Fußball rückt Krankheit in den Hintergrund

Von: ran
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Mit Spaß und voller Einsatz gingen die Kicker beim Nikolaus-Turnier zu Werke. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Für die Teilnehmer ist es einer der Höhepunkte des Jahres. Und ein Ankerpunkt! Denn das Nikolaus-Fußballturnier des Fördervereins für die Rehabilitation psychisch Kranker und Behinderter ist aus dem Terminkalender nicht mehr wegzudenken. Am Samstag fand in der gut besuchten Kaiserhalle die 20. Auflage des Turniers statt: Elf Mannschaften aus der gesamten Städteregion gingen an den Start.

Die Caritas-Behindertenwerk GmbH war mit sechs Mannschaften aus den Standorten Eschweiler, Weisweiler, Alsdorf, Würselen, Herzogenrath und Imgenbroich dabei, darüber hinaus das ABK-Hilfswerk Aachen, die Lebenshilfe Aachen, „Fram“ Elsdorf, die Nordeifelwerkstatt Kuchenheim sowie die gastgebende Mannschaft des Fördervereins. Im Endspiel setzte sich schließlich das ABK-Hilfswerk Aachen mit 2:1 gegen die Nordeifelwerkstatt Kuchenheim durch.

Im kleinen Finale hatte sich zuvor die Caritas Alsdorf Platz drei durch ein 1:0 über die Caritas Eschweiler gesichert. Zum besten Spieler des Turniers wurde Guido Glesmann aus Kuchenheim gewählt. Doch bei der Siegerehrung freuten sich die Spieler aller Mannschaften über T-Shirts und – natürlich – Schokoladen-Nikoläuse.

„Für die Spieler ist das Turnier etwas ganz Besonderes. Sie freuen sich das ganze Jahr über darauf und sehen dieses Turnier als kleine Weltmeisterschaft“, berichtet Markus Renner, pädagogischer Leiter des Fördervereins. „Dabei steht nicht unbedingt das Gewinnen, sondern der Spaß am Sport, an der Bewegung und am Miteinander mit den übrigen Spielern im Vordergrund“, weiß der Diplom-Sozialarbeiter.

Seit inzwischen 30 Jahren besteht der Förderverein für die Rehabilitation psychisch Kranker und Behinderter, der 32 stationäre Plätze (24 im Wohnhaus Kolping­straße, acht in der Außenwohngruppe Moosweg in unmittelbarer Nähe des Stadtwaldes) in Eschweiler anbietet. „Darüber hinaus betreuen wir etwa 100 psychisch erkrankte Menschen ambulant, das heißt in betreuten Wohngruppen“, erklärt Markus Renner. Zwei sozialpsychiatrische Zentren in Eschweiler (Dürener Straße) und Alsdorf (Rathausstraße) komplettieren das Angebot des Fördervereins.

„In den zurückliegenden drei Jahrzehnten ist die Zahl der psychisch Erkrankten und Behinderten gewachsen“, sieht der pädagogische Leiter die Entwicklung mit Sorge. Dabei sei die Bandbreite der Krankheitsgründe groß. „Sie reicht von Menschen, die durch gesellschaftlichen Druck oder die erhöhten Anforderungen am Arbeitsplatz krank geworden sind, über Patienten, die durch Drogenkonsum oder Schicksalsschläge erkrankten, bis hin zu Menschen, die an Schizophrenie leiden.“

Doch diese Schicksale waren am Samstag weit weg. „Für einen Nachmittag vergessen die Spieler ihren Alltag, ihre Krankheit steht weit hinten, dafür der Sport im Vordergrund“, betont Markus Renner, dass das „Nikolaus-Fußballturnier“ des Fördervereins für die Rehabilitation psychisch Kranker und Behinderter für die Teilnehmer eine wichtige Therapie darstellt. Und diese wird fortgesetzt: mit der Auflage Nummer 21.

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