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FSJ in Kapstadts Townships: Kinder, Hühner und Finanzen

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Sonnenaufgang über Kapstadt:
Sonnenaufgang über Kapstadt: Traumhaft schön ist die Metropole an der Südspitze Afrikas - trotz all der Probleme, die vor allem in den Townships lodern. Foto: R. Müller

Eschweiler/Kapstadt. Seit fast neun Monaten leben und arbeiten sie nun an der Südspitze Afrikas: In Kindergärten und Vorschulen von Townships in Kapstadt betreuen Felix Möller und Jonas Schleypen in ihrem Freiwilligen Sozialen Jahr Kinder.

Eschweiler Sponsoren - wie der Lions-Club Eschweiler Ascvilare - ermöglichten den beiden Liebfrauenschul-Absolventen den Einsatz am Kap der Guten Hoffnung, wo der Sommer inzwischen passé ist und der Winter vor der Tür steht.

„Nach den Sommerferien war ich erstaunt, wie viele neue Kinder wir in unserer Einsatzstelle hatten - im Gegenzug dazu habe ich jedoch einige bekannte Gesichter vermisst. Mittlerweile bin ich jedoch so beschäftigt mit den Kindern, dass ich wenig an die anderen Kinder denke”, berichtet Felix Möller.

„Darüber hinaus wunderte ich mich, wie selbstständig die Kinder geworden sind, viele haben das Sprechen, Laufen oder eigenständiges Essen gelernt, und einige sind so alt geworden, dass sie in eine andere Gruppe eingeteilt wurden.

Spenden ermöglichen Projekte

Alles in allem habe ich weiterhin meine Aufgaben in der alltäglichen Kinderbetreuung, sowie die Gartenarbeit, welche mir weiterhin viel Spaß, aber auch Arbeit macht.

Vor circa drei Wochen habe ich den ersten Salat geerntet und den Kindern zum Essen vorbereitet, ich war durch die Reaktion von einigen Kindern sehr erschrocken. Die mochten keinen Salat, lieber die mit künstlichen Geschmacksverstärkern, wie E 351, E 622 und vielen weiteren, ,verfeinerten Mais-Chips. Einige Kinder haben sich jedoch auch gefreut, vor allem, da sie wussten, dass der Salat aus dem eigenen Garten kam - was mich wiederum freute.

Diese Woche habe ich nun auch den ganzen Mais ernten können, welcher am nächsten Tag dann von unserer neuen ,Kochmama aus Kayelitsha zubereitet wurde. Darüber hinaus habe ich, im Auftrag meiner Principal, Rasen gesät und werde noch einen neuen Sandkasten bauen.

Ebenfalls haben Lavendel und Rosmarin in dem Garten Platz gefunden, welchen ich von meiner Mutter gesponsert bekommen habe. Neben diesen wachsen nun Paprika, Chillies, Blumenkohl, Spinat, Karotten, Bohnen und Tomaten in dem Garten. In Planung steht nun, die Gartenmauer neu zu streichen sowie das Educare.”

Auch Jonas Schleypen hat alle Hände voll zu tun: „Seit meinem letzten Zwischenbericht vor ungefähr drei Monaten haben sich ein paar Dinge in meinem Arbeitsalltag verändert. Das Educare-Center Siphamandla gefällt mir als Einsatzort bei meinem Freiwilligendienst jedoch weiterhin sehr gut.

Die täglichen Aufgaben sind weitestgehend gleich geblieben, so helfe ich immer noch beim Morning Ring, der Snack-Time, dem Lunch, beim Zähne putzen und einigen anderen feststehenden Tagesprogrammen. Auch fühle ich mich weiterhin für den Garten in meinem Educare verantwortlich, sei es das Umgraben, Unkraut jäten, Einpflanzen oder Ernten. Dies macht mir stets viel Spaß und dient als kleine Rückzugstelle vor dem Geschrei von ca. 110 Kindern. Ich bevorzuge es, mit eventuell zwei oder drei Kindern in den Garten zu gehen und lasse sie meist ein paar kleine Tomaten ernten und essen, da diese täglich reif werden. Leider ist meine Zeit im Garten etwas eingeschränkt, so dass wir einen Gärtner aus dem angrenzenden Township engagiert haben, den ich bei Bedarf anrufen kann, damit er mir im Garten hilft und zeitraubende Arbeiten erledigt.

Grund für das kleinere Zeitfenster, um im Garten zu arbeiten ist, dass ich seit dem neuen Jahr angefangen habe, die Finanzen des Educare-Centers zu verwalten. Doch auch diese Arbeit macht mir Spaß, besonders da ich nach meinem Freiwilligendienst eine Tätigkeit in diesem Bereich anstrebe. Durch die genaue Kontrolle der Finanzen ist es mir möglich, herauszufinden, wo eventuell unnötig Geld ausgegeben wird oder zu schauen, ob an manchen Stellen mehr Geld nötig wäre.

Meist erledige ich diese Tätigkeiten zwischen den festen Programmpunkten oder nachdem sich die Kinder schlafen gelegt haben. Ausschließlich am Anfang des Monats habe ich mit den Finanzen mehr zu tun, da alle Eltern der Kinder zum Zahlen in das Educare kommen. Wir versuchen nun durchzusetzen, dass alle Eltern das Geld zur Bank bringen und auf das Educare-Konto überweisen, das würde deutlich zeitsparender sein, und man hat nicht die Gefahr, dass das Geld aus dem Educare oder aus dem Haus meiner Principal geklaut wird.

Neben diesen alltäglichen Dingen habe ich ein weiteres Projekt geplant. Hinter dem Educare-Center im Garten will ich einen Hühnerstall bauen und ca. fünf Hühner dort halten. Den Kindern könnte man so den artgerechten Umgang mit Tieren vor Augen führen, da sie Hühner sonst bloß in kleinen Käfigen am Straßenrand sehen. Den Plan für den Hühnerstall habe ich ausgearbeitet, nun muss ich noch Holz besorgen.

Außerdem planen wir den Bau eines Sonnensegels, damit sich die Kinder beim Spielen vor dem Mittagessen vor der Sonne schützen können. Momentan ist nur ein mittelgroßer Baum vorhanden, der maximal zehn Kindern Schatten bietet.

Zudem werden wir in zwei Wochen einen Sporttag mit den Kindern der ältesten Gruppe unternehmen.”

Der Hühnerstall ist inzwischen fertiggestellt. Nun bietet das Educare Siphamandla fünf Hühnern eine artgerechte Haltung, so dass die Kinder ein Verständnis für den Umgang mit der Natur gewinnen. Ein schöner Nebeneffekt sind darüber hinaus die Eier, die Jonas nun mit den Kindern täglich einsammeln kann.

Jetzt steht der Bau des Sandkastens im Strawberry Playcentre an. Zurzeit präparieren die Beiden das alte Palettenholz, welches sie aus kostengünstigen und umweltfreundlichen Gründen erstanden haben, bedeutet, schleifen, schleifen, schleifen und im Nachhinein ölen, so dass der Sandkasten möglichst lange erhalten bleibt.

Die Kosten für dieses Projekt finanzieren die Beiden größtenteils über den Freiwilligenspendentopf „Sabantwana”, in den die Spenden aus Deutschland fließen (www.sabantwana.com).

Seit einer Woche arbeitet Felix, aus Personalmangel, in einer Gruppe mit zwei- bis dreijährigen Kindern, so dass er einige für ihn bekannte Gesichter wieder beaufsichtigt. Ein großer Unterschied zu seiner ersten Gruppe ist mit Sicherheit, dass die Kinder nun ein festes Jahresprogramm haben, in welchem sie die Farben, Familienstrukturen, Jahreszeiten und vieles mehr beigebracht bekommen sollen. Seine „neue” Mitarbeiterin heißt Omhar und befindet sich zurzeit nebenher in der Ausbildung im Centre for Creative Education, so dass er in Zukunft die Gruppe alleine führen soll.

Darüber hinaus, so berichten die Beiden, „hat sich Felix Principal Maraldea in unser geliebtes Vaterland aufgemacht, da sie zu einer Konferenz für Kindergärten in der Schweiz eingeladen wurde, eine Woche ehrenamtlich in einer Kindertagesstätte in Süddeutschland arbeitet und ihre Tochter besucht, welche wie wir ein Freiwilliges Soziales Jahr - in Deutschland - absolviert. Wir drücken ihr die Daumen, dass alles glatt läuft und dass sie tolle Erfahrungen sammelt und gesund zurückkehrt. Alles in allem genießen wir weiterhin unsere Zeit hier in Südafrika und freuen uns auf die letzten warmen Tage, bevor wir uns warm anziehen müssen.”
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