Für Ordnung und Sauberkeit auf Spielplätzen

Von: Tobias Röber
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Norbert Laufenberg betreut gleich vier Spielplätze in Dürwiß. Foto: Tobias Röber
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Der neue Spielplatz am Blausteinsee wird schon gut angenommen. Kleine und größere Kinder haben ihre Freude an den Geräten. Foto: Tobias Röber

Eschweiler. Norbert Laufenberg hat schon einiges gesehen. Und gehört. Zum Beispiel den Satz: „Mein Hund macht hier nix.“ Dumm nur, dass der 55-Jährige kurze Zeit später dann doch Hundehaufen entdeckte. Es ist nicht das einzige Ärgernis, aber im Großen und Ganzen bleibt es ruhig und ordentlich auf den Eschweiler Spielplätzen.

Norbert Laufenberg ist Spielplatzpate, einer von 13 in der Stadt Eschweiler. Wir haben ihn besucht. Wo? Natürlich auf einem Spielplatz!

Zwei- bis dreimal pro Woche dreht der Rentner seine Runde durch seine Wahlheimat Dürwiß. Viel unterwegs war er schon immer. Norbert Laufenberg war Postbote und als er vor wenigen Jahren pensioniert wurde, suchte er eine Beschäftigung. „Man muss ja was tun“, sagt er wie selbstverständlich und lächelt. Er kam mit Olaf Tümmeler vom Jugendamt der Stadt Eschweiler ins Gespräch, und der empfahl ihm den Job des Spielplatzpaten. Vier Jahre ist das nun her.

Mit einem Platz begnügt sich Norbert Laufenberg aber nicht. Er schaut nach den Plätzen Am Hochhaus, an der Kurt-Schumacher-Straße, am Theodor-Heuss-Ring sowie am Raiffeisenweg. Das „Hundehaufen-Problem“ sei vor allem an Letzterem „schlimm“.

Deswegen spricht Norbert Laufenberg Hundebesitzer an, wenn diese mit ihrem Vierbeiner auf einem Spielplatz sind. „Draußen steht schließlich ein Schild, dass Hunde keinen Zutritt haben“, sagt er. Ansonsten gibt es das altbekannte Problem der weggeworfenen Kippen auch auf den Plätzen, Scherben kommen ebenfalls hin und wieder vor.

Offen für Kritik

Norbert Laufenberg spricht die Menschen an und in den meisten Fällen stoße er auf Verständnis, wie er sagt. Aber nicht immer. Natürlich gibt es – wie das nun mal so ist – auch etliche uneinsichtige Menschen. An der Stelle bricht er eine Lanze für Jugendliche. Auch diese seien meist offen für Kritik.

Laufenberg und seine derzeit zwölf Kollegen sind dabei nicht auf sich alleine gestellt. Geht es beispielsweise um den Kontakt zu den Jugendlichen, steht die Mobile Jugendarbeit Gewehr bei Fuß, wie Nicole Hillemacher-Esser von der Mobilen Jugendarbeit erklärt.

Der Stadt Eschweiler wurde in dieser Woche ein Sonderpreis der Städteregion zugesprochen. Im Rahmen des Wettbewerbs „Familienfreundlich 2014“ wurde das Konzept der Spielplatzpaten ausgezeichnet.

57 Spielplätze gibt es in der Indestadt, zählt man Bolzplätze und Schulhöfe dazu, kommt man gar auf die stolze Zahl von 75. 16 der Plätze werden von 13 Paten betreut. „Einige Paten haben aufgehört“, sagt Nicole Hillemacher-Esser, die sehr gerne neue Spielplatzpaten begrüßen würde (siehe Infobox).

Die Paten sollen in Kürze wieder mit Ausweisen der Stadt ausgestattet werden, die sie im zweifel vorzeigen können. Greifzangen und Müllbeutel gibt es ebenfalls. Die Spielplatzpaten gehen nämlich nicht nur hin und sprechen die Besucher bei einem Fehlverhalten an, sondern packen auch gleich selbst an. Wenn es „nur“ eine Kippe ist, geht das noch. Norbert Laufenberg hat aber auch schon Anderes erlebt. So erinnert er sich an einen Tag, als sämtliche Bänke auf dem Spielplatz Am Hochhaus beschmiert waren. Und zwar mit Haufen. Ob sie von Hunden waren, weiß man nicht genau. „Das war natürlich nicht sehr appetitlich“, sagt Laufenberg. So etwas ist jedoch glücklicherweise die Ausnahme.

Für kleine und große Kinder

Ganz neu ist der Spielplatz am Blausteinsee, direkt neben der neuen Gastronomie. Er wird in den ersten Tagen schon sehr gut angenommen. Kein Wunder, bietet er doch Geräte für kleine und große Kinder an. Ein Trampolin, Möglichkeiten zum Balancieren und ein rasantes Karussell sind ebenso zu finden, wie Geräte für Mädchen und Jungen unter drei Jahren.

80.000 Euro hat die Stadt in das Projekt investiert. Am Dienstag wurde der Platz bei strahlendem Sonnenschein offiziell eröffnet. Der Technische Beigeordnete und Geschäftsführer der Blausteinsee-GmbH, Hermann Gödde, sowie Bürgermeister Rudi Bertram bezeichneten den Spielplatz als den nächsten wichtigen Schritt in der Entwicklung des Blausteinsees. Übrigens: Derzeit gibt es eine Diskussion um die See-GmbH und die Kommunen, die an ihr beteiligt sind. Einzig die Gemeinde Aldenhoven hatte am Dienstag einen Vertreter an den Blausteinsee geschickt.

220 000 Euro jedes Jahr

Eingefasst ist der neue Spielplatz am See von einem Zaun. Gödde versprach, dass bald eine Hecke gepflanzt werde. Mit dem Spielplatz soll aber längst nicht Schluss sein. So hoffen die Segler auf den Bau eigener Räume am See.

170.000 Euro steckt die Stadt jährlich in die Pflege und Unterhaltung der Spiel- und Bolzplätze, 50.000 Euro stehen für Neuanschaffungen zur Verfügung. Das Geld und der Einsatz unter anderem der Paten sorgen dafür, dass die Spielplätze der Indestadt größtenteils in gutem Zustand sind. Der Preis ist der verdiente Lohn für den Einsatz.

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