Eschweiler - Fröstelnd fällt die Arbeit etwas schwer

Fröstelnd fällt die Arbeit etwas schwer

Von: Andreas Bongartz
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Gerhard Vollmer und Marcel Offermanns vom Ordnungsamt können sich beim eisigen Außendienst auch mal in ihr Auto zurückziehen. Kathrin Nießen ist der Kälte jedoch komplett ausgesetzt. Foto: Andreas Bongartz

Eschweiler. Der Blick aufs Thermometer lässt in diesen Tagen ganz schön frösteln. Wohl dem, der bei diesem Wetter nicht vor die Tür muss, aber was ist mit den Menschen, die im Freien arbeiten müssen? Marktbeschicker, Landwirte, Politessen, die Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamtes - sie alle müssen auch bei klirrenden Minusgraden nach draußen, um ihrer Arbeit nachzugehen.

Wie schützen sie sich vor der Kälte?

Im Winter ständig auf dem Feld

Josef Hillemacher, Landwirt und Marktbeschicker aus Eschweiler hat darauf eine einfache Antwort: „Wie sagt man so schön, es gibt kein kaltes Wetter, nur die falsche Kleidung.” Der Landwirt muss es eigentlich wissen, schließlich muss er jetzt im Winter regelmäßig aufs Feld, um seine Obstbäume zu beschneiden, das gehe auch noch bei Minusgraden bis zu Minus fünf Grad, versichert er.

Heizofen läuft auf Hochtouren

Und dennoch: Josef Hillemacher sieht etwas verfroren aus, er zieht die Kapuze seines Parkas über seinem Kopf zusammen und setzt sich erst einmal mit einer Tasse Tee in das halbwegs warme Auto. Kein Wunder, Hillemacher war am Mittwoch schon um fünf Uhr auf dem Eschweiler Markt, Minus elf Grad zeigte da sein Thermometer an.

Da fängt selbst der abgehärteste Landwirt nach einigen Stunden an zu bibbern. Aber es hilft alles nichts: „Ich bin darauf angewiesen meine Produkte an den Mann zu bringen und muss raus.” Außerdem sei es viel schlimmer wenn es regne „und alles naß wird”.

Marlies Uebachs und Katrin Klein helfen Josef Hillemacher an seinem Obststand auf dem Markt. Sie haben sich mit Mützen, Schal und Handschuhen richtig warm eingemummelt - und sie haben einen kleinen Heizofen aufgestellt, der auf Hochtouren läuft. Ein warmer Tee sorgt für die nötige innere Wärme.

So einen schönen warmen Tee oder einen Kaffee, den genehmigen sich auch Kathrin Nießen, Gerhard Vollmer und Marcel Offermanns in diesen Tagen hin und wieder. Die drei sind Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamtes und als solche eben auch hauptsächlich draußen unterwegs.

Schwammähnliche Qualitäten

Zwar sei keiner von ihnen ununterbrochen den ganzen Tag draußen, aber jetzt bei den Minusgraden sei es schon ein wenig unangenehm, gibt Politesse Kathrin Nießen zu. Sie schwört bei den momentanen Witterungsbedingungen auf warme Unterhosen und Wollstrümpfe.

Außerdem haben die Beamten neue Dienstjacken: „Die sind richtig Klasse, wasserdicht und gut gegen die Kälte”, sagt Gerhard Vollmer vom kommunalen Ordnungsamt. Bei den Vorgängerjacken sei das anders gewesen, die hätten mehr schwammähnliche Qualitäten gehabt: „Nach zehn Minuten im Regen waren die klitschnaß.” Trotzdem bleibt die Kälte anstrengend: „Alle Arbeitsgänge fallen momentan ein wenig schwer.”

Zum Beispiel die Parkscheibenkontrolle: „Wir können die Leute nur verwarnen, wenn wir erkennen können, dass sie keine Parkscheibe im Auto haben.” Was etwas schwer fällt, wenn die Fahrzeuge eingeschneit sind, denn freischippen dürfen die Politessen die Autos nicht, es könnte zu einer Sachbeschädigung kommen.

Bei Kaffee und Tee aufwärmen

Ähnlich verhält es sich mit eingeschneiten Verkehrsschildern, etwa Halteverboten. Fällt es schwer zu erkennen, dass es sich um ein solches handelt, könne man zuwider handelnden Fahrern keinen Vorwurf machen, sagt Rainer Neitzel, der stellvertretende Leiter des Ordnungsamtes.

Er stellt seinen Mitarbeitern übrigens frei, sich jederzeit im Rathaus einzufinden, „sobald sie ein Kältegefühl haben”. Dann könnten sie sich bei einem Kaffee oder Tee aufwärmen. Es bestehe auch die Möglichkeit, bei besonders schlechten Witterungsbedingungen vermehrt Tätigkeiten im Innendienst zu verrichten.
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