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„Fußballbekloppten” Reiner Calmund mit 50 E-Mails nach Hehlrath gelotst

Von: Andreas Röchter
Letzte Aktualisierung:
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Er nahm bei den Sportfreunden kein Blatt vor den Mund: Reiner Calmund stand den Hehlrather Fußballfans bei kritischen Fragen Rede und Antwort. Rechts der Sportfreunde-Vorsitzende Guido Esser. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Drei Jahrzehnte arbeitete er unter dem Bayer-Kreuz und hatte am Aufstieg der Fußballer des TSV Bayer Leverkusen maßgeblichen Anteil. Reiner Calmund gelang es, der Bundesliga seinen Stempel aufzudrücken. Einerseits als „schlitzohriger” und mit allen Wassern gewaschener Manager, andererseits aber auch als geradliniger Mensch, der mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg hält.

Und so präsentierte sich der inzwischen 60-Jährige auch am Sonntag in Hehlrath. Auf Einladung der Sportfreunde, die in diesem Jahr ihr 90-jähriges Bestehen feiern, gastierte Reiner Calmund im Vereinslokal „Hexenhaus” und nahm auch bei kritischen Fragen kein Blatt vor den Mund.

Doch zunächst erhielt Guido Esser, Vorsitzender der Sportfreunde Hehlrath, ein großes Lob vom ehemaligen Manager. „Ich habe bis zu 50 E-Mails von ihm erhalten. Dieser Einsatzwille ist beeindruckend. Bei soviel Hartnäckigkeit blieb mir gar nichts anderes übrig, als die Einladung anzunehmen”, so Reiner Calmund.

„Ich bin und bleibe ein Fußballbekloppter” machte er aus seinem Herzen keine Mördergrube. Doch inzwischen sei Vorsicht geboten. „Ich vergleiche mein Leben mit einem Fußballspiel. Ich möchte 90 Jahre alt werden, bin also in der 60. Minute angekommen. Ich liege in Führung, muss aber in Zukunft cleverer spielen, um nicht vorzeitig ausgewechselt zu werden. Denn am Spiel, das Leben heißt, möchte ich noch lange teilnehmen”, zitierte er aus seiner Autobiographie, die natürlich den Titel „fußballbekloppt” trägt.

Nicht zuletzt deshalb sei gesunde Ernährung für ihn interessant geworden. Und Bewegung: „Ich habe inzwischen durch das Training mit Joe Kelly 27 Kilo abgenommen. Im Mai steht für mich ein Halbmarathon im Ruhrgebiet auf dem Programm.”

Dann stellte Calmund sich den Fragen der Zuhörer: „Feuer frei, ohne Rücksicht auf Verluste!” Und die Hehlrather nahmen ihn beim Wort. „Wie sieht es mit Doping im Fußballsport aus?”, ging es gleich in die Vollen.

„Es gibt zahlreiche Kontrollen im Trainingsbetrieb. Jede Woche müssen die Vereine der DFL ihre Trainingszeiten melden. Nach jedem Spiel werden zwei Spieler jeder Mannschaft kontrolliert”, verwies Reiner Calmund auf die seiner Meinung nach scharfen Kontrollen. „Diese sind im Fußball natürlich auch einfacher zu gewährleisten als in Einzelsportarten, weil Trainingszeiten und -orte bekannt sind.”

Überhaupt sei beim Thema Doping die gesamte Gesellschaft gefragt. „Wir erwarten nämlich Höchstleistungen von den Sportlern, die auf natürliche Weise vielleicht gar nicht möglich sind. Doch was spielt es eigentlich für eine Rolle, ob der Sieger einer Tour-de-France-Etappe sechs oder sieben Stunden für die Strecke benötigt”, gab Reiner Calmund zu bedenken.
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