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Galerie Engert: Kunstverstand, Mut und Durchhaltekraft

Von: Friedhelm Ebbecke-Bückendorf
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Die Stellvertretende Städteregionsrätin Christiane Karl (links) ist eine Freundin der Galerie Art Engert der ersten Stunde. Sie dankte Anita Engert für den Mut, hochwertige zeitgenössische Kunst in die Region zu bringen. Foto: Ebbecke-Bückendorf

Eschweiler. Kunst kann verwirren, Kunst kann zu Tränen rühren, Kunst kann aufklären, Kunst kann Widerspruch hervorrufen. Was immer Kunst aber sein mag, eines ist sie auf keinen Fall: langweilig. Das beweist die Eschweiler Galeristin Anita Engert mit jeder Ausstellung in ihrer Galerie an der Wilhelmstraße seit inzwischen zehn Jahren. Am Freitag wurde das Jubiläum mit einer Party gefeiert. Und auch die war, wie zu erwarten, alles andere als langweilig.

Eine Galerie, so definierte es Anita Engert in ihren Begrüßungsworten, ist ein professioneller Ort der Begegnung, an dem sich Künstler und Kunstinteressierte austauschen. Das war die GAE, wie sich die Galerie Art Engert abkürzt, auch am Freitag für beide Seiten, für Künstler und für Kunstinteressierte. Es war ein fröhlicher, unbeschwerter Austausch mit würdigenden Worten für eine Galeristin, die nicht nur Mut und Durchhaltevermögen hat, sondern vor allem ein Gespür für wirklich große Kunst. Und die holt sie seit zehn Jahren nach Eschweiler.

Rund 110 Künstler hat Anita Engert bereits präsentiert, darunter viele von internationalem Renommee: Ingrid Roschek, Guerrero Medina und Thomas Baumgärtel sind nur einige Namen. Das Erfolgsrezept nannte Engert in ihrer Begrüßungsansprache fast nebenbei, und es gab zustimmendes Nicken bei den Zuhörerinnen und Zuhörern: „Wir haben uns immer bemüht, anspruchsvolle Kunst zu präsentieren und keine Kompromisse zu schließen – so etwas macht nicht immer nur Freunde.“

Engagement und Talent

Aber es macht eben auch viele Freunde, und davon waren bei der Jubiläumsparty viele da. Eine Freundin der ersten Stunde, schon von der ersten Ausstellung an, ist die Stellvertretende Städteregionsrätin Christiane Karl. Sie dankte am Freitag voll Herzlichkeit der Galeristin für Mut und Einsatz: „Ich bewundere dich für dein Engagement und dein Talent, Künstlerinnen und Künstler zu suchen und zu finden, nicht nur in Holland und Belgien, auch in Spanien, Kanada, China, Mexiko. Da, wo ansprechende, qualitativ hochwertige zeitgenössische Kunst zu finden ist, da tauchst du auf und mischst mit.“

Anita Engert lässt keinen Zweifel daran, dass das so bleiben soll. Weil zeitgenössische Kunst immer in Bewegung ist und kunstsinnige Menschen immer auf der Suche nach Künstlern, die neue Wege gehen und neue Aussagen machen, ist auch sie offen für avantgardistische Strömungen in der Kunst. Seit drei Jahren hat sie Lichtkunst im Programm, das wird ein neuer Schwerpunkt: „Wir haben mehrere Lichtkunstprojekte in Vorbereitung, wir beteiligen uns intensiv an der Entwicklung von regionalen Kunstprojekten und wir entwickeln mit Künstlern und Künstlerinnen neue, wirklich ganz neue Kunstformen auf digitaler Basis.“ Noch in diesem Jahr werde man „hier in der Galerie davon hören und vor allem sehen“.

Derzeit zu sehen sind in der Galerie Wilhelmstraße 73g und gleichzeitig in der Parkklinik Röhe in einer Doppelausstellung Werke des griechisch-belgischen Künstlers Costa Lefkochir, der ebenfalls zu den Jubiläumsgästen zählte. Seine Bilder voll „emotionalem Pathos“ (so Professor Dr. Wolfgang Becker, Direktor des Ludwig-Forums Aachen, zur Eröffnung der Ausstellung im April) diskutierte und erläuterte er gern den Gästen der Jubiläumsfeier. Wie viel in diesen Bildern steckt, können Kunstinteressierte auch in einer Veranstaltung am 15. Mai um 19 Uhr in der Röher Parkklinik erfahren. Dann referiert Lefkochir gemeinsam mit dem Chefarzt der Klinik, Dr. Wolfgang Hagemann, über „Künstler und Psychotherapeut – auf der Suche nach dem verlorenen Selbst“.

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