Eschweiler - Frauenduo liefert sich wortgewaltiges Witzduell

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Frauenduo liefert sich wortgewaltiges Witzduell

Von: ran
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Frauenduo
Sie haben den Traum, dass Hausarbeit Männerarbeit ist, noch lange nicht aufgegeben: die Thekentratscherinnen Heike Becker (links) und Kerstin Saddeler-Sierp. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Die (zahlenmäßige) Überlegenheit war erdrückend - sowohl auf als auch vor der Bühne. Auf den Brettern, die die Welt bedeuten, agierte mit Heike Becker und Kerstin Saddeler-Sierp ein wort- und stimmgewaltiges sowie ziemlich schmerzfreies Frauenduo, im Saal übernahmen ihre Geschlechtsgenossinnen durchaus ausgelassen, aber keinesfalls hysterisch das Kommando!

 Da blieb den wenigen, aber tapferen Angehörigen des „starken“ Geschlechts nur eine Devise übrig: Augen und Ohren auf und durch! „Thekentratsch“ war am Mittwochabend im gut besuchten Talbahnhof angesagt. Unter der Überschrift „Schönheit hat immer zweiGesichter“ lieferten sich die beiden Damen aus dem wunderschönen Dinslaken am Niederrhein einen verbalen Schlagabtausch, der sich gewaschen hatte. Dabei achteten sie penibel auf Ausgewogenheit. Niemand sollte sich vernachlässigt fühlen! Weder „die Frau als solche“ noch die „Gisberts“ und „Kalles“ dieser Welt.

Mit einem unaufdringlichen „Servus, Grüezi und Hallo“ und ausgerüstet mit professionellen Skistöcken stürmten Heike Becker und Kerstin Saddeler-Sierp in geschmackvollen Dirndln auf die Bühne. Schließlich haben die beiden Thekentratscherinnen gerade ihren ersten gemeinsamen Urlaub hinter sich gebracht. „Sie ahnen nicht, wo. Ein Tipp: Mallorca war es nicht“, gab Heike dem Publikum gleich ein Rätsel auf. Um dieses umgehend selbst aufzulösen: „Auf der Internetseite der Landwirtschaftskammer Garmisch-Partenkirchen sind wir unter der Rubrik Bauer sucht Sau´ fündig geworden.“ Die Anreise per „Inkontinenzflug“ über München verlief jedoch nicht ohne Überraschungen. Mit angeschnallten Langlaufskiern ins Cockpit gestolpert, traf Kerstin dort tatsächlich auf Erik Schablonski aus der Schachtstraße in Lohberg.

„Als Kapitän! Der war mit mir in einer Grundschulklasse, bekam Förderunterricht und war auf dem besten Weg, den ersten Bildungsweg zu verfehlen!“ Da konnte nur noch ein fetziger Song in bayerischer Mundart mit ausgefallener Choreographie die Gemüter wieder beruhigen: „Jodeln im Schnee, Weißwurst olé. Feddich!“ Erste „Zugabe“-Rufe aus dem Publikum waren die Folge. Doch es sollte noch schlimmer kommen: So waren die Worte „flauschig, anschmiegsam, auch du wirst ihn lieben“ auf der Einladung zum Frauenabend, die Heike von Kerstin erhielt, keinesfalls auf einen brasilianischen Stripper bezogen, sondern auf einen zu testenden Putzlappen. Doch den Traum, dass Hausarbeit Männerarbeit ist, haben die Thekentratscherinnen noch lange nicht aufgegeben. „Man muss ihm nur den neuen Staubsauger als Teil der Apollo 13-Rakete verkaufen“, so ihr Ratschlag. Richtig weh tut´s aber erst, wenn Samstagfrüh, unmittelbar nach Beginn der Morgendämmerung, das Telefon klingelt und sich am anderen Ende der Leitung die liebe Mama meldet. Dann intonieren Kerstin und Heike zunächst den „Samstagmorgen-Mama-ruft-schon-wieder-grundlos-an-Blues“, bevor Heike ihren im Anti-Aggressionstraining entwickelten Friedenssong „Ich würde gerne eine kleine Bombe werfen“ zum Besten gibt. Vor der Pause schoss Kerstin dann noch schnell von der Bühne ein Beweisfoto in Richtung Publikum: „Uns ist es nämlich schon häufiger passiert, dass nach der Pause...“

Nach eben dieser wurde es philosophiosch. „Langfristig zählen die inneren Werte“, versicherte Heike. Doch für Kerstin sieht sie schwarz. „Eigentlich sieht sie aus wie ihre Gitarre: großer Körper, langer Hals, oben nichts!“ Dennoch will das Duo vom Niederrhein von Problemen mit Männern erst recht nichts wissen. „Habe erst vor kurzem meinen Ex getroffen, beim Umgraben im Garten“, ließ Heike Becker wissen. Und dass der Titel eines „Liebesliedes für Langzeitverheiratete“ statt „Hallelujah“ schon einmal „Da liechst Du ja“ lauten könne, sei halt der Lauf der Dinge. Stürmischer Applaus des Publikums belohnte das preisgekrönte „Thekentratsch-Duo“, das sich nicht lumpen ließ und rund ein halbes Dutzend Zugaben gewährte, die tief ins Seelenleben der beiden Protagonistinnen blicken ließen. So sitzt bei Kerstin der Stachel „Gisbert“ auch nach 25 Jahren noch tief, Heike denkt gerne an Kalles Laster zurück und ein Mutter-Tochter-Telefonat zum Thema Kuchenbacken kann ganz schön zweideutig sein.

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