Gefüllter Gabentisch lässt Seniorenherzen höher schlagen

Von: Daniel Gerhards
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Sabine Hackert-Schumann und Irmi Röhseler (hier mit Frieda K.) und viele andere bescherten den Bewohnern des Ago-Seniorenzentrums am Dienstag eine zu Herzen gehende Weihnachtsfeier, zu der unsere Leser die Präsente gestiftet hatten. Foto: Daniel Gerhards

Eschweiler. Die Cafeteria des Ago-Seniorenzentrums am Ringofen platzt aus allen Nähten. Und auf dem Flur stehen noch mehr Bewohner der Einrichtung, die hinein möchten. Aus gutem Grund. Denn drinnen wird gefeiert. Es ist Bescherung.

Alle Bewohner des Seniorenheims bekommen ein Geschenk aus der Aktion „Wunschzettel“ unserer Zeitung. Mehr als 90 Päckchen und Pakete mit den gewünschten Präsenten lassen die Bewohner strahlen. Insgesamt nehmen rund 120 Heimbewohner und Angehörige an der Weihnachtsfeier teil.

Dank Ihrer großen Unterstützung, liebe Leser, konnten wir alle Wünsche erfüllen, die uns die Ago-Senioren mitteilten. Das sorgt für ein beeindruckendes Bild bei der Bescherung. Bevor unsere Mitarbeiterin Irmi Röhseler, die bei der Aktion „Wunschzettel“ wie gewohnt die Fäden in der Hand hält, die Geschenke verteilt, türmen sich liebevoll, bunt verpackte Präsente auf dem Tisch im Seniorenheim: Ein riesiger Gabentisch reicht nicht für alle Präsente.

Für Helga Quack-Oebel, Leiterin der sozialen Dienste des Ago-Seniorenzentrums, zeigt die Aktion die Wertschätzung, die den älteren Menschen entgegengebracht werde. „Das ist wirklich toll. Aus unserer Sicht ist es sehr schön, dass die Leute aus Eschweiler etwas für unsere Bewohner tun“, sagt Quack-Oebel. Und es müsse sich keiner der Bewohner schämen, etwas von einer fremden Person geschenkt zu bekommen. Im Gegenteil: „Das hat nichts mit Bedürftigkeit zu tun, sondern so ein Geschenk ist eine respektvolle Geste“, sagt Quack-Oebel.

„Gibt es ein Christkind?“

Wichtig ist für Quack-Oebel auch, dass mit so einer Feier ordentlich Leben ins Haus kommt. „Die jungen Protagonisten passen zur Ausrichtung unseres Hauses“, sagt sie. Schließlich arbeite man generationenübergreifend. Die Jüngste, die Rudolf Müller, Leiter der Eschweiler Lokalredaktion, auf die Bühne bittet, ist Hannah Hennrich. Die 13-Jährige liest die Weihnachtsgeschichte „Gibt es ein Christkind?“ vor. Und vorlesen, das kann Hannah Hennrich richtig gut: Sie hat den Vorlesewettbewerb der Städteregion Aachen bereits einmal gewonnen.

Trotz frühlingshafter Temperaturen spielt Violetta Palatinus-Acs Vivaldis Stück „Winter“ auf der Querflöte. Zusätzlich gibt die Musikerin einige Weihnachtslieder zum Besten.

Ebenfalls musikalisch unterhalten Sängerin Sonja Essers und Gitarrist Michael Faschinger. Leonard Cohens „Hallelujah“ und das kölsche Weihnachtslied „Plastik Stään“ bereiten den Zuhörern eine wahre Freude. Bei der Zugabe, dem Bläck-Fööss-Klassiker „En unserem Veedel“, zeigt sich, dass Eischwiele Platt und kölsche Tön gar nicht so weit auseinanderliegen. Beim Refrain singen viele Bewohner des Seniorenheims gekonnt mit.

Alfred Wings von der Narrengarde Dürwiß steigt bei der Feier nicht bloß in seiner Eigenschaft als Mundartredner in die Bütt. Er erzählt von Heiligabend-Mittag – so wie es in seiner Kindheit war. Da ging es auch in die Bütt – in die Zinkbütt.

Lebendiger Tannenbaum

Na klar, abends in der Kirche müsse jeder sauber sein, sagt Wings. Erst Alfred, dann Schwester, Mutter, Vater, Oma und sogar Opa. Der sei seit Ostern nicht drin gewesen. Als die ganze Familie mit demselben – mal zu heißen, mal zu kalten –Wasser gewaschen war, habe das Nass ausgesehen, wie die Flüssigkeit in der nahen Jauchegrube. Und trotzdem: Am Ende muss der Hund noch rein. Denn der kommt mit einem Kuhfladen auf dem Kopf aus dem Stall.

Gar nicht schmutzig, sondern fein herausgeputzt kommt der lebendige Tannenbaum daher. Die historische Kostümkünstlerin Sabine Hackert-Schumann, ist schon seit Jahren – mit Christbaumschmuck behängt – bei unseren Weihnachtsfeiern im Rahmen der Weihnachtsaktion „Wunschzettel“ dabei. Sie verteilt mit den Mitarbeiterinnen des Ago-Seniorenheims und Irmi Röhseler die Geschenke an die Senioren.

Am Ende sind nicht nur die beschenkten Bewohner vollauf zufrieden. Auch Helga Quack-Oebel freut sich: „Es ist schon wunderschön, in die strahlenden Gesichter der Leute zu schauen. Da kommt man selber ins Strahlen“, sagt sie.

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