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Flüchtlingszuzug nach Eschweiler bleibt überschaubar

Von: Rudolf Müller
Letzte Aktualisierung:

Eschweiler. Droht Europa eine neue Flüchtlingswelle? Nachdem nun auch Bundeskanzlerin Angela Merkel dafür plädiert hat, die EU-Beitrittsverhandlungen mit der in Richtung Diktatur driftenden Türkei einzufrieren, rechnen viele damit, dass der türkische Staatschef Erdogan den im März mit der EU geschlossenen Flüchtlingspakt aufkündigt. Der Pakt sieht unter anderem vor, dass Europa alle Migranten, die illegal über die Türkei nach Griechenland kommen, zurückschicken kann.

Bei allen Unwägbarkeiten: Eschweilers Sozialdezernent Stefan Kaever rechnet nicht damit, dass es bei Öffnung der Grenzen noch einmal zu einer Flüchtlingswelle kommt, wie die Stadt sie im vergangenen Jahr verkraften musste. Dennoch muss Eschweiler schon jetzt weitere Flüchtlinge aufnehmen – allerdings in sehr überschaubarem Rahmen.

Derzeit leben knapp 900 Flüchtlinge in Eschweiler, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen. 349 von ihnen sind in städtischen Unterkünften untergebracht: an der Severin-, Gracht- und Hüttenstraße, am Stich, in RWE-Wohncontainern und in angemieteten Wohnungen an der Gutenbergstraße. „Die Belegungszahlen liegen unterhalb der Zahl vom Stichtag 1. 1. 2015 – also vor Beginn des enormen Flüchtlingszustroms“, betonte Kaever jetzt in der Sitzung des Integrationsrates.

Wohnraum reicht aus

In diesem Jahr wurden der Stadt keine weiteren Flüchtlinge zugewiesen. Einige wenige Personen kamen im Rahmen von Familienzusammenführungen nach Eschweiler, und 18 nahm die Stadt freiwillig auf, als die Unterkunft an der Donnerbergkaserne geschlossen wurde.

Nach Schließung der Donnerberg-Unterkunft allerdings sei die Stadt von der zuständigen Bezirksregierung Arnsberg informiert worden, dass mit weiteren Zuweisungen zu rechnen sei. Die Zuteilungsquote liege in Eschweiler derzeit bei 86 Prozent, so Kaever, Ziel des Landes sei eine Auslastung von 90 Prozent. „Das bedeutet, dass wir sukzessive 80 Personen mehr aufnehmen müssen.“

Wie viele von ihnen wann nach Eschweiler kommen, das sei mit der Bezirksregierung auszuhandeln und mache die Aufnahme planbar. „Unser Vorschlag ist, wöchentlich zehn Personen aufzunehmen. Allerdings steht die Antwort aus Arnsberg noch aus.“

Der in Eschweiler zur Verfügung stehende Wohnraum reiche aus, betont Kaever. „Die Leute müssen nirgendwo so eng zusammenrücken, dass dadurch Probleme entstehen könnten.“ Allerdings verzögere die Aufnahme weiterer Flüchtlinge die geplante umfassende Sanierung der Unterkünfte an der Hüttenstraße. Eine Gesamtsanierung könne nur dann in Angriff genommen werden, wenn entsprechender Ersatzwohnraum zur Verfügung stünde. Bis dahin werden die Wohnungen einzeln, so bald sie frei werden, hergerichtet.

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