleiner Ausflug in Politik und Lokalgeschichte - sei es an der Zeit, die beiden Nachbarstädte einander näher zu bringen. Bürgermeister Rudi Bertram, der zuvor ein Grußwort gesprochen hatte, hörte nicht nur an dieser Stelle des Vortrags aufmerksam zu...

Die Öffnungszeiten im Talbahnhof

Die Ausstellung „United colors of Ramirez & Máro” wird gezeigt in der Städtischen Kunstsammlung im Kulturzentrum Eschweiler Talbahnhof, Raiffeisen-Platz 1-3.

Geöffnet ist die Ausstellung immer freitags 16 bis 18 Uhr, samstags 11 bis 13 Uhr, sonntags 11 bis 13 Uhr und 16 bis 18 Uhr. Letzter Tag ist Sonntag, 6. Februar 2011.

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