Griechenland einmal anders kennenlernen

Von: kaba
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Gemeinsam lauschten die Gäste
Gemeinsam lauschten die Gäste der Ausstellungseröffnung den griechischen Klängen. Georgius Vasiludis (links), Kimon (Mitte) und Josef Anastasidis (rechts) spielen Lieder aus ihrem Heimatland. Ganz begeistert natürlich auch Brigitte Averdung-Häfner (oben mitte), ihr Mann Christoph Häfner (oben links) und Bürgermeister Rudi Bertram (rechts). Foto: Katja Bach

Eschweiler. Es geht um das Konzept Europas, es geht um die Städteregion, und in erster Linie geht es um Kinder, die in dieser Städteregion leben.

Im Mittelpunkt von Brigitte Averdung-Häfners Ausstellung stehen Kinder mit griechischen Wurzeln. Die Fotografien zeigen die Kinder in ihrem Lebensumfeld, der Städteregion Aachen. Ob vor dem Aachener Rathaus, in Monschau oder am Blausteinsee, „man kann erkennen, dass die Kinder sich bei der Arbeit und in ihrer Heimat wohlgefühlt haben”, findet Bürgermeister Rudi Bertram, der die Ausstellung mit eröffnete. Zu sehen sind die Werke nun im Eschweiler Rathaus.

Ein Teil ihres Herzens

Die Fotografin Brigitte Averdung-Häfner möchte dazu einladen, Griechenland und die Menschen besser zu verstehen. Sie selber erklärt, dass ein Teil ihres Herzens griechisch schlägt. Schon früh lernte sie das griechische Leben kennen. Bereits mit fünf Jahren wohnte sie neben Griechen, sie saß in der Schule neben einem griechischen Mitschüler, und auch ihr damaliger Mann kam aus Griechenland. Diese Erfahrungen verbinden und bringen ein Gefühl hervor, dass man nicht erklären kann, berichtet sie.

Und diesem Gefühl ein Stück näher zu kommen, Griechenland ein Stück weit kennen und verstehen zu lernen, dazu lädt die Fotografenmeisterin nun mit ihrer Ausstellung ein. Nicht nur die Herkunft der Kinder reflektieren das Thema, auch ihre Posen sind zum Teil Anlehnung an die griechische Mythologie, und auch die Farbgestaltung lässt die auf die Landesfarben schließen. „Ich habe mit den Kindern zunächst über ihr Land gesprochen, habe sie gefragt, was sie darüber wissen und was sie damit verbinden. So kamen sie zum Beispiel auf Tanz und Musik, aber auch auf Wissenschaft oder Medizin. Das haben wir dann versucht, auf den Fotos zum Ausdruck zu bringen”, erklärt Averdung-Häfner ihre Arbeit.

Dabei war es allerdings oft nicht einfach, denn Kinder haben ihren eigenen Kopf und sind oft etwas hibbelig. „Da kommt es oft auf Geschwindigkeit an, um den perfekten Moment zu nutzen.” Dennoch, das Ergebnis spricht für sich, und das ist Averdung-Häfners große Stärke.

Die Ausstellung hat aber nicht nur kulturelle Hintergründe. Sie spricht gezielt politische Themen an, die derzeit in Europa sehr aktuell, aber auch in der Städteregion bemerkbar sind. „Griechenland ist es wert, dass man auf es aufmerksam macht und die Menschen daraufhin weist. Gerade jetzt, da das Land in der EU ein solches Sorgenkind ist”, beteuert die Fotografin. Denn die Städteregion ist für sie Europa in klein. Die griechischen Familien seien hier zu Hause, und auch hier bei uns hätten sie unter den europaweiten Problemen zu leiden. So berichtet die Fotografin, dass viele Scherze über die Griechen machen oder nicht mehr in griechische Restaurants gehen, weil sie ja bereits genug Geld in dieses Land investieren.

Mit ihrer Ausstellung möchte sie etwas bewegen und auf solche Missstände hinweisen. Das unterstützt auch Rudi Bertram. Daher kommt auch der Titel der Ausstellung „Unter uns - wir glauben an die Zukunft”.

92-jähriges Fotomodell

Die Gäste der Eröffnung waren jedenfalls beeindruckt von dieser Idee und ihrer Umsetzung. Auch die in Eschweiler bekannte Edith Caster war ganz begeistert. Die 92-Jährige ist eines von Averdung-Häfners Fotomodellen und kann an dieser Ausstellung nur positives finden. Zum Anlass der Eröffnung waren auch Mitglieder des Vereins griechischer Eltern und Erziehungsberechtigter in Aachen und Umgebung anwesend, über den die Künstlerin ihre Fotomodelle kennengelernt hatte. Aus ihren Reihen kam nun auch die musikalische Unterstützung des Abends.

Georgius Vasiludis, Josef Anastasidis und sein neunjähriger Sohn Kimon spielten Musik aus ihrem Heimatland und brachten das von Averdung-Häfner beschriebene Gefühl vielleicht ein wenig mehr in die Herzen der Besucher. Das jedenfalls bleibt der Wunsch dieser Ausstellung, die hoffentlich vielen Griechenland ein wenig näherbringt.
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