Eschweiler - Grabenstraße: Gefährlicher Hindernislauf durch Matsch

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Grabenstraße: Gefährlicher Hindernislauf durch Matsch

Von: Christina Handschuhmacher
Letzte Aktualisierung:
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Sieht die Baustelle als Gefahrenquelle: Manfred Esser beklagt, dass es keine Wegführung an der Grabenstraße gibt. Foto: Handschuhmacher

Eschweiler. Der Heimweg von Manfred Esser gleicht einem Hindernislauf. Erst muss er einer knöcheltiefen Pfütze ausweichen, dann einem Haufen aus Lehm. Vorbei an rot-weiß-gestreiften Absperrbaken bahnt er sich den Weg zu seinem Haus an der nördlichen Grabenstraße. An der Haustür zieht er zuerst einmal die mit Lehm verschmutzten Schuhe aus.

Doch es sind nicht nur diese gewöhnlichen Unannehmlichkeiten einer Baustelle wie Dreck, Lärm und Staub, die den ehemaligen Eschweiler Bürgermeister ärgern. „Dass man bei einer Baumaßnahme Beeinträchtigungen in Kauf nehmen muss, ist gar keine Frage“, sagt er. Und die Sanierung der Straße sei ja auch dringend notwendig gewesen. Aber Manfred Esser wirft der Stadt Eschweiler vor, dass diese als Bauherr ihrer allgemeinen Verkehrssicherungspflicht nicht nachkomme. Die Beschilderung sei unzureichend, etwa an dem für Fußgänger gesperrten Ampelübergang zum südlichen Teil der Grabenstraße. Auch der Fußweg zur um wenige Meter in Richtung Bushof verschobenen Bushaltestelle Grabenstraße sei nicht gesichert.

Stadtsprecher Stefan Kaever weist diese Vorwürfe zurück: „Die Beschilderung, die Absperrungen und die Fußgängerführung sind so, wie es die städtische Verkehrssicherungspflicht vorschreibt.“ An der betreffenden Ampel etwa gebe es einen deutlichen Hinweis, dass die Fußgängerquerung aufgehoben sei.

Kaever: „Die Bürger, die aus Richtung Rathaus kommend in Richtung Bushof unterwegs sind, werden ab dem heutigen Donnerstag wieder fußläufig geradeaus weitergehen können.“ Der Schlenker über die Baustelle sei zuvor unvermeidbar gewesen.

Doch Anwohner Manfred Esser übt nicht nur hinsichtlich der Verkehrssicherungspflicht Kritik an der Stadt. „Mich ärgert, dass es keine vernünftige Wegführung für Bürger gibt, die in Richtung Innenstadt unterwegs sind“, sagt der 73-Jährige. Es sei bereits zu einem Unfall gekommen. Ein Anwohner sei auf dem Weg zu seinem Auto gestürzt und habe sich einen Kapselanriss am Fußgelenk zugezogen.

Aufgrund der Enge der Straße mussten die Bordsteine an beiden Straßenseiten entfernt werden. Wer nun den Weg über die Grabenstraße wählt, kann sich darauf einstellen, dass er danach erst einmal seine Schuhe putzen muss – zumindest bei den derzeitigen Witterungsverhältnissen. „Die könnten doch einmal ein paar Holzplatten hier verlegen, wenn schon so ein Regenwetter ist“, sagt eine Passantin.

Und schmutzige Schuhe sind ein vergleichsweise kleines Problem. „Das Durchqueren der Straße mit einem Rollstuhl oder Rollator ist derzeit nicht möglich“, sagt Esser. Das sorgt auch bei Hubert Classen, dem Inhaber des dort ansässigen Sanitätshauses, für Probleme. „Zu unseren schwerstbehinderten Kunden fahren wir derzeit mit dem Auto, weil die ja nicht mehr einfach hierher kommen können.“ Aufgrund der Baustelle herrscht in der gesamten nördlichen Grabenstraße Halteverbot.

Anwohner Esser fordert, dass die Stadt eine Bitumenschicht verlegt, also einen Belag über den Anwohner und Passanten sicher gehen können. Dass eine solche vorübergehende Sauberkeitsschicht verlegt wird, sei nicht üblich, sagt Pressesprecher Kaever. „Aber in der kommenden Woche wird entlang der rechten Häuserzeile Richtung Hotel de Ville der Bordstein gesetzt.“ Parallel dazu werde dann auf der gegenüberliegenden Seite ein Bereich für die Fußgänger hergerichtet.

Die Bauarbeiten zur Umgestaltung der nördlichen Grabenstraße, die Indestraße und Dürener Straße verbindet, laufen seit November. Der Umbau der nördlichen Grabenstraße zu einem verkehrsberuhigten Geschäftsbereich ist das letzte bauliche Puzzlestücke im Stadterneuerungsprogramm Innenstadt. Zeitgleich finden umfangreiche Kanalarbeiten zur Sanierung der Hauptleitungen und der Hausanschlüsse statt. Die Bauarbeiten sollen nach Angaben der Stadt noch bis August dauern.

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