Eschweiler - Gerda Zuleger-Mertens gestaltet Glasfenster einer Kapelle in Budapest

Gerda Zuleger-Mertens gestaltet Glasfenster einer Kapelle in Budapest

Von: Joachim Peters
Letzte Aktualisierung:
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Gerda Zuleger bei der Ausgestaltung der Kapellenfenster m Franziskus-Seniorenheim Budapest. Foto: Franz-Liszt-Gesellschaft

Eschweiler. Etwas erschöpft ist sie immer noch. Doch noch mehr fühlt sie sich erleichtert. Und dann ist die gerade aus der ungarischen Metropole Budapest zurückgekehrte Eschweiler Malerin Gerda Zuleger-Mertens auch glücklich.

Hinter ihr liegt eine kreative Arbeit, die im Vorfeld und vor Ort so manches Herzklopfen verursachte: die Gestaltung der Glasfenster in der Franziskus-Kapelle eines großen Budapester Seniorenzentrums.

Dieses Haus war früher ein Hotel, in dem die Vorstandsmitglieder der Eschweiler Franz-Liszt-Gesellschaft bei Ungarn-Besuchen nächtigten. Die neue Aufgabe des Hauses möchten die Liszt-Freunde aus der Indestadt ideell unterstützen.

Nun ist Gerda Zuleger-Mertens seit einiger Zeit selbst Sympathisantin der Eschweiler Franz-Liszt-Gesellschaft. Und sie bringt ihre Fähigkeiten zum Wohl der Gesellschaft ein. Mehr noch: Durch ihr Engagement entdeckt sie an sich noch neues Können. Zwei Talente waren es vor allem, die bei ihrem (übrigens honorarfreien!) Engagement in Ungarn hervorraten: die Glasmalerei und die Umsetzung religiöser Themen.

Denn nichts Geringeres als der Sonnengesang des heiligen Franziskus war die Vorgabe, die Gerda Zuleger-Mertens in einer dicht gedrängten Arbweitswoche an den Fenstern der Franziskus-Kapelle zu bewältigen hatte.

Mitgebracht hatte sie nur ihre in Eschweiler gefertigten Ideen-Skizzen und eine große Zahl von Farbtöpfen. Einen Teil ihrer Inspiration, so bekennt Gerda Zuleger-Mertens, habe sie von Violetta Palatinus bekommen. Das begleitende Flötenspiel ihrer mitgereisten Eschweiler Künstlerfreundin habe Ängstlichkeiten des Anfangs besiegt und ihren Mut befeuert. Es schaffte auch jene Energie, die in einem Gefühl des Nitro-Rausches von Farben und Flüssigkeiten nötig war.

Das enthusiastische Loblied des armen Bruders aus Assisi - Franz Liszt fühlte sich dem Orden seines Namensheiligen verbunden und empfing die niederen kirchlichen Weihen eines Ab - findet sich in den von Gerda Zuleger-Mertens gestalteten Fenstern wieder. Kräftige Farben - wie bei der gleißenden Sonne und den tiefroten Mohnfeldern - sind ebenso auszumachen wie prägnante Darstellungen von Tieren wie den Vögeln mit ihren mächtigen Flügeln.

Besonders bei der Gestaltung der Mohnfelder ist der Künstlerin die Bipolarität religiösen Empfindens bewusst geworden: Die Mohnfelder sind mit ihrem kräftigen Rot Symbol des Lebens. Aber sie verwehen und wandeln sich damit auch zum Symbol von Vergänglichkeit und Tod.

Ja, man merkt es der Eschweilerin an: Das Kapitel Budapest ist zwar künstlerisch und räumlich abgeschlossen, doch es wirkt im Denken nach. Und wohl auch in den Werken, welche die Kunstfreunde der Indestadt in Zukunft von Gerda Zuleger-Mertens zu sehen bekommen.

„Mit dem Pinsel neu gedichtet”

Jozsef Kuller, früherer Hotel-Geschäftsführer am Ort und nun Generaldirektor des dort entstandenen Budapester Seniorenzentrums, hat sich bei der Eschweiler Künstlerinnen Gerda Zuleger-Mertens und Violetta Palatinus mit einem Brief für ihren großen Einsatz bedankt. „Mit besonderem malerischen Können hat Frau Zuleger den Sonnengesang des Hl. Franziskus auf Fenstergläser mit dem Pinsel neu gedichtet.”

Der honorarfreie Einsatz von Gerda Zuleger-Mertens und Violetta Palatinus, die mit Flötnspiel auch die Heimbewohner erfreute, sei „beispielhaft und selbstlos”. Kuller lud die Künstlerinnen für den 22. Oktober wieder nach Budapest ein.

Am Geburtstag Franz Liszts wird dort die Kapelle feierlich eingeweiht - wieder im Zeichen des Franziskanischen Sonnengesangs. Denn Kantor Jozsef Ëcs spielt während der Feierstunde im Angesicht der Zuleger-Fenster auf dem Flügel den von Liszt vertonten „Sonnengesang”.

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