Germania gibt es jetzt zwei Mal

Von: Andreas Röchter
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Eindeutiges Votum: Bei jeweils einer Gegenstimme und einer Enthaltung entschieden sich 123 Germania-Mitglieder für die Spaltung ihres Vereins nach dem Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Vor etwas mehr als drei Jahren feierten die Fußballer, Leichtathleten und Turner des FC Germania 07 Dürwiß gemeinsam das 100-jährige Bestehen ihres Vereins. Den 104. Geburtstag in einigen Monaten werden nur noch die Fußballer begehen.

Am Donnerstag beschlossen nämlich die Germanen während einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im vollbesetzten Vereinsheim der Großsportanlage die „Spaltung des Vereins nach dem Umwandlungsgesetz”. Bei jeweils einer Gegenstimme und Enthaltung stimmten 123 Vereinsmitglieder der Spaltung zu. Während die Fußballer weiter unter dem Namen FC Germania 07 Dürwiß dem Ball nachjagen werden, firmieren die Leichtathleten und Turner nun als SV Germania Dürwiß.

Die Entscheidung über die Zukunft des Vereins war vielen Germanen wichtig. Denn mit 125 stimmberechtigten Mitgliedern verzeichneten die Verantwortlichen wohl eine Rekordteilnehmerzahl in Sachen Mitgliederversammlungen. „So einen Andrang habe ich zumindest noch nicht erlebt”, erklärte Versammlungsleiter Franz Heinen. Der Vorsitzende des FC Germania 07 Dürwiß erläuterte vor der Abstimmung die Aspekte, die zur Idee der Spaltung führten.

„Zunächst einmal wurde kein neuer Vorstand für den Gesamtverein gefunden. Der momentan amtierende fungiert deshalb kommissarisch.” Entscheidend seien aber wohl die anstehenden Investitionen. Die Fußballer planen nämlich den Bau eines Kunstrasenplatzes. „Die Schätzkosten belaufen sich auf 320.000 Euro. Leider hat der Verein dieses Geld nicht zur Verfügung, muss also einen Kredit aufnehmen. Das Risiko würden aber alle Abteilungen des Vereins tragen, also auch die Leichtathleten und die Turner. Deren Vorstände haben dies aber abgelehnt”, so Franz Heinen. Deshalb sei zwar eine weitere Zusammenarbeit angedacht, aber unter zwei unterschiedlichen Dächern.

Darüber hinaus sprächen auch wirtschaftliche Gründe für eine Spaltung des Vereins. „Die steuerlichen Freibeträge beziehen sich nämlich auf den Verein, nicht auf die Zahl dessen Mitglieder”, erläuterte der kommissarische Vorsitzende des Gesamtvereins, der ebenso auf die Neuberechnung der Zuschüsse seitens der Stadt im Falle der Spaltung hinwies.

Notar Guido Kordel brachte den Zuhörern die weitere Vorgehensweise näher. „Die Spaltung nach dem Umwandlungsgesetz stellt einen klaren Schnitt dar, ist aber einfacher als die Neugründung eines Vereins. In letztgenanntem Fall müsste nämlich der Austritt aus dem alten und der Eintritt in den neuen Verein erfolgen. Dies entfällt bei einer Spaltung.” Der Spaltungsbericht, der Spaltungsplan samt Satzung des SV Germania sowie eine Materialsammlung gehen nun zum Amtgericht Aachen.

„Die Verantwortlichen des dortigen Vereinsregisters haben bereits erste Anzeichen gegeben, dass nichts gegen eine Eintragung ins Vereinsregister spricht”, verdeutlichte der Jurist. Erfolgen wird diese jedoch frühestens in vier Wochen. Bis dahin läuft die Einspruchsfrist. So lange bleiben auch die Mitglieder der Leichtathletik- sowie der Turnabteilung Mitglieder des FC Germania 07 Dürwiß und genießen nach wie vor Versicherungsschutz. „Generell nehmen die Leichtathletik- und die Turnabteilung alle Pflichten und Rechte mit in den SV Germania”, schloss Guido Kordel seine Ausführungen.

Die folgende Abstimmung wurde dann zum eindeutigen Votum für die Spaltung. Nur ein Germane stimmte dagegen. „In modernen Betrieben wird outgesourced´. Hier ist es nun genauso. Ich finde, der FC Germania 07 sollte nicht zerschlagen werden”, begründete er seine Haltung.

Franz Heinen richtete zum Abschluss der außerordentlichen Mitgliederversammlung den Blick in die Zukunft: „Mich treibt die Hoffnung, dass die, die bisher vernünftig miteinander umgegangen sind, dies auch in Zukunft tun werden.”
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