Für die Car Tuning Crew gilt stets: Tiefer, breiter, schneller

Von: Laura Beemelmanns
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Sein ganz persönliches Unikat
Sein ganz persönliches Unikat: Danny Stuch (rechts) hat zwar mit seinem Opel Corsa das kleinste Auto der Car Tuning Crew, dafür jedoch den „dicksten Motor”. Foto: Beemelmanns

Eschweiler. Sie sind auf Hochglanz poliert, zum Teil tiefer gelegt, foliert, mit verdunkelten Scheiben und extra breiten Reifen sowie spektakulären Felgen ausgestattet. Und sie folgen einem ganz speziellen Trend: Dem eigenen Geschmack.

Sie sind so unterschiedlich wie ihre Fahrer, ganz individuell und allesamt sind sich einig, wenn sie sagen, dass ihr Auto die jeweilige Persönlichkeit widerspiegelt.

„Wenn ich mit dem Wagen fertig bin, habe ich ein Unikat”, weiß Danny Stuch. Er ist seit vier Jahren Mitglied der Car Tuning Crew (CTC), die sich regelmäßig am Blausteinsee trifft. Und er fährt Opel Corsa - aus Überzeugung. Es ist sein dritter Wagen und er soll sein ganz persönliches Vorzeigemodell werden. Das kleine Auto mit der weißen Motorhaube hat den „dicksten Motor” in der Crew. Außerdem ist es tiefer gelegt.

So tief, dass Danny Parkhäuser meidet und Geschwindigkeitsschwellen umfährt. Schon einmal hat er sich die Ölwanne aufgerissen. Um in Zukunft ein wenig beruhigter zu fahren, wird er den Wagen wieder ein wenig anheben. Rennsportgurte, Vollschalensitze und ein Käfig sollen sein Werk vollenden.

Dann wird er es seiner Crew präsentieren. „Es stellen sich alle um das Auto herum und fachsimpeln”, scherzt Danny. Unter anderem auch Ray Hinterleutner. Er ist 1. Vorsitzender der Car Tuning Crew Aachen, der einzige eingetragene Verein für leidenschaftliche Tuner.

Zurzeit sind es 14 Autos, die wöchentlich auf dem Parkplatz des Blausteinsees zur Schau gestellt werden. Für Tuner aus Stolberg, Düren, Eschweiler, Baesweiler und Aachen der Treffpunkt schlechthin. Sie trotzen Regenschauern, Kälte und extremer Hitze.

Denn auch am heißesten Wochenende des Jahres öffnen sie ihre Motorhauben, reihen die schicken Autos verschiedenster Hersteller gekonnt in die richtige Position, holen ihre Camping-Stühle aus dem Kofferraum und trinken gemütlich. Natürlich Alkoholfreies.

Dann diskutieren sie über ihre Autos. „Von 60 PS bis 480 PS ist alles dabei”, so Ray. „Wir alle haben Spaß an Autos, egal ob sie getunt sind oder nicht” und im Grunde: „Ein Auto ist nie ganz fertig.”

Doch auch wenn die Autos im Fokus stehen, ist es das Miteinander, das die Mitglieder zusammenhält. Und das Sonntag für Sonntag und zum Teil auch während der Woche. Es geht ganz locker und gemütlich zu bei der Car Tuning Crew. „Wer nicht kommt, hat frei”, so Ray. Strenge Auflagen gebe es nicht, denn hier zähle der Gedanke der Gemeinschaft.

Mit sechs Wagen haben sie vor fünf Jahren begonnen. In Hinterhöfen und Garagen haben sie geschraubt, bis plötzlich die Idee geboren war, einen eigenen Club zu gründen. „Viele sind gekommen, viele geblieben und auch viele gegangen”, erklärt Ray. Doch inzwischen wird die Crew immer größer.

Oft fahren andere Tuning-Begeisterte vorbei und sprechen Mitglieder der Car Tuning Crew an. Es gibt wenig Konkurrenz am Blausteinsee und man kennt sich untereinander - „vom Sehen”. „Anhand der Aufkleber kann man andere Clubs erkennen”, schallt es aus der Gruppe, die gemütlich im Kreis zusammensitzt.

Der Umgang miteinander ist freundlich, und jedes neue potenzielle Mitglied ist willkommen. Nach einigen gemeinsamen Treffen wird dann innerhalb der Crew entschieden, ob der oder die Neue zum Rest der Gruppe passt. Denn die Crew bezeichnet sich selbst als „große Familie”.

Sie fahren gemeinsam zur Essener Motorschau, unternehmen Touren durch die Eifel und zum Nürburgring, fahren Viertelmeilenrennen, beispielsweise auf der Filmautobahn in Aldenhoven, und feiern zusammen die Club-Hochzeit des Jahres. Ray Hinterleutner hat seine Jenny geheiratet - und die gesamte Crew war dabei.

„Die Person selbst steht bei uns im Vordergrund”, so Jenny. Denn „es gibt auch Autos, die noch im Originalzustand sind”. Die Wagen müssen nicht unbedingt getunt sein. „Wenn man Spaß an Autos hat, reicht es” - darüber sind sich alle einig. Und den haben sie. Das ist leicht an den schicken Wagen zu erkennen, aber auch an den Gesichtern der Crew-Mitglieder.

Wenn sie über ihre Autos sprechen, dann funkeln ihre Augen. Sie sind stolz darauf, dass ihre Autos eine ganz persönliche Note tragen, und zudem hat ihr Hobby ihnen eine ganze Menge neuer Freunde beschert.

Was verwundert: Beruflich hat kein einziger von ihnen etwas mit der Auto-Branche zu tun...
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