Frenetischer Beifall für ein exzellentes Ensemble

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Virtuos: Die Musiker der Kammerphilharmonie Köln begeisterten das Publikum unter anderem mit Vivaldis „Vier Jahreszeiten”. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Sie sind inzwischen schon Stammgäste in der Indestadt. Die unterschiedlichen Ensembles der Kammerphilharmonie Köln haben bereits in den vergangenen Jahren das Publikum in der Dreieinigkeitskirche mit ihren Konzerten kurz vor dem Jahreswechsel begeistert.

Am Mittwochabend war es nun einmal mehr soweit. Auf Einladung der Evangelischen Kirchengemeinde Eschweiler und angeführt von den Solisten Michael Kibardin (Violine), Tome Atanasov (Oboe) und Sabine Könner (Gesang und Violine) gaben die jungen Musiker Kostproben ihres großen Könnens und rissen ihre Zuhörer in dem sehr gut besuchten Gotteshaus zu frenetischem Beifall hin.

Mit einem der wohl bekanntesten Werke der gesamten klassischen Musik startete die Kammerphilharmonie Köln in das Konzert. Antonio Vivaldis Violinkonzerte „Die Vier Jahreszeiten” gaben Solist Michael Kibardin ausreichend Raum, seine Virtuosität an der Geige unter Beweis zu stellen.

Ob die Leichtigkeit des Frühlings, die Schwere des Sommers, die bedrohlichen Stürme des Herbstes oder die Ruhe des Winters - dem 1974 im usbekischen Taschkent geborenen Träger des Berenberg Kulturpreises 2009 gelang es mit scheinbar spielerischer Leichtigkeit, sowohl die Feinheiten der von Vivaldi initiierten Effekte wie Vogelstimmen, Bauerntanz oder Schlittschuhlauf samt Stolpern und Hinfallen herauszuarbeiten, als auch den rein musikalischen Anforderungen in Sachen Proportion und Balance des Werkes gerecht zu werden.

Peter Tschaikowskys im Jahr 1884 für Streichkonzerte komponierte „Elegie” in Gedenken an I. W. Samarin bildete nach der Pause einen kurzen, aber gelungenen Kontrapunkt bevor Johann Sebastian Bachs berühmtes Konzert d-moll für Violine, Oboe, Streicher und basso continuo erklang. Dabei ergänzten sich die Solisten Michael Kibardin und Oboist Tome Atanasov kongenial und überzeugten mit deutlicher Spielfreude.

Tome Atanasov, der 1984 im mazedonischen Skopje das Licht der Welt erblickte, erhielt in seiner Jugend zahlreiche Auszeichnungen in seinem Heimatland sowie in Bulgarien und war im Jahr 2001 jüngster Musiker im Philharmonischen Orchester Mazedoniens. Nach einem Stipendium in den USA setzte er sein Studium im Jahr 2003 an der „Folkwang Universität der Künste” in Essen fort und lebt seitdem ständig in Deutschland. Auch am Mittwoch verblüffte der 26-Jährige das Publikum in Eschweiler mit seinem gefühlvollen, ja „warmen” Spiel.

Gleiches gelang wenig später Sabine Könner, die ihre Vielseitigkeit eindrucksvoll präsentierte. Zunächst als Violinistin Teil des hervorragenden Instrumental-Ensembles, ließ die Sopranistin auch stimmlich mit der Arie „Ombra mai Fu” aus der Oper „Xerxes” keinerlei Wünsche offen. Lautstarker Applaus und zahlreiche „Bravo”-Rufe belohnten die Musiker der Kammerphilharmonie Köln verdientermaßen.

Doch zwei Zugaben sorgten für weitere Höhepunkte eines bemerkenswerten Konzertabends: Zunächst präsentierte Violincellist Dimitrij Gornowskij sein Können, als er die äußerst anspruchsvollen „Moses-Variationen” von Niccolo Paganini, die auf einer Saite des Instruments gespielt werden, fantastisch interpretierte, bevor Sabine Könner abschließend das „Ave verum corpus” von Wolfgang Amadeus Mozart hören ließ.

„Wir freuen uns immer wieder, in dieser wunderbaren Atmosphäre, die diese Kirche vermittelt, konzertieren zu dürfen”, verabschiedete sich Sabine Könner vom Eschweiler Publikum. Jedoch nicht, ohne einen vielversprechenden Ausblick zu wagen, der die indestädtischen Klassikliebhaber mit Vorfreude erfüllen dürfte: „Auf Wiedersehen im kommenden Jahr.”
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