Eschweiler - Für Ü3-Kinder muss die Stadt Kita-Plätze schaffen

Für Ü3-Kinder muss die Stadt Kita-Plätze schaffen

Von: Andreas Röchter
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Kindergarten
In Kindergärten wie diesem, müssen mehr Plätze für Kinder über drei geschaffen werden. Symbolfoto: dpa

Eschweiler. Die Stadt muss bei den Kindergartenplätzen deutlich nachbessern: Damit kein über dreijähriges Kind außen vor bleibt, werden in Bergrath, Weisweiler und Stadtmitte zusätzliche Ü3-Gruppen errichtet. Im kommenden Kindergartenjahr werden demnach insgesamt 1790 Kindergartenplätze zur Verfügung stehen.

Darin enthalten sind auch 24 heilpädagogische Betreuungsplätze. 330 Kinder unter drei Jahren werden ebenso betreut wie 92 Kinder in integrativen Kitas. Wesentliche Veränderungen im Vergleich zum noch laufenden Kindergartenjahr, in dem 1776 Plätze zur Verfügung stehen, sind die Einrichtung einer Gruppe für über dreijährige Kinder mit 20 bis 25 Plätzen in der BKJ Weierstraße in Bergrath sowie die Einrichtung von zwei zusätzlichen Gruppen (U3 und Ü3) mit 40 Betreuungsplätzen in unmittelbarer Nähe zum Familienzentrum Jahnstraße in Trägerschaft der BKJ.

Dafür soll die Fläche neben dem Hallenbad genutzt werden. Darüber hinaus wird in der BKJ-Einrichtung „Auf dem Driesch“ in Weisweiler die Betreuung einer zusätzlichen Ü3-Gruppe mit 20 Plätzen möglich. Dafür nutzt die Kita Räume der Offenen Ganztagsgrundschule. Für das Kindergartenjahr 2016/2017 sind weitere Veränderungen geplant: Im Gebäude der ehemaligen Gemeinschaftshauptschule Dürwiß wird eine mehrzügige Kindertagesstätte in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt entstehen. Sobald dort der Betrieb aufgenommen werden kann, wird die Einrichtung „Villa Regenbogen“ an der Schillerstraße geschlossen.

Auch auf dem Ringofengelände in Röthgen wird gebaut: Dort soll eine vier- bis fünfzügige Kindertagesstätte in Trägerschaft der Caritas Lebenswelten GmbH stehen. Nach der Eröffnung ist vorgesehen, die beiden Gruppen der Kindertagesstätte „Sonnenschein“ an der Karlstraße sowie nach und nach die drei heilpädagogischen Gruppen der Einrichtung „Katharina Fey“ in Kinzweiler dort aufzunehmen.

Die derzeitigen Pläne der Stadt stoßen auch auf Kritik: Maria Mund, Vorsitzende des „Netzwerks Tagesmütter Eschweiler“, bemängelt die ihrer Meinung nach „rigorose Umsetzung“ von U3-Plätzen, die zu Lasten der Kindertagespflege gehe. „Eine Gleichbehandlung ist leider nicht vorhanden“, betonte die Christdemokratin. Viele Eltern hätten Angst, dass für Kinder, die im U3-Bereich nicht in einer Kindertagesstätte betreut werden, später im Ü3-Bereich kein Platz mehr vorhanden sei.

Olaf Tümmeler, Leiter der Abteilung Kinder- und Jugendförderung beim Jugendamt, hielt entgegen, dass man von der Stadt dem seit dem 1. August 2013 bestehenden Rechtsanspruch jedes Kindes, das das 1. Lebensjahr vollendet hat, auf einen Betreuungsplatz in einer Kindertagesstätte, Rechnung zu tragen habe. „Momentan betreuen in Eschweiler 51 Tagespflegepersonen 208 Kinder. Die Zahl der Anmeldungen für Kindertagesbetreuung ab dem 1. August 2014 liegt derzeit bei 160 Kindern. Damit ist die Situation ähnlich wie im vergangenen Jahr. Daher bin ich nicht so pessimistisch wie sie und denke nicht, dass die Kindertagespflege ein Auslaufmodell ist“, sagte Tümmeler in Richtung Maria Mund.

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