Girls' Day: Erste Erfahrungen mit dem Lötkolben

Von: se
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Auszubildender Carsten Lorsee (links) erklärte den Teilnehmerinnen des „Girls Day“ verschiedene Aufgaben. Schülerin Alina Flosdorf (rechts) gelingt es so die Blinki-Übung erfolgreich zu lösen. Foto: Sonja Essers

Eschweiler. Löten, stecken und schalten – was in der Schule höchstens im Physikunterricht behandelt wird, steht für die Auszubildenden in der RWE-Ausbildungsstätte Weisweiler täglich auf dem Programm. Um einen genaueren Einblick in die verschiedenen Berufe zu bekommen, nahmen am Donnerstag drei Schülerinnen aus der Region am Girls Day teil.

Im RWE-Ausbildungszentrum schnupperten sie in den Arbeitsalltag von Betriebstechnikern und Industriemechanikern rein und informierten sich über den Betrieb und dessen Ausbildungsangebot. Betreut wurden die Schülerinnen nicht nur von Jürgen Frings, Teamleiter für Elektroberufe, und Stephan Milz, technischer Ausbilder, sondern vor allem von den Auszubildenden selbst. Alina Hoffmann und Carsten Lorseem, die eine Ausbildung zum Elektriker für Betriebstechnik absolvieren, erklärten den Schülerinnen, wie Schaltungen funktionieren und verschiedene Funktionen erzeugt werden.

Doch nicht nur die Teilnehmerinnen lernten viel dazu. Auch die Auszubildenden zeigten ihr bereits vorhandenes Können. „Vor einigen Jahren habe ich selbst am Girls Day teilgenommen“, erzählte Alina Hoffmann und fügte hinzu: „Ich finde es wichtig, dass man so in Berufe reinschnuppern kann, die fast nur von Männern ausgeführt werden.“ Dass es gerade an weiblichen Auszubildenden in manchen Berufen mangelt, bestätigte Jürgen Frings: „Es gibt nur wenige Frauen, die sich für eine Ausbildung im Elektrobereich interessieren. Wir würden uns sehr freuen, wenn sich dies ändern würde.“

Nachdem die Schülerinnen verschiedene Steck- und Löt-Übungen abgeschlossen und bei der so genannten Blinki-Übung erfolgreich rote und grüne LED-Lämpchen zum Leuchten gebracht hatten, ging es nach dem Mittagessen weiter in den Metallbereich. „Hier werden die Teilnehmerinnen Grundübungen in der Pneumatik und Steuerungstechnik vornehmen“, erklärte Ausbilder Stephan Milz und ergänzte: „Mit den Übungen wollen wir vor allem erreichen, dass die Mädchen aktiv sind und sich trauen, die gelernten Dinge selbst umzusetzen.“ Damit die Teilnehmerinnen verstehen, womit man sich als Industriemechaniker auseinandersetzen muss, verwendete Milz ein einfaches Beispiel: „Wie das Geräusch, das beim Öffnen und Schließen der Bustüren ertönt, zustande kommt, werden wir den Mädchen heute ganz genau erklären.“

Über einen Mangel an weiblichen Auszubildenden kann man sich in diesem Ausbildungszweig nicht beklagen. „Im kommenden Ausbildungsjahr starten wir mit 24 Auszubildenden, davon sind vier weiblich“, so Milz. Was vor 20 Jahren kaum denkbar war, sei heute Alltag, meinte er und fügte hinzu: „Heute können Mädchen in jedem Beruf erfolgreich sein und dort ihren Mann stehen.“

Zufrieden waren auch die Schülerinnen, die am Girls Day in der RWE-Ausbildungsstätte Weisweiler teilnahmen. „Mir gefällt es hier wirklich sehr gut“, erzählte Schülerin Alina Hoffmann. Obwohl in diesem Jahr nur drei Teilnehmerinnen das Angebot wahrgenommen hatten, zeigten sich Jürgen Frings und Stephan Milz zuversichtlich: „So konnten wir intensiver mit den Teilnehmerinnen arbeiten“, meinte Frings und Milz ergänzte: „Wenn sich eines der Mädchen später an diesen Tag zurückerinnert und eine Ausbildung in einem der Bereiche in Erwägung zieht, war es auch für uns ein voller Erfolg.“

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